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17. 05. 2012
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Kölner und Bochumer Wissenschaftler erforschen das Missverständnis


20.07.2010 11:04 von:

Schlagwörter: Köln,Universität,Bochum,Psychiater,Psychologe,Philosoph,Erforschung,Missverständ

Missverständnisse gehören zum menschlichen Leben wie die Butter auf’s Brot oder das Salz in der Suppe. Und doch erzeugen Missverständnisse immer wieder Streit unter den Menschen. Zwei Wissenschaftler aus Köln und einer aus Bochum haben sich nun zum Ziel gesetzt, den Hintergründen und Ursachen von Missverständnissen in der menschlichen Kommunikation auf den Grund zu gehen. Dafür erhalten die Forscher nun 825.000 Euro Fördergelder von der Volkswagen-Stiftung. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass unsere sozialen Wahrnehmungen und Urteile in starkem Maße von der Verarbeitung sogenannter nonverbaler Signale, wie Mimik, Gestik, Körperhaltung und Bewegung, abhängen. Die Verarbeitung dieser Signale erfolgt oft automatisch und unbewusst und ermöglicht uns äußerst schnelle Urteile über die Gefühlszustände und Intentionen anderer und über die Struktur und Qualität sozialer Beziehungen. Unklarheit besteht nach wie vor aber hinsichtlich der Frage, inwieweit diese sozial kognitiven Prozesse universellen Regeln folgen oder aber durch unseren kulturellen Kontext geprägt sind. Voruntersuchungen am Department Psychologie der Universität zu Köln zeigten, dass diese Frage keineswegs pauschal zu beantworten ist. So erleben etwa Deutsche, Amerikaner und Araber unabhängig von ihrer Herkunftskultur das Dominanzverhalten von Interaktionen Dritter in sehr ähnlicher Weise, während sie im Hinblick auf Sympathie und Freundlichkeit dieser Personen zu durchaus unterschiedlichen Einschätzungen gelangen: eine mögliche Basis für Missverständnisse, Vorbehalte und Konflikte.

"Wie verstehen wir andere Menschen?", lautet demnach die zentrale Frage, mit der sich der Kölner Psychiologe Gary Bente, der ebenfalls in Köln ansässige Psychiater Kai Vogeley und der Bochumer Philosoph Albert Newen nun beschäftigten wollen. Zugleich wollen die drei Forscher auch möglichen Einflüssen durch Kultur auf die Spur kommen. Das Projekt ist dabei von Anfang an interdisziplinär ausgerichtet. Projekt ist "Philosophie des Geistes, kulturvergleichende Kommunikationspsychologie und sozial-kognitive Neurowissenschaft zugleich", sagt der Oberarzt vom Zentrum für Neurologie und Psychiatrie der Uniklinik Köln, Professor Kai Vogeley. "Wie wir Menschen uns in andere Personen sozusagen hineinversetzen können, die Gedanken und Gefühle anderer nachvollziehen, Verhalten vorhersagen und uns auf unser Gegenüber einstellen können, ist ein spannendes und auch für das Verständnis sozialer Verhaltensauffälligkeiten oder psychiatrischer Krankheitsbilder hochrelevantes Forschungsfeld", so der Kölner Universitätsprofessor weiter. Methodisch werden dabei Beobachtungsstudien angestellt, die die Probanden aus unterschiedlichen Kulturkreisen in so genannten "handlungsspezifischen Kontexten" zeigen. Mithilfe eines speziell entwickelten Computer-Simulationsmodells sollen zudem das Erscheinungsbild von dem konkreten Interaktionsverhalten getrennt betrachtet werden. Die Erforschung dieses Thema ist zunächst auf drei Jahre angelegt, hieß es dazu abschließend.







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