17. 05. 2012
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Kölner Softwareunternehmen investiert in Hochschulbildung
Der börsennotierte Kölner Softwarekonzern SQS wird sich zukünftig deutlich intensiver als bisher um die Förderung der universitären Bildung bemühen. Wie das Unternehmen am gestrigen Dienstag bekannt gab, soll mit 50.000 Euro pro Jahr eine Stiftungsprofessur an der Universität zu Köln unterstützen. Einen Professor für den neuen Lehrstuhl gibt es ebenfalls bereits, es ist der erst 29-jährige Ali Sunyaev. Der ist damit der jüngste Professor an der zweitgrößten Hochschule des Landes Nordrhein-Westfalen und der dritte, der in den Genuss einer so genannten "Juniorprofessur" in Köln kommt. Der Lehr- und Forschungsauftrag Sunyaevs läuft zunächst bis Juni 2013. Die Juniorprofessur kooperiert mit dem bereits bestehenden Seminar für Wirtschaftsinformatik und Systementwicklung unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Mellis. Der Lehrstuhl beschäftigt sich mit der Gestaltung, Einführung, Evaluation und dem Management von Informationssystemen und legt dabei einen Schwerpunkt auf Qualitätsaspekte. Diese werden aus technischer, ökonomischer und organisatorischer Perspektive heraus betrachtet.
Intensiver Austausch zwischen Forschung und Praxis geplant
Zentrale Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhl sind Entwicklung, Management und Qualität von Informationssystemen, die Geschäftsprozessverwaltung und -analyse sowie das Management der Informationssicherheit. Dabei strebt die Juniorprofessur eine Zusammenarbeit mit der Forschungsabteilung des Stifters, "SQS-Research", an. Von dieser Kooperation erwarten die Universität Köln und SQS einen Know-how-Transfer zwischen wissenschaftlichen Ergebnissen und den Erfahrungen der wirtschaftlichen Praxis, wie das Kölner Unternehmen betonte. Der junge Hochschuldozent will aber auch bei der Planung, Realisierung und Steuerung von Software-Produktion nach neuen Verfahren und Methoden forschen. "Ein weiteres wichtiges Thema wird Qualitätsmanagement aus sicherheitstechnischer Perspektive sein. Dazu gehören zum Beispiel sicherheitstechnische Lösungen bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland", so der Wissenschaftler in seiner Stellungnahme. In seiner Eigenschaft als Hochschuldozent wird Sunyaev zwei Vorlesungen anbieten. Die erste behandelt "Systemanalyse und -architektur", während die zweite die "Architektur von Informationssystemen" zum Thema hat. Hinzu werden im Rahmen von forschungsnahen Seminaren aktuelle Themen wie beispielsweise "Digital Preservation" oder "eHealth" vermittelt.
Vita
Der 29-jährige Jungprofessor hat in München Informatik studiert. Seine Vertiefungsfächer waren IT-Sicherheit und theoretische Medizin. Vor seiner Professur in Köln forschte er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik unter Leitung von Prof. Dr. Helmut Krcmar, Institut für Informatik an der Technischen Universität München. 2009 war er für vier Monate als Visiting Researcher an der Harvard University, Harvard-MIT Division of Health Sciences and Technology, in Boston (Massachusetts/USA) tätig. Im Juni 2010 promovierte Ali Sunyaev in Wirtschaftsinformatik mit der Dissertationsarbeit "Konstruktion und Anwendung einer Sicherheitsanalysemethode für die Gesundheitstelematik in Deutschland" an der Technischen Universität München. Hier erreichte ihn der Ruf der Universität zu Köln.

























