17. 05. 2012
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Kölner Universität erhält neun Millionen für neuen Sonderforschungsbereich
Die Kölner Universität hat ab sofort einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hatte den neuen SFB mit dem Titel "Bedingungen und Auswirkungen der Sternenentstehung – Astrophysik, Instrumentierung und Labor" in dieser Woche offiziell bewilligt. Damit verbunden ist ein Bundeszuschuss für die Einrichtung des neuen SFB in Höhe von insgesamt neun Millionen Euro. Sprecher des Projekts und Antragsteller ist Professor Jürgen Stutzki vom I. Physikalischen Institut der Universität zu Köln.
Die Laufzeit der Bundesförderung für den neuen SFB beträgt vier Jahre. Das erklärte Ziel ist es, die komplexen, bislang nur wenig verstandenen physikalischen und chemischen Bedingungen zu erforschen, durch die sich die interstellare Materie zu dichten Wolken zusammenballt und am Ende neue Sterne entstehen. Das Forschungsprogramm reicht dabei von der Entwicklung der Sternentstehung über die Geschichte des Universums bis zur Mikrophysik der Reaktionsprozesse und beinhaltet astronomische Beobachtungen, deren astrophysikalische Interpretation, die Entwicklung neuer astronomischer Instrumente und die Untersuchung der mikrophysikalischen Prozesse im Labor. Dabei soll gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Schweiz und den USA die spektrale Signatur dieser Phänomene nun im Submillimeter- und infraroten Bereich untersucht werden. In dem SFB arbeiten neben der Kölner Hochschule auch die Universität in Bonn, die Technische Hochschule Zürich, das Max-Planck-Institut für Radioastronomie aus Bonn sowie die University of Michigan zusammen.
Die überaus komplexen Entstehungsprozesse von Sternen im interstellaren Medium, kosmischen Dunkelwolken aus Gas und Staub, werden auch bis in die heutige Zeit nur teilweise verstanden. Die physikalischen und chemischen Grundbedingungen der Entstehung werden durch eine große Vielfalt von Faktoren beeinflusst: Durch die energetische Rückwirkung junger Sterne auf die Umgebung, die chemische Zusammensetzung des umgebenden Mediums, durch Galaxienkollisionen und die Wechselwirkung von Gas-Jets und zentralen Winden in galaktischen Kernen. Um die Bedeutung und das Zusammenwirken dieser vielfältigen Faktoren zu verstehen, müssen physikalische und chemische Prozesse von der mikrophysikalischen Ebene bis zur großräumigen Rückwirkung der Sternentstehung auf eine Galaxie erforscht werden. Die Erforschung der interstellaren Dunkelwolken ist erst durch die intensive Entwicklung der sogenannten ferninfraroten und Submillimeter-Spektroskopie überhaupt möglich geworden. Dabei handelt es sich um unsichtbare Strahlung im Terahertz-Frequenzbereich.
Die Kölner Arbeitsgruppe um Professor Stutzki gehört weltweit zu den führenden Arbeitsgruppen, die die Technologie der THz-Detektoren und Instrumente entwickelt haben. Sowohl die wissenschaftlichen wie technischen Fähigkeiten der Kölner ermöglichten schon in den vergangenen Jahren die Entwicklung und den Bau internationaler Spitzentechnologie. Immer wieder wurden entsprechende Messgeräte und Apparaturen aus der Kölner Wissensschmiede bei Weltraummissionen eingesetzt, zuletzt bei ESA-Satellit "Herschel". Auch im kommenden Jahr ist wieder eine Mission mit Kölner Beteiligung geplant. Dann wird das fliegende Observatorium SOFIA die Arbeit aufnehmen, mit Instrumenten, die im Rheinland entwickelt und gebaut wurden, so die Kölner Hochschule abschließend.

























