17. 05. 2012
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Semesterbeginn in Köln: Die Kritik bleibt
Semesterbeginn an der Universität. Mit Beginn dieser Woche startete auch an der Kölner Universität das Wintersemester 2010/2011. Mehr als 4700 Studierende nehmen in diesen Tagen und Wochen ihr Studium an der zweitgrößten Hochschule des Landes Nordrhein-Westfalen auf. Die Gesamtzahl der Studierenden ist demnach leicht auf über 42.600 angestiegen. Universitäts-Prorektor Thomas Kaul, der die angehenden Akademiker am gestrigen Montag in der Aula der Universität begrüßte, verwies vor allem auf die vielen Beratungs- und Betreuungsmöglichkeiten. So wurden einige neue Stellen aus den Erträgen der Studienbeiträge geschaffen. Und auch bei der räumlichen Ausstattung tut sich etwas. Nachdem in der vergangenen Woche bereits auf dem Parkplatz hinter dem WiSo-Bau ein neuen Seminargebäude fertig gestellt wurde, wird in dieser Woche ein weiterer Neubau seiner Bestimmung übergeben. In dem neuen Seminargebäude zwischen der Zentralbibliothek und dem Hörsaalgebäude sollen bis zu 900 Studierende lernen und arbeiten können. Am Donnerstag wird das Gebäude dann offiziell eingeweiht.
Doch es gab zum Semesterbeginn auch wieder Kritik, vor allem vonseiten des Asta (Allgemeiner Studentenausschuss). So hatte die 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes Erschreckendes zutage gefördert. Fast drei Viertel (73 Prozent) aller Kölner Studierenden sind auf einen Nebenjob angewiesen. Im durchschnitt des Landes NRW sind es deutlich weniger (68 Prozent). Folgerichtig sind psychosoziale Probleme in Köln in deutlich höherem Maße vorhanden als an deren Universitätsstandorten. Auch das Risiko einer Depression ist in der Domstadt deutlich höher als in anderen Städten, all dies eine Konsequenz des größeren Leistungs- und Zeitdrucks. Darüber hinaus liegt der Anteil von Studierenden aus niedrigen sozialen Schichten in Köln mit 14 Prozent unter dem Niveau des Landes NRW (17 Prozent). In der Folge fühlen sich viele Studierende erschöpft und frustriert, wie auch die Plakatmotive des Asta zum Semesterbeginn gezeigt haben.
Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB hat sich zum Semesterbeginn zu Wort gemeldet. In einer eigenen Untersuchung haben die Gewerkschaften herausgefunden, dass Studierende eine klare Vorstellung davon haben, was ein gutes Studium ausmacht. Bereits im Juni dieses Jahres hatte der DGB auf seiner Campus Tour rund 800 Studierende befragt, die Ergebnisse wurden am gestrigen Montag an die neue Hochschulministerin Svenja Schulze überreicht. Demnach forderten die Befragten die Abschaffung der Studiengebühren sowie eine gerechtere Studienförderung im Rahmen des BAföG. "Wir begrüßen, dass Ministerin Schulze sich für den kostenfreien Zugang zu Bildung von der Kita bis zur Hochschule einsetzt. Die sozialen Barrieren im Bildungssystem müssen aufgehoben werden", so Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW. In der Befragung bemängelten die Studierenden überfüllte Seminarräume, zu wenig Studienplätze in bestimmten Fachrichtungen und mangelnde Qualifizierungen für das Lehrpersonal. Sie wünschen sich eine bessere Ausstattung der Hochschulen mit Lehrmitteln und Technik. Auch die Umstellung der Universitäten auf das Bachelor-/Mastersystem wird kritisch bewertet.

























