17. 05. 2012
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Uniklinik Köln: Neues Verfahren gegen Schwangerschaftsvergiftung
Die medizinischen Fachleute nennen es "Präeklampsie". Gemeint ist die so genannte Schwangerschaftsvergiftung, die für Mutter und Kind je nach Schwere lebensbedrohlich werden kann. In der Kölner Uniklinik ist es einem Team von Experten der Inneren Medizin und der Universitätsfrauenklinik nun erstmals gelungen, ein neues Therapieverfahren erfolgreich anzuwenden. Die Krankheit tritt in seinen unterschiedlichen Varianten bei rund fünf bis acht Prozent aller Frauen auf. Bei einer Präeklampsie leiden die Patientinnen unter erhöhtem Blutdruck ("Hypertonie") und Verlust von Eiweiß im Urin ("Proteinurie"). Zwar liegt die geschätzte Zahl der Todesfälle bei gerade einmal fünf Frauen pro Jahr. Allerdings müssen zwischen 15.000 und 20.000 Kinder vorzeitig aus dem Mutterleib entfernt werden, weil die Mutter diese Symptome zeigt. Bislang gab es keine wirksamen Behandlungsmethoden, um eine solche Schwangerschaftsvergiftung im Vorfeld zu behandeln.
Das Team unter Leitung der beiden Direktoren Prof. Thomas Benzing von der Klinik für Innere Medizin und Prof. Peter Mallmann von der Universitätsfrauenklinik arbeitete bei der Entwicklung der neuen Behandlungsmethode mit Spezialisten der Harvard Medical School in Boston zusammen. Die Medizinforscher fanden heraus, dass im Blut von Präeklampsie-Patientinnen ein verdächtiger Eiweißstoff vorhanden ist, das so genannte "sFlt1". Weist eine Schwangere einen besonders hohen Wert dieses Eiweißstoffes auf, ist ie Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung deutlich höher als bei Frauen mit normalen Werten. Mit einer neuen Form der Blutwäsche wurden in Köln nun erstmals zwei Patientinnen behandelt, das Verfahren entfernt den Risikostoff, ohne das Leben von Mutter und Kind zu gefährden. Je nach Schwangerschaftsalter der werdenden Mutter bedeutet ein Kaiserschnitt eine enorm hohe Wahrscheinlichkeit für Leib und Leben von Mutter und Kind.
Geradezu euphorisch zeigten sich die beiden leitenden Direktoren über den neuen Therapieansatz. "Zum ersten Mal sind wir dem Ziel, Patientinnen mit Präeklampsie eine effektive Therapie anbieten zu können, ganz nahe. Selbst wenn unsere Therapieform nicht dazu beiträgt, einen völlig normalen Schwangerschaftsverlauf zu erreichen, so kann das Kind trotzdem länger im Bauch bleiben", erklärte Frauenarzt Mallmann. "Das ist das Resultat einer konsequenten Spitzenforschung von Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen an der Universität Köln und der Harvard Universität", ergänzt sein Kollege von der Inneren, Benzing. Auch der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende der Uniklinik kommentierte das Ereignis hochzufrieden. "Das ist universitäre Forschung im besten Sinn", so Prof. Edgar Schömig abschließend.

























