17. 05. 2012
Seite drucken
DLR wird Mitglied im "International Charter Space and Major Disasters"
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR ist seit dieser Woche neues Mitglied im "Internationale Charter Space and Major Disasters". Im Rahmen der Feierlichkeiten zum zehnten Geburtstag des internationales Abkommen zwischen Weltraumbehörden und Satellitenbetreibern. DLR-Vorstandschef Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner unterzeichnete die Vereinbarung am Rande der Jubiläumsfeier, wie das Kölner Zentrum bekannt gab. Als elfte Weltraumagentur erklärt sich das DLR damit bereit, seine Kompetenzen und Ressourcen, insbesondere im Bereich der Erdbeobachtung, zur Bewältigung von Naturkatastrophen und großen Unfällen beizusteuern. "Die Charta hat in den zehn Jahren ihres Bestehens bewiesen, wie wertvoll die Erdbeobachtung aus dem Weltraum in Katastrophenfällen ist. Diese Aktivitäten haben Menschenleben gerettet und Leiden gelindert", lobte Wörner in Paris die Verdienste der Charta. Mit TerraSAR-X (SAR=Synthetic-Aperture-Radar) verfügt Deutschland über einen leistungsfähigen Erdbeobachtungssatelliten, der im Rahmen von Naturkatastrophen und Unfällen wertvolle Daten zur Kartierung beisteuern kann, so Wörner weiter.
Das DLR wird vor allem Radarbilddaten in das Netzwerk einspeisen. "Der TerraSAR-X-Satellit liefert schnell detaillierte Bilder und nimmt unabhängig von Wolken oder Tageszeit auf. Gerade für Überschwemmungen eignet er sich daher sehr gut", erläuterte Dr. Stefan Voigt, Koordinator des Zentrums für Satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) des DLR, am Rande der Veranstaltung. Das ZKI ist weltweit eines der wichtigsten Zentren für die Aufbereitung von Informationen aus Satellitendaten zur Anwendung in Krisenfällen. Daneben entwickelt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe seit Jahren als wichtiger Nutzer den Notfall-Dienst des europäischen "Global Monitoring for Environment and Security (GMES)"-Programms mit. Sämtliche Aktivitäten haben das Ziel, die Verfügbarkeit und den Einsatz von Satelliteninformation für die Notfall-Reaktion und Krisenbewältigung weltweit zu verbessern. Die Zusammenarbeit ist indes nicht völlig neu. Das DLR war bereits in der Vergangenheit für die Charter aktiv. Daten des TerraSAR-X-Satelliten werden seit dessen Start im Juni 2007 immer wieder für Charter-Einsätze angefragt und bereitgestellt. Die Wissenschaftler des ZKI haben für Charter-Aktivitäten vielfach Kartenprodukte erstellt und in verschiedenen Fällen auch bereits Charter-Einsätze koordiniert, hieß es dazu abschließend.
Zu den zehn Vollmitgliedern der Charta gehören unter anderem auch die Europäische Weltraumorganisation ESA, die französische Weltraumagentur CNES, sowie die US-amerikanischen Behörden National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und United States Geological Survey (USGS) gehören. Seit ihrer Gründung wurde die Charta 280 Mal aktiviert, zuletzt nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti oder der Überschwemmungs-Katastrophe in Pakistan.

























