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17. 05. 2012
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Auch im Alter Neues lernen


03.08.2010 12:55 von:

Schlagwörter: Köln,Universität,Seniorenstudium,Neugier,Kunstgeschichte,Abitur,Medizin,Ehrenamt

(js) Fast 2000 Seniorinnen und Senioren haben sich derzeit als Gasthörer an der Uni Köln eingeschrieben. Fast eben so viele Frauen wie Männer, die meisten in Geschichte und Kunstgeschichte. Nicht um einen akademischen Titel zu erwerben, sondern allein aus Neugier und der Freude am Lernen und Wissen. Wie das im Einzelnen – auch ohne Abitur – geht, darüber informiert am morgigen Donnerstag eine Veranstaltung der Universität.

1988 wurde das Seniorenstudium in Köln gestartet. Heute bieten es bundesweit 50 Universitäten an. Viele haben ein spezielles Programm entwickelt. In Wuppertal liegt der Schwerpunkt bei den sozialwissenschaftlichen Fächer, in Dortmund ist das Ziel die "Kompetenzerweiterungen für nachberufliche gesellschaftlich relevante Tätigkeiten (zum Beispiel in sozialen Einrichtungen, im Gesundheitswesen, in Gemeinden, im Stadtteil, im ökologischen Bereich, in Initiativen und selbstorganisierten Projekten)" – also etwa die Qualifizierung für ein Ehrenamt.

In Köln geht es eher um eine zweckfreie Wissensaneignung. Nicht von ungefähr studieren viele Senioren das, "was sie schon immer einmal wissen wollten". Für die Universität ist dieses Angebot ein wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit, eine gelungene Verbindung von Wissenschaft und Erfahrung und eine Reaktion auf den demographischen Wandel. Grundsätzlich stehen den Senioren alle Vorlesungen offen, bei Seminaren muss vorher der Dozent gefragt werden. Nicht zugelassen sind sie in Medizin und Seminaren, bei denen – wie etwa in Chemie – den Studenten Arbeitsplätze in einem Labor zugeteilt werden.

Eine Spezialität des Kölner Seniorenstudiums sind Arbeitskreise und Projektgruppen. Das eine sind Veranstaltungen, die ausschließlich für Senioren angeboten und von einem Dozenten geleitet werden. In den Projektgruppen finden sich Interessierte zu einem Thema zusammen, das sie – in eigener Verantwortung, aber mit Dozentenhilfe – wissenschaftlich bearbeiten und anschließend veröffentlichen. So entstanden schon zwei Bücher über das Alter, die heute eine wichtige Diskussionsgrundlage für Altersexperten sind. Eine andere Gruppe erarbeitete Rundgänge zur Geschichte der Universität. Der "Verein zur Förderung des Gasthörer- und Seniorenstudiums an der Universität zu Köln" bietet regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch, Vorträge oder PC-Kurse an. Einen akademischen Abschluss gibt es ebenso wenig wie eine formale Berufsqualifikation. Die Gasthörergebühr beträgt 100 Euro im Semester.

"Studieren ohne Abitur auch für Senioren kein Problem" – Informationsveranstaltung für Gasthörer und Senioren, 5. August 2010, Hörsaal D im Hörsaalgebäude am Albertus-Magnus-Platz.

Mehr Informationen gibt es auch im Internet unter: www.uni-koeln.de.







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