21. 05. 2012
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Maßnahmenpaket für doppelten Abi-Jahrgang verabschiedet
Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat am heutigen Mittwoch ein weiteres Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht. Wie das zuständige Landesministerium für Schule und Weiterbildung erklärte, soll damit der erwartete Ansturm aufgrund des doppelten Abitur-Jahrgangs aufgefangen werden. Man wolle die Zukunftsperspektiven der betroffenen Schülerinnen und Schüler verbessern, hieß es dazu aus dem Ministerium. Enthalten sind Maßnahmen in den Bereichen Schule, Hochschule, Berufsausbildung und Freiwilligendienst. "Wir freuen uns auf die jungen Menschen. Sie alle sind willkommen. Unser Land steht vor einer gewaltigen Aufgabe, aber es ist gut gerüstet für den Doppeljahrgang. Alle jungen Menschen, die studieren können und wollen, müssen auch die Chance dazu bekommen", erklärte die Wissenschaftsministerin des Landes, Svenja Schulze.
2013 werden an den nordrhein-westfälischen Gymnasien gleichzeitig zwei Abiturjahrgänge die Allgemeine Hochschulreife erwerben: der erste Schülerjahrgang, der nach zwölf, und der letzte, der nach 13 Schuljahren Abitur macht. Nach aktuellen Prognosen für 2013 werden in NRW etwa 179.000 Studienberechtigte mit Fachhochschulreife und Hochschulreife erwartet, das entspricht einer (einmaligen) Steigerung von rund 50.000. Die Hochschulen des Landes erwarten für das gleiche Jahr rund 111.000 Studienbeginner, ein Anstieg von rund 19.000 gegenüber den Prognosezahlen für 2012. Bis 2020 will das Land aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge in der Folge weitere rund zehn Milliarden Euro investieren. Gefördert werden zusätzliches Personal für Lehre und Betreuung, die Anmietung und der Bau weiterer Gebäude, der Ausbau der studentischen Versorgungseinrichtungen, wie Mensen und Wohnheime und die Erweiterung der Ausstattung vom Bibliotheken und Laboren. Allein im Hochschulpakt II werden 1,8 Milliarden Euro von Bund und Land bereitgestellt. Hinzu kommt der Ausbau der Fachhochschulen gerade für naturwissenschaftliche und technische Fächer, das Hochschulmodernisierungsprogramm und die Erweiterung der Studienplätze in der Medizin. "Dass der Bund die Wehrpflicht abgeschafft hat, macht die Lage für uns nicht leichter. Hierfür stellt das Land vorab weitere 33 Millionen Euro zur Verfügung, um Kapazitäten zu schaffen", so Schulze.
Auch an den Schulen selbst soll das Informations- und Unterstützungsangebot weiter ausgebaut werden. Schon jetzt lassen sich auf dem Bildungsportal der Landesregierung umfassende Information zum doppelten Abiturjahrgang einsehen. Noch in der Oberstufe wolle man die Situation durch individuelle Beratungsangebote entschärfen. "Die Abiturientinnen und Abiturienten des Doppeljahrgangs sollen die gleichen Zukunftschancen haben wie die Jahrgänge zuvor", stellte Landesschulministerin Sylvia Löhrmann klar. Die Zahl der zusätzlichen Bewerberinnen und Bewerber für die duale Berufsausbildung schätzt die Landesregierung mit 10.000 bis 11.000 ein. Allerdings wird dies aus Sicht der Landesregierung nicht zu einem wesentlichen Verdrängungseffekt gegenüber den Schulabgängerinnen und Abgängern anderer Schulformen führen. Landesarbeitsminister Guntram Schneider geht nach derzeitigem Wissensstand davon aus, dass dies ohne zusätzliche Kompensationsmaßnahmen zu stemmen ist. Hier müsse die Wirtschaft und das Handwerk mit zusätzlichen Ausbildungsplätzen reagieren, deutete Schneider an.

























