21. 05. 2012
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Neue Stiftung will Grundgesetz für alle Schulabgänger
In anderen Ländern gehört es zur Standard-Verabschiedung, in Deutschland ist es das Ziel. Die 2006 gegründete Stiftung Euroland20-21 aus Nordfriesland hat sich zum Ziel gesetzt, jedem Schulabgänger nach seinem Ausscheiden aus den Schuleinrichtungen ein Exemplar des Deutschen Grundgesetzes mit an die Hand zu geben. Dazu sind allerdings erhebliche Anstrengungen notwendig. So produziert die Bundeszentrale für Politische Bildung in Berlin zwar bereits 200.000 Exemplare pro Jahr, die zumeist kostenfrei abgegeben werden. Will die Stiftung jedoch ihr Ziel erreichen, sind rund 800.000 Exemplare pro Jahr notwendig. Die Tatsache, dass mindestens drei Viertel aller Schulabgänger ohne genauere Kenntnisse des Grundgesetzes die Schule verlassen, nannten die Initiatoren der Aktion "erschreckend". Auch Experten gehen bei ihren Schätzungen und dem Vergleich mit den Verkaufszahlen davon aus, dass drei Viertel der Bevölkerung kein Grundgesetz im Hause bzw. in ihrer Wohnung haben.
Die Stiftung will erreichen, dass möglichst alle Bürger, zumindest mit Teilen ihrer Verfassung, vertraut sind. Daher hängten die Gründer an den Namen auch den Hinweis auf die Artikel 20 und 21 an, mit denen die Grundrechte und die wesentlichen Merkmale wie Demokratie, Recht-, Sozial- und Bundesstaat geschützt und die politische Willensbildung über die Parteien verankert sind. Bereits jetzt wird jede Schule aus Stiftungsmitteln mit sieben Exemplaren des Grundgesetzes sowie einem Kommentar als Grundausstattung. Darüber hinaus erhalten die Bildungseinrichtungen eine DVD mit dem Trickfilm "Animal Farm". Die Version orientiert sich an der Originalfassung, die zwischen 1951 und 1954 entstand, die Nutzungsrechte seien dabei abgeklärt, hieß es. Der Film, der auf dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers George Orwell basiert, macht auf die Problematik aufmerksam, dass einige Tiere der "Animal Farm" gleicher sind als andere. Er zeigt damit beispielhaft, "wie leichtfertig Grundrechte auch von Regierenden aufs Spiel gesetzt werden können", erläuterte Stiftungsvorstand Jens-Olaf Lorenzen, ein 60-jähriger Immobilienmakler aus Norddeutschland. Er wünscht sich, dass jeder Bundesbürger ein Grundgesetz in den eigenen vier Wänden hat und – noch wichtiger – "gelegentlich darin liest".

























