21. 05. 2012
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200 Schulklassen schauen in den "Toten Winkel"
Im Jahr 2001 gab es eine Häufung von Unfällen zwischen Autofahrern und Fußgängern, die sich während des Abbiegevorgangs der Autofahrer im so genannten Toten Winkel befunden haben. Was der "Tote Winkel" ist und wie er sich auswirkt, dürften am gestrigen Montagmorgen rund 20 Schulkinder der vierten Klasse der Gemeinschaftsgrundschule Balthasarstraße auf dem Platz vor der Agneskirche erfahren. Ein Kastenwagen des ADAC, ausgestattet mit handelsüblichen Rückspiegeln stand dort, am rechten Rand des Fahrzeugs war eine dreieckige gelbe Plane ausgebreitet, auf der die Bezeichnung "Toter Winkel" stand. Sehr zur Freude der Zehn- und Elfjährigen dürfte sich jeder der Schülerinnen und Schüler einmal auf den Fahrersitz des Kleintransporters setzen, um selbst in besagten Toten Winkel zu schauen. Und siehe da, die jungen Fahrzeugführer sahen nichts oder nur sehr wenige ihrer Mitschüler, die sich auf der gelben Plane befanden.
Erfolgreichste Verkehrsschulung aller Zeiten
Mit dem Projekt, einer Gemeinschaftsaktion von Straßenverkehrsamt, Polizei und ADAC, wollen die Verantwortlichen auf die Gefahren hinweisen, mit denen vor allem unerfahrene junge Verkehrsteilnehmer konfrontiert werden. Immer wieder kommt es beim Rechtsabbiegen von Fahrzeugen zu gefährlichen Situationen. Beide Verkehrsteilnehmer haben, selbst wenn die Kreuzung durch Ampelanlagen geregelt wird, Grünes Licht. Und weil insbesondere junge Verkehrsteilnehmer darunter gefährdet sind, rät die Polizei zu defensivem Verhalten. "Die Kinder kommen mit der Komplexität der Verkehrsführung in Großstädten kaum zurecht", erklärte Kriminalhauptkommissar Volker Adolf. "Auf der einen Seite raten wir den Kinder die generelle Regel: Bei Grün kannst Du gehen, bei Rot bleibst Du stehen. In diesem Fall müssen wir die Regel einschränken", beschreibt Adolf das Dilemma. Kinder in den unteren Grundschulklassen können mit einer Unterrichtseinheit wie dieser ohnehin nichts anfangen, sie sind nach Ansicht der Verkehrsexperten noch nicht "verkehrsreif". Mit der Gesamtzahl von 200 Schulklassen sei dieses Projekt schon jetzt das erfolgreichste Verkehrsschulungsprojekt, meint Sabine Bongenberg. Sie wechselte sich mit ihren Kollegen von der Polizei ab. "Morgen sind vier Schulklassen an der Reihe", erklärte die Mitarbeiterin des Straßenverkehrsamtes abschließend.

























