17. 05. 2012
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Joachim Szodruck scheidet aus DLR-Vorstand aus
Jürgen Szodruch ist derzeit noch amtierender Vorstand im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Sein Geschäftsbereich Luftfahrt wird demnächst mit einem Nachfolger besetzt werden. Am gestrigen Mittwoch wurde Szodruch im DLR feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Der promovierte und habilitierte Diplom-Ingenieur trat im August 2002 in den DLR-Vorstand ein. Zu seinen Meilensteinen als DLR-Vorstand gehörten die Anschaffung des Forschungsflugzeugs ATRA (Advanced Technologies Research Aircraft) und der Aufbau des Zentrums für Leichtbauproduktionstechnik (ZLP). Zuvor war der Luftfahrtexperte unter anderem für die NASA, den Vorgänger der EADS und Airbus tätig.
Durch seine Tätigkeit bei Airbus im Bereich Aerodynamik hatte Szodruch schon früh Kontakt mit dem DLR: "Schon 1983 bestanden Beziehungen von Airbus zum damaligen DLR-Institut für Aerodynamik in Braunschweig und Göttingen. Diese haben sich später noch intensiviert: Ab 1995 fanden regelmäßig Besprechungen mit den DLR-Institutsleitern und den Center-of-Competence-Leitern von Airbus statt", erinnerte sich der scheidende DLR-Vorstand. Viele Kontakte konnte er in seiner späteren Funktion nutzen und einbringen. Das DLR profitierte davon, indem die internationale Vernetzung deutlich ausgebaut werden konnte. Ihren Ausdruck fand dieser Trend in zahlreichen Verabredungen und Verträgen mit industriellen Einrichtungen. Einer der Höhepunkte in Szodruchs Laufbahn beim DLR war die Schaffung der DLR-Einrichtung Lufttransportsysteme 2007 (damals "Lufttransportkonzepte und Technologiebewertung"). Diese Gruppe widmet sich der Betrachtung des gesamten Lufttransportsystems: Flugzeug, Flughafenmanagement und Flugführung. Mit der Vereinigung der drei Themenbereiche innerhalb einer Gruppe bündelte er die DLR-Kompetenzen auf dem Gebiet der Luftfahrt. "Eine multidisziplinäre Herangehensweise in der Forschung", so Szodruch. Erste greifbare Ergebnisse werden im Jahr 2012 erwartet.
Ein weiterer Meilenstein von Szodruch war der Kauf des Forschungsflugzeugs ATRA "Otto Lilienthal", ein modifizierter Airbus A320 und größtes Mitglied der DLR-Forschungsflotte. ATRA ist seit 2008 für das DLR im Einsatz und setzt nicht nur größenmäßig einen neuen Maßstab für fliegende Versuchsträger. "Bei ATRA habe ich sozusagen die Vaterschaft. Es war eine günstige Situation zwischen dem Erkennen der Notwendigkeit für ein neues Flugzeug, der Verfügbarkeit und den nötigen Finanzen. Der A320 entspricht all unseren Anforderungen", so Szodruch. Bis zum Jahr 2020 will das DLR zusammen mit Partnern aus 17 europäischen Ländern ein ehrgeiziges Ziel umsetzen. Bei den Kohlendioxid-Emissionen sollen 50, bei Stickoxiden sogar 80 Prozent eingespart werden. Mit dem ZLP in Augsburg will das DLR auch selbst Bauweise und Konstruktion des Flugzeugs der Zukunft mitentwickeln. Im Jahr 2013 wird das neue Zentrum voll einsatzfähig sein, hieß es dazu abschließend.

























