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FH Köln: Wie stärkt man die Medienkompetenz?


30.10.2010 11:58 von:

Schlagwörter: Köln,Fachhochschule,Fachkonferenz,Pornografisierung,Medienkompetenz,Ende,FH Köln

Am heutigen Samstag ging in dem Südstadt-Campus der Kölner Fachhochschule die Fachkonferenz zur "Pornografisierung" der Gesellschaft zu Ende. In zahlreichen Fachvorträgen und Diskussionen kam immer wieder die Forderung nach Medienkompetenz auf, um Kinder und Jugendliche zu stärken. Dieser Forderung schloss sich auch die überwiegende Mehrheit der Konferenzteilnehmer an, wie die Hochschule am heutigen Samstag berichtete. Die in Köln versammelten Fachleute kritisierten dabei ein grundsätzliches bildungspolitisches Defizit. Vielmehr müsse das Fach Medienpädagogik systematisch in die Bildungslanschaft integriert werden. Dabei gehe es nicht alleine um die Sozialisierungseffekte von Medienkonsum auf die Körperkonzepte und Sexualität von Jugendlichen sondern vielmehr der Umgang mit Medien im allgemeinen. Mediensoziologin Dagmar Hoffmann ist sich sicher, dass nach der Pornografisierungsdebatte weitere Themen folgen werden.

Auf der dreitägigen Konferenz haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den verschiedensten Fachrichtungen in der Fachhochschule Köln mit den medialen Darstellungen von Sexualität und Körperlichkeit sowie Grenzverschiebungen von Öffentlichkeit und Privatsphäre auseinandergesetzt. Organisatoren der Konferenz waren das Institut für Medienforschung und Medienpädagogik an der Fachhochschule Köln, die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) - Fachgruppe: Medien und Geschlechterverhältnisse und die Deutsche Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) – Fachgruppe Medienpädagogik. Die Organisatoren kamen damit auch einer Forderung der wissenschaftlichen Gemeinde nach, zukünftig noch mehr auf eine interdisziplinäre Arbeit zu setzen. Nur so könne man zu wissenschaftlich fundierten Handlungsempfehlungen kommen, meinte Hochschulprofessorin Angela Tillmann von der FH-Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften. Eine weitere Forderung bezieht sich auf die durch Pornografisierung ausgelöste Debatte um den Jugendschutz und seine möglichst zielführende Anwendung. Der Jugendschutz verlagert derzeit seine Blickrichtung von der Anbieter- auf die Konsumentenseite, meint der Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle FSK, Joachim von Gottberg. Insofern unterstütze auch er die Forderung nach mehr Medienkompetenz.

Zwei Drittel der Jugendlichen zwischen elf und 17 Jahren haben zwar schon mal pornografische Bilder gesehen. Bei den Elf- bis 13jährigen waren es immerhin schon ein Viertel. Das hat das Dr. Sommer-Team der Jugendzeitschrift Bravo in einer Untersuchung herausgefunden, "aber von einer Generation Porno kann keine Rede sein", betonte Marthe Kniep, die Leiterin des Dr. Sommer-Teams. Vielmehr seien viele Jugendliche verunsichert und fragten bei der Dr. Sommer-Redaktion nach, was okay sei und was nicht. "Eine Veränderung sexueller Standards ist nicht festzustellen sondern lediglich die Qualität und Quantität, in denen das Verhalten kommuniziert wird," stellt auch der Sexualwissenschaftler Prof. Dr. Uwe Sielert, von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Lehrstuhl für Sozialpädagogik) fest. Aus Sicht des Sozialpädagogen sei es wichtig, in der Erziehung und Sozialisation Grenzen zu ziehen. Die Stärkung solle durch die Vermittlung von Informationen geschehen, Zwang erzeuge bei Jugendlichen hingegen Ekel und Ablehnung, weiß der Bildungsforscher aus dem Hohen Norden. Vielmehr müsse man die Jugendlichen zur Einsicht bringen: "Gewaltpornos sind Scheiße".







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