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21. 05. 2012
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Gesamtschule Rodenkirchen: Neubau steht


16.12.2009 09:33 von:

Schlagwörter: Köln,Köln-Rodenkirchen,Umzug,Gesamtschule,Oberbürgermeister,PPP,Hochtief,Betrieb

Es ist eines der Schimpfwörter für Kritiker: PPP oder "public private partnership". In Köln-Rodenkirchen steht nun ein weiteres Beispiel einer solchen öffentlich-privaten Partnerschaft. Weil die Stadt den Sanierungsstau und Baubedarf an den städtischen Schulen nicht alleine und aus eigener Kraft abbauen kann, haben sich die Verantwortlichen Hilfe ins Boot geholt. Insgesamt elf Kölner Schulen wurden dabei im Rahmen von drei Ausschreibungsrunden an private Investoren vergeben. Dabei fungieren die privaten Partner als Dienstleister, die für den Betrieb der Immobilie und alle damit zusammenhängenden Fragen verantwortlich sind. Eigentümer aber bleibt die Kommune. Gegen einen vorher festgelegten Beitrag übernimmt der private Partner das Risiko der Bewirtschaftung und repariert die technischen Anlagen falls notwendig. Oder der private Partner baut das Schulgebäude direkt und komplett neu, im Auftrag der Stadt und mit der langfristigen Bewirtschaftung hinten an. So geschehen an der Gesamtschule Rodenkirchen. Hier steht seit inzwischen drei Wochen der Neubau des Schulgebäudes, der insgesamt rund 1200 Schülerinnen und Schülern Platz bietet. In den unteren Stufen läuft der Betrieb inzwischen fünf- bis sechszügig, davon zwei Klassen für den Gemeinsamen Unterricht (GU), wie Schulleiter Ralph Kuhn erläuterte. "Wir alle fühlen uns sehr wohl hier", bestätigte der Pädagoge.

Auch Stadt und PPP-Partner sind zufrieden. Mit der Fertigstellung des Gebäude habe man im Zeitplan gelegen, insgesamt 50 Millionen Euro soll der Neubau gekostet haben. Mit dem Neubau übernahm die Hochtief PPP Beteiligungs GmbH & Co. KG, eine Tochtergesellschaft des Essener Baukonzerns, zugleich auch für 25 Jahre den Betrieb der Immobilie. In dem ab 2007 geltenden Vertrag räumt die Stadt der Hochtief-Tochter zudem fünf weitere Jahre als Option ein. Stadtweit sollen nach einem Beschluss des Stadtrats insgesamt bis zu 40 Schulen in eine solche PPP überführt werden. Man wolle so den Sanierungsstau abbauen und zugleich das mühsame Sanieren und Bewirtschaften einem professionellen Partner überlassen. Das Essener Unternehmen ist dabei "Wiederholungstäter". Schon beim ersten "Expresspaket" im Jahr 2005 hat das Unternehmen den Zuschlag für den Betrieb von fünf maroden Schulen erhalten. Bis Mitte dieses Jahres müssen an den Schulgebäuden die vereinbarten Instandsetzungsarbeiten abgeschlossen sein. Auch hier wurde eine Laufzeit von 25 Jahren vereinbart, das Gesamtvolumen für Modernisierung, Instandsetzung und Bewirtschaftung liegt bei rund 125 Millionen Euro. Zwei weitere Pakete (Handwerkerpaket und drittes Ausschreibungspaket) sind ebenfalls abgeschlossen. Zusammen mit der Gesamtschule Rodenkirchen werden inzwischen zwölf Kölner Schulen im Rahmen einer PPP bewirtschaftet.

"Mein erster Eindruck des Gebäudes war der eines Hochschulstandorts", lobte Oberbürgermeister Jürgen Roters den Neubau. Der rechteckig angelegte zweigeschossige Schulneubau bietet unter anderem einen großen Innenhof, insgesamt 52 Klassenräume, sechs Mehrzweck-Gruppenräume sowie jeweils 13 Räume für Fachunterricht und Ganztagsbetrieb. Mit lichten Raumhöhen von über vier Metern und einer transparenten Architektur soll ein modernes Lernklima erzeugt werden. Eine Riesen-Sporthalle ist ebenso im Gebäude integriert wie ein großer Veranstaltungssaal, der nach Auskunft der Verantwortlichen auch den Bürgerinnen und Bürgern im Stadtviertel für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung stehen soll. Eine Schulbibliothek, eine Schulmensa mit einer Kapazität von 300 bis 400 Schülerinnen und Schüler, sowie ein mit Spielgeräten ausgestattetes Außengelände runden das Gesamtbild ab. Lediglich das Verbot Bilder an den Wänden aufzuhängen erweise sich als problematisch in der Praxis. "Die Kinder hängen die Ergebnisse ihrer Arbeiten gerne an den Wänden auf", beschrieb eine Lehrerin das Problem. Auch Schulleiter Kuhn wünscht sich noch etwas mehr Behaglichkeit für seine Schutzbefohlenen. So sollen in dem lichtdurchfluteten, aber kahlen Eingangsbereich Pflanzen aufgestellt werden.

Für die Stadt scheint sich die Partnerschaft zu rechnen. Wie der Leiter des städtischen Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft, Engelbert Rummel, betonte, war es vor allem die alte Heiztechnik, die eine Generalsanierung des alten Schulgebäudes unmöglich machte. Hier habe man sogar das Risiko auslagern können. Gleiches gilt für Verunstaltungen durch Vandalismus. In beiden Fällen ist der Betreiber gehalten, Mängel dieser Art sofort zu beseitigen. Außerdem erhält die Stadt mit dem Abriss des alten Schulgebäude die Chance, weitere Flächen zu vermarkten. So soll eine Teilfläche entwidmet und als Wohnbaugrundstücke vermarktet werden. Von den insgesamt 60.000 Quadratmeter Grundstücksfläche soll rund die Hälfte für den Wohnungsbau bereitgestellt werden. Die Umkleiden für die im benachbarten Süden geplante Bezirkssportanlage stehen ebenfalls bereits. Die Arbeiten für den weiteren Ausbau sind für Anfang 2010 geplant. Außerdem hält sich die Stadt ein 10.000 Quadratmeter großes Grundstück für einen weiteren Schulbau frei. Für Bernward Kulle, Mitglied des Vorstands der Hochtief Concessions AG, gehören solche Partnerschaften zum Tagesgeschäft. Bundesweit betreibt die Hochtief-Tochter bereits 91 Schulen. Und sogar das lokale und regionale Handwerk wurde beim Bau ausreichend berücksichtigt. Bei der Übernahme von größeren Arbeitspaketen durch Private – insbesondere durch Generalunternehmer – gab es immer wieder Beschwerden über die zu geringe Berücksichtigung des lokalen Mittelstands aus Bauwirtschaft und Handwerk. In Rodenkirchen wurden rund 60 Prozent der Auftragsarbeiten von lokalen oder regionalen Unternehmen durchgeführt, bestätigte Kulle abschließend.

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Hier finden Sie ein paar Bilder vom gestrigen Rundgang:

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