600 Studierende und Entscheider suchen Antworten auf die Krise
09-03-2010 15:40:00
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| v.l.n.r.: Hans Mengler (OFW), Prof. Dr. Axel Freimuth, Jürgen Roters, Sebastian Heinen und Dustin Figge (beide OFW) bei der heutigen Pressekonferenz. Bild: Köln Nachrichten :: ClickBild=Vollbild |
Allerdings findet zu jenem Zeitpunkt in der französischen Stadt Cannes die diesjährige Ausgabe der Gewerbeimmobilienmesse Mipim statt, so dass Roters selbst nicht an der zweitägigen Veranstaltung auf dem Uni-Campus teilnehmen kann. „Leider“, wie er betonte. „Die Initiative für diesen Kongress geht nicht von uns, sondern von den Studierenden aus. Der besondere Reiz liegt darin, dass „Jung“ auf „Alt“ trifft. Zugleich realisieren die Studierenden das, was unser eigentliches Ziel ist: ein aktiver, eigenständig agierender akademischer Nachwuchs“, ergänzte Freimuth, der bereits mehrere Kongresse dieser Art als Rektor besuchen konnte. Internationale Wirtschaftsgrößen wie Microsoft-Chef Bill Gates oder der ehemalige SAP-Vorstandsvorsitzende Henning Kagermann waren bereits in Köln als Referenten dabei. Und auch in diesem Jahr haben sich wieder hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik angekündigt. Bundesbank-Chef Prof. Axel Weber, Metro-Chef Cordes sowie auch der amtierende Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle werden auf dem Kongress auftreten, wie die Organisatoren berichteten.
Studierende organisieren einen Wirtschaftskongress
Sebastian Heinen (22), Dustin Figge und Hans Mengler (beide 24) vom Organisationsteam haben zusammen mit rund 40 weiteren Organisatoren des Vereins Organisationsforum Wirtschaft e.V. OFW an der Vorbereitung der Veranstaltung gearbeitet. Trotz Krise haben sie es geschafft, den Gesamtetat von rund 700.000 Euro für die Veranstaltung einzusammeln. „Die fünf Mitglieder des Akquise-Teams haben insgesamt 400 Unternehmen angesprochen. Dabei haben wir die Krise an allen Ecken und Enden gemerkt“, beschrieb Co-Organisator Figge die Schwierigkeiten. Rund die Hälfte der 300 eingeladenen Studentinnen und Studenten kommen dabei aus dem Ausland. Wiederum die Hälfte der ausländischen Gäste nehmen sogar den Weg von außerhalb des europäischen Kontinents, um in Köln über die Zukunft von Wirtschaft zu diskutieren. „Crisis demands...“ (Krise verlangt...), so der vielsagende Titel der diesjährigen Veranstaltung. Für BWL-Student Heinen (4. Semester Bachelor-Studiengang) sind die Forderungen aus der Krise vielfältig und gehen weit über den eigenen Studienhorizont hinaus. „Die Krise fordert vor allem ein Umdenken und Handeln. Besonders stolz sind wir auf die Videobotschaft des Nobelpreisträgers Mohammed Yunus, der mit seiner Idee von Mikrokrediten einen Weg jenseits des Strebens nach Gewinnmaximierung aufgezeigt hat“, so Heinen. Sein Vorstandskollege Mengler, der die Unternehmensgäste betreuen wird, freut sich ebenfalls auf die bevorstehende Veranstaltung. „Mit dem Teilnahmebeitrag von 1000 Euro finanziert ein Unternehmensvertreter den Aufenthalt eines Studenten“, erklärte Mengler das Konzept. „Wir sind aber kein reiner Fachkongress, sondern sprechen vor allem die Managementebene der Unternehmen an“, betonte der 24-Jährige, der als einer der wenigen aus dem Orga-Team nicht an der Uni, sondern an der Rheinischen Fachhochschule RFH studiert. „Im vergangenen Jahr war ich allerdings mehr an der Uni als an meiner Hochschule“, räumte Mengler ein.
Für alle drei Vorstände geht mit dem Kongress ein ereignisreiches Jahr der Vorbereitung und der Mühen zu Ende. Auf die Frage, ob sie aus der zurückliegenden Arbeit als Vorstände des OFW e.V. Konsequenzen für ihre beruflichen Ziele gezogen haben, antworteten gleich zwei mit dem Wunsch nach Selbständigkeit bzw. eigenständiger Arbeit. „Viele aus dem Organisationsteam wollen nach dem Jahr etwas Eigenständiges auf die Beine stellen. Normales Arbeiten würde ein heftiges Umdenken notwendig machen“, bekannte Figge. Und auch sein Vorstandskollege Mengler bezeichnete die Vorbereitungszeit mit den vielfältigen Aufgaben als „prägend“ für seine persönlichen Berufswünsche in der Zukunft. „Das Jahr hat meine Einstellungen gravierend verändert“, so Mengler. Lediglich Heinen will sich vor seiner endgültigen Entscheidung noch ein wenig umsehen. Spaß gemacht hat es aber allen Beteiligten, ließen die Vorstände durchblicken. Zum Vorbereitungsprogramm gehörten unter anderem auch Begehungstermine durch die Örtlichkeiten bis hin zum persönlichen Gespräch mit einem Vorstandsvorsitzenden eines Großunternehmens. Und alle drei lobten die ausgesprochen konstruktive Zusammenarbeit mit der Universitätsleitung und den verschiedenen Dienststellen, insbesondere dem Amt für Wirtschaftsförderung und dem Amt des Oberbürgermeisters.
Der Kongress „World Business Dialogue“ findet am 17. und 18.März 2010 im Hörsaalgebäude der Kölner Universität statt. Anmeldungen nehmen die Organisatoren –sowohl von studentischer wie auch vonseiten interessierter Unternehmen – noch bis Ende dieser Woche an. In diesem Jahr findet der Kongress erstmals im einjährigen Turnus statt. Dank einer Kooperation mit dem Online-Studenten-Netzwerk studiVZ werden Teile des Kongresses live im Internet veröffentlicht. Weitere Informationen erhalten Sie darüber hinaus im Internet auf der Seite: www.world-business-dialogue.de.
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