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21. 05. 2012
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Knapp ein Drittel der Vorschulkinder benötigt Sprachförderung


26.05.2011 22:35 von:

Schlagwörter: Köln,Sprachstand,Delfi,Sprachtest,2011,Mai,Sprachförderung,Vierjährige

Unter den rund 18.500 Vierjährigen in Köln gibt es weiterhin große Sprachdefizite. Ein knappes Drittel der Vorschulkinder, die im Rahmen des Kölner Bildungsmonitorings den Sprachtest Delfin 4 absolviert haben. Das Ergebnis: Fast jedes dritte Kindergartenkind in Köln kann sich nicht ausreichend in der deutschen Sprache ausdrücken, teilte die Stadtverwaltung am gestrigen Mittwoch mit. Die Kinder wurden in den Jahren 2009 und 2010 getestet. Als wesentliche Ursachen vermuten Bildungsexperten vor allem auch Kinderarmut und die sozialen Verhältnisse, in denen die Kinder aufwachsen müssen.

Das Schulamt in der Stadt Köln will mit dem Sprachtest die Kompetenz der Mädchen und Jungen vor dem Eintritt in die Schulzeit messen und so möglichst frühzeitig durch geeignete Fördermaßnahmen gegenzusteuern. Übergeordnetes Ziel der Messungen und der anschließenden Sprachfördermaßnahmen ist die Chancengleichheit in der Grundschule. Die Auswertung der Sprachstandserhebung der letzten beiden Jahre ist Teil des kommunalen Bildungsmonitorings, das derzeit im Rahmen des Programms "Lernen vor Ort" entwickelt wird. Hierbei wurde neben der Familiensprache auch der soziale und ökonomische Hintergrund der Kinder betrachtet. "Die Sprachstandserhebung zeigt sehr deutlich, dass nicht der Migrationshintergrund alleine für mangelnde Sprachkompetenz bei Kleinkindern verantwortlich ist. Vielmehr spielen hierbei die sozialen Verhältnisse eine wesentliche Rolle", so Bildungsdezernentin Dr. Agnes Klein.

Gerade im Elementarbereich ist die Stadt bereits vielfältig mit verschiedenen Sprachfördermaßnahmen unterwegs. Ziel müsse es sein, den Anteil der Kinder mit unzureichenden Sprachkenntnissen weiter zu reduzieren. Nur so kann beispielsweise auch die Integration von Kindern aus Familien mit Zuwanderungshintergrund wirksam vorangetrieben werden. Eine Fachveranstaltung soll darüber hinaus die interessierte Öffentlichkeit zu diesem Thema ansprechen. Die Sprachstandserhebung liefert überdies weitere wichtige Erkenntnisse weit über den Schulbereich hinaus. Sie belegt, dass bei rund der Hälfte der 2009 in Köln getesteten Kinder in der Familie nur Deutsch gesprochen wird. 22 Prozent der Kinder hingegen wachsen zweisprachig auf, während 17 Prozent zuhause mit Deutsch überhaupt nicht deutsch sprechen. In der Gruppe der zu fördernden Kindern sprechen rund 40 Prozent Deutsch nicht die Familiensprache. Aber auch in deutschsprachigen Familien können Sprachdefizite entstehen. So haben 21 Prozent aller deutschsprachigen Kinder und 29 Prozent der Kinder, die zweisprachig aufwachsen, Förderbedarf.

Kinderarmut als Risikofaktor für Mängel der Sprachkompetenz

Die Sprachstandserhebung haben auch in diesem Jahr wieder deutliche Unterschiede in den verschiedenen Stadtbezirken zu tage gebracht. Während im Stadtbezirk Lindenthal der Anteil der Kinder mit Sprachförderbedarf bei gerade mal zehn Prozent liegt, sind es in Kalk 40, in Chorweiler 39 Prozent. Das lässt den Schluss zu, dass frühe Sprachkompetenz häufig mit Kinderarmut und den damit einhergehenden schwierigen, sozialen Verhältnissen einher geht. Das korrespondiert auch mit den Zahlen und Statistiken der Hartz-IV-Empfänger. Ein schwieriges, soziales Umfeld begünstigt Sprachdefizite, so das Credo der Bildungsexperten. In neun der insgesamt 86 Kölner Stadtteile liegt die Quote der Kinder mit Sprachförderbedarf sogar bei mehr als 50 Prozent. Konsens herrscht inzwischen in Fragen der Förderung von Mehrsprachigkeit. "Um die Sprachkompetenz dieser Kinder zu fördern, soll das mehrsprachige Angebot in Kindertagesstätten und Grundschulen ausgebaut werden", stellte die Fachverwaltung klar. In Köln gibt es derzeit 19 bilinguale Kindertageseinrichtungen, die neben deutsch und englisch auch französisch, spanisch, italienisch und russisch anbieten. Seit November vergangenen Jahres kommt ein weiteres Angebot in türkischer und russischer Sprache hinzu. Im Sommer 2012 soll sich dann entschieden, ob dieses Angebot ausgeweitet werden soll.

Weitere Informationen zum Programm "Lernen vor Ort" finden Sie auch im Internet unter: www.stadt-koeln.de.







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