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17. 05. 2012
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Restauratoren der Kölner FH machen verschmorte Dokumente sichtbar


25.07.2011 18:52 von:

Schlagwörter: Köln,Fachhochschule,2011,Restaurierung,Tucher,Sammlung,Pergament,Nürnberg,Stadta

Es ist ein heikler Auftrag und einer, den nur wenige auf dieser Welt zu lösen imstande sind. Das Familienarchiv im Tucherpalais wurde bei einem verheerenden Luftangriff der Alliierten während des Zweiten Weltkriegs (am 2. Januar 1945) schwerst beschädigt. Hitze und heißes Löschwasser ließen die wertvollen Pergamenturkunden auf ein Drittel ihrer ursprünglichen Größe schrumpfen. Die schwarze, zusammengebackene Masse wurde eingelagert und bislang aus Sorge um eine endgültige und nachhaltige Vernichtung der historischen Dokumente nicht wirklich bearbeitet. Genau der richtige Job für das Kölner Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft an der Kölner Fachhochschule.

Institutsleiter Prof. Dr. Robert Fuchs erhielt im vergangenen Jahr einen Anruf aus Nürnberg. Der dortige Leiter des Stadtarchivs, Dr. Michael Diefenbach, bat die Kölner Fachleute um Hilfe. Fuchs gilt in Fachkreisen als anerkannter Experte für Papierrestaurierung. In der Folge ließ der Hochschuldozent in Semesterarbeiten des zurückliegenden Bachelorsemester Expertisen anfertigen, wie das unlösbar scheinende Problem doch gelöst werden könne. Durch gezielte Konditionierung in verschiedenen Feuchtekammerkonstruktionen und durch Goretex-Sandwich-Befeuchtung konnten die Urkunden wieder geöffnet und geglättet werden. Es gelang auch, die Schrift von besonders verschmorten Dokumenten mittels Durchlicht und Bandpassfilter-Reflektographie wieder lesbar zu machen, berichtete die FH.

Selbst die prachtvolle Illuminierung der an der Universität Bologna ausgestellten Promotionsurkunde des Sistus Tucher konnte gerettet werden. »Auch die Malschichten waren zwar geschrumpft, sie ließen sich jedoch sehr gut festigen und vermitteln nun wieder annähernd ihre ursprüngliche Pracht«, berichtete Fuchs. Am heutigen Montag konnten die ersten so bearbeiteten Originaldokumente wieder in restaurierter Form an das Nürnberger Archiv zurückgegeben. Mit dabei waren auch mehrere Mitglieder der Familie Tucher und der Familienstiftung. Das Nürnberger Stadtarchiv ist seit 1974 für die Betreuung des Tucher-Archivs zuständig. Allerdings wurde damit nur ein kleiner Teil der umfangreichen Sammlung bearbeitet. Nach Auskunft von Archivleiter Diefenbacher wurden nur zwölf der insgesamt rund 200 Stück restauriert.







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