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17. 05. 2012
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Gemeinwesenarbeit: Aktuelle und künftige Aufgaben


19.11.2010 19:27 von:

Schlagwörter: Köln,Fachhochschule,FH,2010,Gemeinwesenarbeit,Workshops,Lokalpolitik,Sozialraum

Die Frage, wie eine Gesellschaft befriedet werden kann, ist eine von existenzieller Bedeutung. Eine der möglichen Erklärungen für dieses soziale Phänomen ist die Gemeinwesenarbeit. Die wiederum unterscheidet sich von der Arbeit im "Sozialraum", wie die Protagonisten des heutigen Pressegesprächs im Anschluss an den offiziellen Teil der Tagung deutlich heraus stellten. Zwar gebe es viele Parallelen, beispielsweise in der Arbeitsmethodik und den zugrunde liegenden Prinizipien. Aber der Sozialraum umfasst in der Regel ganze Stadträume, zum Teil über mehrere Stadtviertel, während Gemeinwesenarbeit in den Wohnquartieren selbst ansetzt. "Beim Sozialraum reden wir über mehrere zehntausend Menschen. Die Größenordnung der Gemeinwesenarbeit liegt bei 1000 bis 3000 Menschen", erklärte Rolf Blandow, Geschäftsführer des Vereins Veedel e.V. Seit 25 Jahren gehört die Organisation zu den vier Kölner Einrichtungen, die als freie Träger mit der Arbeit im Gemeinwesen betraut sind. Und noch immer wird eben diese Gemeinwesenarbeit mit der sozialraumorientierten Sozialarbeit einer Stadt verwechselt, wie Blandow und seine Vorstandskollegen vom Verein aus langer Erfahrung wissen. Es gab aber auch positive Signale.

"Wir sind von den Kommunalpolitik in den Ausschuss für Soziales und Senioren eingeladen worden. Das war mehr, als wir erwartet haben". Erläuterte Vorstandsmitglied Sabine Nikodem. Tatsächlich waren neben der Kölner Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein, die derzeit noch das Sozialdezernat kommissarisch leitet, auch der (neue) Vorsitzende des Sozialausschusses der Stadt, Michael Paetzold und weitere Politiker aus den etablierten Fraktionen des Stadtrates der Einladung gefolgt. Köln zählt dabei schon seit mehr als einem Jahrzehnt zu den Vorreitern der Gemeinwesenarbeit, kurz GWA genannt. Mehrere Auszeichnungen für Projekte aus den Vierteln untermauern diese These, auch wenn die Vereinsverantwortlichen das nicht offiziell bestätigten wollten. So gibt es bisher in wenigen Städten überhaupt Kapazitäten für Gemeinwesenarbeit. In Köln wird dafür immerhin das Äquivalent einer Vollzeitstelle bereit gestellt. Die Gelder verteilen sich demnach auf verschiedene Projekte. Neben einer "aktivierenden" Befragung geht es den Initiatoren von Gemeinwesenarbeit vor allem um Partizipation, zum Beispiel bei der Umfeldverschönerung des eigenen Wohnquartiers, wie Prof. Dr. Markus Ottersbach vom Institut für Interkulturelle Bildung und Entwicklung an der Kölner FH, ausführte. Ziel solcher Veranstaltungen sei es daher immer, Experten aus Wissenschaft und Praxis miteinander in Kontakt zu bringen, so Ottersbach weiter.

Gemeinwesenarbeit braucht das Hauptamt

"Ohne Profis ist Gemeinwesenarbeit undenkbar", stellt der Dekan der Fakultät für Angwandte Sozialwissenschaften, Prof. Dr. Ulrich Mergner klar. Hauptamtliche Sozialarbeiter und Sozialpädagogen erfüllen im Rahmen dieser Arbeit die Rolle als "Katalysator im Wohnquartier", so Mergner weiter. Insofern dürfte eine der Forderungen, die als greifbares Ergebnis aus dem zweitägigen Expertentreffen bleiben, die nach Verstetigung der Gemeinwesenarbeit sein. Allerdings gehört genau diese Arbeit zu den so genannten "freiwilligen Leistungen" einer Kommune. Droht der Nothaushalt, werden diese Leistungen zuerst gekürzt, da sie nicht gesetzlich vorgeschrieben sind. Hier könnte eine zweite Forderung liegen, die sich jedoch eher an die gesetzgebenden Instanzen richtet. Aber auch Landesparlamentarier waren bei der heutigen Diskussion zugegen und werden die Anregung gehört haben, hoffen die Organisatoren. Gemeinwesenarbeit ist vor allem dort notwendig, wo es Armutsindikatoren gibt, erläuterte Blandow weiter. So ist eine weitere Forderung der Runde die nach einer kompletten Bestandsaufnahme der besonders belasteten Wohnquartiere, wie die Verantwortlichen die Diskussionen der zurückliegenden Fachtagung zusammenfassten.

Organisiert wurde die zweitägige Fachveranstaltung vom Lehrstuhl für Angewandte Sozialwissenschaft an der Fachhochschule und der Verein Veedel e.V..Beide Seiten sind bereits seit Jahren eng miteinander verbunden, ein Dozent der FH sitzt im Vorstand von Veedel e.V.. Die FH bildet dabei unter anderem Studierende in Bachelor- und Masterstudiengängen Nachwuchskräfte aus. Regelmäßig absolvieren einige der Studierenden Praktika beim Verein. Im Fachbereich Soziale Arbeit verlassen pro Jahr rund 300 Studierende mit Hochschulabschluss im Bereich Soziale Arbeit die größte Fachhochschule des Landes.







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