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17. 05. 2012
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DLR veröffentlicht neue Satellitenbilder von der japanischen Ostküste


12.03.2011 23:40 von:

Schlagwörter: Köln,DLR,Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt,Satellitenbilder,Japan,Paziff

Das in Köln ansässige Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am heutigen Samstag die ersten Bilder der zerstörten japanischen Pazifikküste veröffentlicht. Sie deuten trotz der weiten Entfernung zwischen Satellit und den aufgenommenen Landstrichen auf gewaltige und flächendeckende Zerstörungen hin. Eines aber ist jetzt schon sicher. Anfängliche Hoffnungen, die Zahl der Toten sei überraschend gering, ist etwas mehr als einen Tag nach dem Seebeben der Stärke 8,8 auf der Richter-Skala nur noch traurige Makulatur. Inzwischen liegen die Schätzungen der Todesopfer bei 1200 bis 1700, es ist zu befürchten, dass angesichts der hohen Zahl an Vermissten weitere Opfer hinzukommen werden.

Japan vor einer Atomkatastrophe

Der Siedewasser-Reaktor des Meilers Fukushima 1 bereitet der besorgten Weltöffentlichkeit und vor allem den vielen japanischen Einwohnern und den auf der Insel lebenden Menschen derzeit die größten Sorgen. Nachdem im Laufe des heutigen Samstag die Betondecke des Kraftwerkbauwerks buchstäblich pulverisiert wurde, wachsen Befürchtungen über eine möglicherweise beginnende Kernschmelze. Offiziell wies die Regierung und die Betreiberseite diese Darstellung allerdings zurück. Nachdem jedoch im Laufe des Samstags die Evakuierungszone rund um den schwer beschädigten Meiler wiederholt ausgedehnt wurde, gibt es Zweifel an der offiziellen Darstellung. Der Atomreaktor Fukushima 1 steht gerade einmal rund 200 Kilometer nordöstlich der Mega-Metropole Tokio mit ihren fast 40 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern.

Internationale Hilfe mit aktuellen Kartierungen

Bereits am Tag der Katastrophe hatte das International Charter Space and Major Disasters alle beteiligten Einrichtungen und Organisationen um die Bereitstellung entsprechenden Bildmaterials gebeten. Daran beteiligt ist auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit dem Zentrum für Satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) am DLR-Standort Oberpfaffenhofen. "Die Aufnahmen der deutschen Satelliten TerraSAR-X und RapidEye sowie die Daten des amerikanischen WorldView-2 Satelliten zeigen das ganze Ausmaß der Katastrophe", erläutert Stefan Voigt, Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Satellitenbilder haben für die Einsatzkräfte vor Ort den Vorteil, dass großflächige Zerstörungen besser überblickt werden können. Die hochauflösenden Aufnahmen der künstlichen Erdtrabanten lassen eine Kartierung bis zu einer Tiefe von 50 Zentimeter zu.

Eine erste grobe Auswertung und Einschätzung der Bilder aus dem Portfolio des DLR zeigt die Wucht des Tsunamis, die am gestrigen Freitagmorgen MEZ die nordöstliche Pazifikküste getroffen hat. Nach derzeitigem Stand ist der bis zu zehn Meter hohe Tsunami an flachen Küstenabschnitten bis zu fünf Kilometer ins Landesinnere vorgedrungen. "Wir können die schweren Schäden an Straßen, Brücken, Gebäuden und Infrastruktur-Einrichtungen gut erkennen. Dies sind wichtige Informationen für die Helfer vor Ort. Wir arbeiten hier eng mit dem THW zusammen", bestätigte Voigt. Nun arbeiten Voigt und seine Kolleginnen und Kollegen im 24-Stunden-Schichtbetrieb, um die ankommenden Datenmengen aufzubereiten, zu analysieren und zu visualisieren. Daran schließt sich eine detaillierte Schadensanalyse an. Das ZKI operiert dabei im nationalen und internationalen Kontext und ist eng mit verschiedenen behördlichen Partnern, Nicht-Regierungsorganisationen sowie Satellitenbetreibern und Weltraumorganisationen vernetzt. Mit den Daten des ZKI lassen sich die Rettungsmaßnahmen vor Ort im Katastrophengebiet wesentlich effizienter und sicherer zu planen.







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