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Hoher Besuch im Kölner Rathaus

13-03-2010 17:00:00

Prof. Munoz nach dem Eintrag ins Gästebuch der Stadt. Rechts: Franz Philippi, links neben ihm: Herbert Hüppe. Bild: Köln Nachrichten
Prof. Munoz nach dem Eintrag ins Gästebuch der Stadt. Rechts: Franz Philippi, links neben ihm: Herbert Hüppe. Bild: Köln Nachrichten :: ClickBild=Vollbild
Am heutigen Samstagvormittag kam der UN-Sonderberichterstatter Prof. Vernor Munoz Villalobos ins Kölner Rathaus. Empfangen wurde er in Vertretung des Kölner Oberbürgermeisters Jürgen Roters vom stellvertretenden Vorsitzenden des Kölner Schulausschusses Franz Philippi und der Kölner Schuldezernentin Dr. Agnes Klein. Anlass für den zweiten Besuch des hohen Gastes war ein zweitägiger Fachkongress des Vereins „mittendrin“, der bis zum morgigen Sonntag an der Kölner Universität das Thema „Gemeinsames Lernen“ von Kindern und Jugendlichen debattiert. Neben dem hohen Gast der Vereinten Nationen waren auch der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Herbert Hüppe sowie Vertreter des Veranstalters im Senatssaal des Kölner Rathauses. Munoz trug sich auf Einladung der Kölner Repräsentanten ins Gästebuch der Stadt Köln ein. „Die Umsetzung der UN-Konvention in nationales Recht könnte zügiger vonstatten gehen“, kritisierte Philippi in Anspielung auf die derzeitigen Verhandlungen der Kultusministerkonferenz (KMK). „Pädagogik sollte sich an den Stärken und nicht an den Schwächen der Schülerinnen und Schülern orientieren“, so das Plädoyer des Bildungsexperten für mehr Gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen. Zur kommenden Ratssitzung werden SPD und Grüne einen Antrag zur Abstimmung stellen, der die Erarbeitung eines so genannten Inklusionsplan vorsieht, so Philippi weiter.

In der Tat hinkt das deutsche Schulsystem der internationalen Entwicklung ein Stück weit hinterher. Gerade in den Ländern mit den besten Noten in der internationalen Vergleichsstudie PISA gehört der Gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen längst zur Regel. Munoz selbst stärkte den Befürwortern der Ausweitung des Gemeinsamen Unterrichts (GU) in seiner Ansprache den Rücken. „Ich habe große Freude, wenn ich mit Menschen zusammentreffe, die sich für Inklusion einsetzen. Sie haben in mir einen Freund“, so der hohe Gast der UN. Für den Behindertenbeauftragten der Bundesregierung Herbert Hüppe (CDU) liegt der Fehler in der Selektion. „Das ist ein Riesenproblem; ökonomisch und menschlich nicht vertretbar“, wird der Bundespolitiker gegenüber Köln Nachrichten deutlich. Dabei geht es Hüppe nicht darum, die Sonderpädagogik abzuschaffen, sondern im Sinne der Inklusion Menschen zusammenzuführen. Die Zahlen sprechen ohnehin ein klare Sprache. In den so genannten „GB-Schulen“ (Geistig-Behinderten-Schulen) hat sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler trotz gegenläufiger Prognosen seit 1996 um sage und schreibe 40 Prozent erhöht. „Hier werden Kinder ausselektiert“, kritisiert der CDU-Mann, der dafür auch in seiner eigenen Partei nicht immer Zuspruch findet. Dabei lernen Kinder im Gemeinsamen Unterricht ein Stück Normalität im Umgang mit Gleichaltrigen, eine wichtige Erfahrung für das weitere Leben, wie der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung abschließend findet.


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