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21. 05. 2012
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Gesunde Lebenswelten für Kita, Schule und Freizeit


17.09.2009 18:40 von:

Schlagwörter: Köln,Rathaus,Gesundheit,Lebenswelt,Kindergarten,Jugendliche,Kinder,Stressregulat

Es kommt selten genug vor, dass sich Menschen im Spanischen Bau des Rathauses sportlich betätigen. Am heutigen Donnerstag war es soweit und das hatte einen guten Grund. Im ehrwürdigen Rathaus fand erstmals ein Fachkongress zum Thema "Gesundheit in Bewegung: Das Kölner Bündnis" statt. Über 200 Gäste, zumeist von den inzwischen über 30 Projektpartnern, waren dem Aufruf gefolgt. Neben der Präsentation der eigenen Angebote bot der Fachkongress darüber hinaus die Möglichkeit, sich in fünf Workshops am Nachmittag einen Überblick über den aktuellen Wissens- und Erkenntnisstand der verschiedenen Aspekte von Kindergesundheit zu verschaffen. Darüber hinaus nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich mit anderen Partnern dieses Projekt zu vernetzen.

Lob für die Arbeit der Initiatoren kam dabei von höchster Stelle. Die beiden Beigeordneten der Stadt Köln Dr. Agnes Klein (Schule und Sport) und Marlis Bredehorst (Soziales und Gesundheit) betonten dabei die Sinnhaftigkeit des gemeinsamen Vorgehens in diesem für die Gesellschaft so wichtigen Themengebiet. "Wir wollen das Thema noch stärker in die Bildungseinrichtungen tragen. Vor allem die Verbindung mit dem Kraftfeld Sport bietet neue Anknüpfungspunkte", bekannte Sport- und Schuldezernentin Klein. "Wir hatten bis vor kurzem keinen wirklichen Überblick über die unterschiedlichen Initiativen zu dieser Thematik in Köln. Das hat sich nun geändert", ergänzte Bredehorst. Waren es bislang eher Listen von unterschiedlichen Projekten, die sich jeweils individuell und punktuell mit der Förderung von Bewegung, gesunder Ernährung und Stressregulation beschäftigt haben, sollten mit dem vom Bundesgesundheitsministerium geförderten Projekt "Gesunde Lebenswelten" eine Zusammenführung und Bündelung der verschiedenen Ressourcen erfolgen.

In einem ersten Schritt wollen die Initiatoren nun die verschiedenen Module des Projekts an Kindertagesstätten und Hauptschulen der Stadt umsetzen. Mit der Realisierung sei man bereits ein gutes Stück vorangekommen, wie die Projektleiterin und Chefin des Vereins Lernende Region Köln e.V., Dr. Eike Quilling, bekräftigte. Mit dem Konzept von so genannten "Gesundheitsteams", bestehend aus Lehrern, Schülern und Eltern, sollen vor Ort Maßnahmen entwickelt werden, wie sich an den Bildungseinrichtungen mehr Bewegung und damit mehr (körperliche und seelische) gesundheit der Schutzbefohlenen realisieren lassen kann. Der jüngste Bericht der Stadtverwaltung zum Thema Kindergesundheit zeigt deutlich, dass der Bedarf an Maßnahmen wie dieser ungebrochen groß ist. Das Fatale dabei: Ausgerechnet die sozial Schwächeren wiesen in der jüngsten Statistik eine weitere Verschlechterung auf. Weil aber gerade diese Zielgruppen häufig deutlich schwieriger mit den herkömmlichen Kommunikationsmitteln zu erreichen sind, mussten sich die Verantwortlichen in Köln etwas einfallen lassen. Im Gegensatz zu den anderen zehn deutschen Städten, die in der letzten Runde des Bundesprogramms gefördert werden, entschlossen sich die Verantwortlichen für einen ganzheitlichen Ansatz. Ziel ist es, die nun auszuarbeitenden Qualitätskriterien für die Erzieher- und Lehrerausbildung auf die gesamte Bildungskette auszudehnen. Insofern bedeutet die zunächst vorgenommene Beschränkung auf Hauptschulen und Kindergärten einen ersten Schritt, dem weitere folgen sollen.

"Gesundheitsvorsorge bei den Kleinsten ist ein ganz zentraler Bereich für Prävention", erläuterte Sozialdezernentin Bredehorst. Nicht zuletzt die Erkenntnisse aus dem bereits erwähnten Bericht zur Kindergesundheit macht deutlich, dass eine Bündelung der vielfältigen Angebote in der Stadt ein absolutes Muss darstellt. Als "faszinierend" bezeichneten beide Beigeordneten dabei den so genannten "Setting"-Ansatz. Der Anglizismus bezeichnet dabei nichts anderes als die Lebenswelt, in der es gelingen kann, Kinder und Jugendliche auch aus sozial benachteiligten Schichten für Bewegung, gesunde Ernährung und damit auch für eine bessere Lernleistung zu motivieren. Und damit das auf zwei Jahre geförderte Projekt auch nachhaltig wirken kann, war es den Beteiligten ein unbedingtes Anliegen, bereits jetzt die Grundlagen für eine Fortführung nach dem Ende der Bundesförderung zu legen. So haben verschiedene Institute der Deutschen Sporthochschule (DSHS) die Evaluation, also die nachvollziehbare und messbare Bewertung der Maßnahmen übernommen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, so sieht es das Konzept vor, sollen dabei unmittelbar wieder in die pädagogische Praxis einfließen. Dort gemachte Erkenntnisse wiederum werden an die Wissenschaftler zurück gegeben, so dass im besten Falle am Ende dieses Prozesses ein gemeinsamer Qualitätsstandard steht.

"Wir sind mit der Ausarbeitung eines niedrigschwelligen Gütesiegels bereits ein ganzes Stück vorangekommen", beschrieb Quilling den derzeitigen Stand der Dinge. Wichtig war zudem, dass die bereits existierenden Programme und Qualifikation möglichst sinnvoll in den nun beschriebenen Ansatz für eine Weiterbildung des pädagogischen Fachpersonals eingearbeitet wird. So wird beispielsweise ein bestandener Lehrgang als Übungsleiter, wie er vom Landessportbund für das Projekt "Bewegungskindergärten" angeboten wird, im Rahmen des geplanten Gütesiegels ausdrücklich anerkannt, wie Quilling bestätigte. Nachdem im August vergangenen Jahres die Arbeiten an dem Projekt mit der ersten Bewerbungsphase des Bundesministeriums begannen, erhielt die Stadt im März dieses Jahres die Förderzusage des Bundes. Als eine von insgesamt elf Städten fließen der Stadt damit Bundesmittel in Höhe von einer halben Million Euro zu. Die Förderdauer endet folgerichtig Ende Februar 2011. Um auch darüber hinaus, das Netzwerk und die Akteure nachhaltig aktivieren zu können, kommt die Stadt bereits jetzt auf den vom Ministerium vorgeschriebenen Eigenanteil von 25 Prozent der Gesamtkosten. Und weil unter anderem auch gleich drei (gesetzliche) Krankenkassen sowie eine Stiftung an dem Projekt beteiligt sind, hoffen die Verantwortlichen auf ein Fortbestand des Netzwerks über den Stichtag 28. Februar 2011 hinaus.

Weitere Informationen zum Projekt "Gesunde Lebenswelten" finden Sie auf dem Kölner Bildungsserver unter der Internetadresse: www.bildung.koeln.de.







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