17. 05. 2012
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Bonner und Kölner Wissenschaftler entwickeln höchsten Teleskopspiegel
Das Projekt “Cerro Chajnantor Atacama Telescope (CCAT)” ist nun auch von deutscher Seite aus gesichert. Wie die Kölner Universität am gestrigen Donnerstag bestätigte, ist der deutsche Finanzierungsanteil gesichert. Physiker der beiden beteiligten Universitäten Köln und Bonn können sich nun daran machen, einen Teleskopspiegel zu entwickeln, der in den chilenischen Hochanden zum Einsatz kommen wird. Ziel des Gemeinschaftsprojekts unter Federführung nordamerikanischer Wissenschaftler ist die tiefere Auskundschaftung des Weltraums. Genauer geht es um die Kartierung so genannter Sternentstehungsgebiete. So werden aus gigantischen Staub- und Gaswolken feste Himmelskörper, wie die Wissenschaftler aus der eigenen Urgeschichte zu wissen glauben.
Voraussichtlich im Jahr 2017 soll das Cerro Chajnantor Atacama Telescope (CCAT) in Chile die Arbeit aufnehmen. Es ist dann das höchst gelegene Teleskop der Erde, wie die Hochschule stolz ausführte. “Wir haben nun für die deutsche Beteiligung an dem Teleskop die Finanzierungszusage durch Bundes- und Landesmittel im Rahmen des Großgeräte-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhalten“, erklärte Prof. Dr. Frank Bertoldi, Geschäftsführender Direktor des Argelander-Instituts für Astronomie (AIFA) der Universität Bonn. „Die Gutachter lobten die wissenschaftliche Bedeutung des Vorhabens”, so der Wissenschaftler weiter.
Das Forschungsprojekt soll rund 110 Millionen US-Dollar (80 Millionen Euro) kosten. Deutschland will sich mit zehn Prozent an den Kosten beteiligen und erhält dafür als Gegenwert zehn Prozent der begehrten Beobachtungszeit für Forschungsprojekte. Die Initiative für das Projekt ging vor sieben Jahren von der US-amerikanischen Cornell-Universität und dem California Institute of Technology aus. Mittlerweile sind dem CCAT-Projekt auch die Universität von Colorado, ein Konsortium von kanadischen Universitäten und vor einem Jahr auch die Universitäten Bonn und Köln beigetreten, hieß es dazu.
Weil die angestrebte Auflösung der aufgenommenen Daten hoch sein muss, stellt dies auch extreme Anforderungen an die Entwickler des Teleskopspiegels. „Um die Strahlung im interessanten Wellenlängenbereich zu empfangen, muss der Teleskopspiegel extrem genau gearbeitet sein und darf sich im Betrieb durch Wärme, Kälte oder Wind kaum verziehen“, so Bertoldi weiter. Die Toleranz des etwa 25 Meter großen Spiegels darf dabei maximal 0,01 Milimeter betragen. Der Prototyp wurde mit Unterstützung des Landes NRW von der Duisburger Firma Vertex Antennentechnik entwickelt und hergestellt. Die Entwicklungszeit betrug zwei Jahre. Der besteht aus extrem leichten Kohlefaser-Verbundstoffen und Aluminium-Reflektoren bestehende Spiegelelement hält die hochpräzisen Anforderungen an den Spiegel ein, erläuterten die beteiligten Wissenschaftler. Mehr als 100 solcher Elemente werden dabei zum Einsatz kommen.
Der weitere Zeitplan sieht vor, dass der neue Spiegel ab dem Jahr 2013 realisiert werden soll. Drei Jahre später erfolgt dann das “Feintuning“, bevor das Großgerät spätestens ab dem Jahr 2017 im südamerikanischen Hochland in Betrieb gehen soll.

























