17. 05. 2012
Seite drucken
Kölner Universität holt afrikanischen Wissenschaftler an den Rhein
Die Universität zu Köln hat seit diesem Monat einen weiteren Forschungsstipendiaten in ihren Reihen. Wie die zweitgrößte Hochschule des Landes am heutigen Mittwoch verkündete, wird der promovierte Agrarwissenschaftler und Weideökologe Dr. Ayana Angassa die kommenden zwei Jahre seine Forschungen an der Kölner Uni fortsetzen. Angassa ist Inhaber des Georg Forster-Forschungsstipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung und bleibt bis April 2013. Dabei wir der aus Äthiopien stammende Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe der Ökologin Dr. Anja Linstädter im Botanischen Institut tätig sein, teilte die Hochschule weiter mit.
Schwerpunkt seiner Forschung ist die Untersuchung der Auswirkungen des Klimawandels und intensiver landwirtschaftlicher Nutzung auf die Ökosystemfunktionen und die Biodiversität empfindlicher Biotope. In den kommenden zwei Jahren wird der Wissenschaftler die Nachhaltigkeit einer hirtennomadischen Weidenutzung in seinem Heimatland Äthiopien untersuchen. Dabei wird er lokales ökologisches Wissen zu Veränderungen der Vegetation mit wissenschaftlichem Wissen zu diesen Dynamiken abgleichen, um zu einem funktionalen Verständnis einer nachhaltigen Landnutzung in afrikanischen Trockengebieten zu kommen. Dieses Interesse teilt er mit seiner wissenschaftlichen Gastgeberin, Dr. Anja Linstädter, die mit ihrer Arbeitsgruppe vergleichbare Fragestellungen in anderen afrikanischen Ländern wie Namibia, Südafrika und Marokko bearbeitet.
Die Forschergruppe erhofft sich von der Untersuchung der Zusammenhänge eines komplexen Ökosystems Erkenntnisse für zukünftige Strategien der Beweidung und Bewirtschaftung der Bodenflächen in den heißen und trockenen Vegetationszonen. Das könnte sogar in einem präventiven Dürre-Management münden. Angassa wird bei diesen Untersuchungen sein Wissen um die traditionellen Nutzungsformen der Hirtennomaden einbringen. Traditionelle Volksstämme wie die Borana in Äthiopien leben bereits seit Jahrtausenden nach den Zyklen der Natur. Die Lebens- und Nutzungsweisen dieser Völker sollen dann mit wissenschaftlich erfassten ökologischen Freilanddaten abgeglichen werden.
Angassa studierte von 1986 bis 1999 an der Alemaya Universität für Bodenkultur in Äthiopien Animal Sciences sowie Tierproduktion und Weideökologie. Im Jahr 2007 promovierte er in Umwelt- und Entwicklungsforschung an der Norwegischen Universität für Lebenswissenschaften. Mit dem Georg Forster-Forschungsstipendium für Postdoktoranden können überdurchschnittlich qualifizierte Wissenschaftler aus dem Ausland ein selbst gewähltes, langfristiges Forschungsvorhaben in Kooperation mit einem wissenschaftlichen Gastgeber ihrer Wahl an einer Forschungseinrichtung in Deutschland realisieren, teilte die Hochschule abschließend mit.

























