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17. 05. 2012
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Köln-Porz: Astronauten simulieren Arbeit im Weltraum


11.02.2011 15:37 von:

Schlagwörter: Köln,Köln-Porz,DLR,ESA,Weltraumtransporter,Astronaut,Trainingszentrum,Arbeit

In der großen Trainingshalle für Astronauten der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Köln-Porz findet derzeit ein Training der besonderen Art statt. Wie die Behörde am gestrigen Donnerstag bekannt gab, trainieren angehende Weltraumwissenschaftler bereits seit einiger Zeit das Be- und Entladen des neuen Raumfrachters ATV2 "Johannes Kepler". Die Trainings werden dabei an einem realistischen Nachbau durchgeführt. Am 15. Februar dieses Jahres wird der Raumtransporter mit der Ariane 5-Rakete vom Weltraumhafen Kourou in Französisch-Guyana seinen Weg zur Internationalen Raumstation ISS nehmen, wie die ESA weiter bekannt gab. Aber nicht nur wegen seines Gesamtgewichts von 20,1 Tonnen wird dieser Transport ein besonderer sein. Die Mission ist zugleich der 200. Start seit der Premiere am Weihnachtstag 1979. Der Start ist für 23:08 Uhr mitteleuropäischer Zeit geplant. In Kourou ist es dank der Zeitverschiebung vier Stunden früher.

Der Raumtransporter hat eine Länge von zehn und einen Durchmesser von viereinhalb Metern. Die Spannweite der Flügel liegt bei 22 Metern. Damit ist der ATV2 Europas komplexestes und innovativstes Raumfahrzeug zur Versorgung der ISS. Das Weltraum-Lastfahrzeug fliegt und nähert sich völlig autonom der ISS an, auch das Andocken erfolgt vollautomatisch – so, als würde eine Crew an Bord die Steuerung selbst übernehmen. Modernste Navigationssysteme und eine spezielle Flugsoftware macht die präzise Steuerung möglich. Die Annäherungsgeschwindigkeit liegt dabei bei immerhin 28.000 km/h, bei einer Genauigkeit von deutlich weniger als zehn Zentimeter. Das Andockmanöver soll am 23. Februar stattfinden. Verantwortlich für die Produktion des Raumtransporters ist EADS-Astrium als industrieller Hauptauftragnehmer. Gegenüber der ersten Version von "Jules Verne" nahmen die Ingenieure etwa 30 Änderungen vor. So wurden unter anderem leichtere Materialien eingesetzt. Auch die Trägerrakete wurde modifiziert, damit erhöhten die Techniker die Traglast der Ariane um 700 Kilogramm.

Nutzlast: 7,1 Tonnen

"Johannes Kepler" führt insgesamt 7,1 Tonnen Fracht mit. Darunter befinden sich 1,6 Tonnen Vorräte, Gerätschaften und Ersatzteile, 850 Kilogramm Treibstoff zum Auftanken der Station, 100 Kilogramm Sauerstoff sowie 4 534 Kilogramm Kraftstoff für die Reboost-Manöver zum Anheben der Raumstation auf eine Bahnhöhe von 350 bis 400 Kilometern. Durch den Reibungswiderstand der Erdatmosphäre kommt es zu einem Höhenverlust von täglich bis zu 200 Metern beziehungsweise von rund fünf Kilometern pro Monat. ATV 2 wird bis Mitte Juni mehrere dieser Reboost-Manöver selbst durchführen und so den Höhenverlust kompensieren. Da die Wassertanks auf der ISS gefüllt sind, führt ATV 2 ausnahmsweise kein Trinkwasser mit. "Johannes Kepler" bleibt dreieinhalb Monate lang mit der Raumstation fest verbunden. Zum Abschluss seiner Mission wird das ATV 2 mit etwa sechs Tonnen Abfall beladen, von der Station abgekoppelt und beim kontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über dem Südpazifik verglühen. Die Gesamtkosten der Mission liegen bei etwa 450 Millionen Euro, teilte die ESA abschließend mit.

Aktuelle Informationen zur ATV-2 Mission "Johannes Kepler" finden Sie in englischer Sprache im Blog unter: www.blogs.esa.int.







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