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21. 05. 2012
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Roters fordert ausreichende Finanzierung der U3-Betreuung


22.07.2010 23:22 von:

Schlagwörter: Köln,Bund,Roters,Fernsehinterview,Ausstattung,Finanzen,Unterdreijährige,Versorgu

Von dem ehrgeizigen Ziel einer 40-prozentigen Betreuungsquote für Unterdreijährige ist die Stadt bereits abgerückt. Nun drohen einer Meldung der kommunalen Spitzenverbände zufolge weitere Lücken bei der Finanzierung des notwendigen Ausbau der Betreuungsplätze. Hintergrund ist die gesetzliche Verpflichtung, bis zum Jahr 2013 flächendeckend ausreichend "Krippenplätze" zur Verfügung zu stellen. Landesweit sei dazu eine Betreuungsquote von 35 bis 38 Prozent notwendig, meint zumindest Bundesfamilienministerin Christina Schröder. Allerdings weisen vor allem die westdeutschen Flächenländer darauf hin, dass dies schwierig werden könne. Diese Kritik wiederholte auch Roters in seinem Interview. So sei die Stadt Köln mit einer aktuellen Versorgungsquote von 23 Prozent zwar in Nordrheon-Westfalen mit an der Spitze. Allerdings erhält Köln keine ausreichende und vor allem kostendeckende Finanzierung vonseiten des Bundes, kritisierte Roters. Die Ausführungen der Ministerin sind daher ausgesprochen optimistisch. "Ich kann nur feststellen, dass hier der Wunsch Vater des Gedankens ist. Weder die Wünsche der Eltern noch die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen werden überhaupt zur Kenntnis genommen", so Roters weiter.

So stehen in Köln derzeit alleine rund 4100 Kinder unter drei Jahren auf der Warteliste. 6450 Kinder haben derzeit einen Betreuungsplatz, 28.000 Kinder in diesem Alter gebe es derzeit in Köln. Nach einem Forsa-Gutachten könnte der Bedarf gerade in großstädtischen Ballungsräumen deutlich größer sein. Die Experten hatten in ihrer Studie eine Versorgungsquote von bis zu 75 Prozent ermittelt. Für die Stadt Köln würde das einen Ausbau auf 20.000 Betreuungsplätze bedeuten, bei gleichzeitig steigender Kinderzahl insgesamt. Um das eigene Zwischenziel von 40 Prozent Versorgungsquote bis 2013 zu erreichen, seien zusätzliche 77 Millionen Euro notwendig. Derzeit kann Köln allerdings nur 54,3 Millionen Euro für das Minimalziel von 9700 U3-Plätzen aufbringen. Insgesamt fordern die Kommunen eine "massiv andere Finanzausstattung". Roters wiederholte dabei eine Forderung, die er bereits im Zuge der Haushaltskrise eingebracht hatte. Für einen Zeitraum von drei Jahren sollten die Zahlungen der Kommunen in den so genannten Solidarpakt II ausgesetzt werden. Das würde eine Entlastung in Höhe von rund 70 Millionen Euro pro Jahr bedeuten.

Neben den Ausbaukosten müsse auch massiv zusätzliches Personal eingestellt werden. Um die Vorgaben an einen bedarfsgerechten Betreuungsschlüssel erfüllen zu können, rechnet Roters mit 560 zusätzlichen Erzieherinnen und Erziehern. Zumindest in Sachen Ausbildung hat die Stadt nach den Worten ihres ersten Bürgers bereits entsprechend reagiert. In diesem Jahr richtete die Verwaltung 100 zusätzliche Ausbildungsplätze ein. Eher hausgemacht erscheinen da die Probleme im Bereich der Tagespflege. Erst nachdem die Stadtverwaltung zwei zusätzliche Stellen im Jugendamt eingerichtet hat, können nun neue Tagesmütter und –väter für die Betreuung des Nachwuchses zertifiziert werden (Köln Nachrichten berichtete). In den vergangenen Sitzungen des Jugendhilfeausschusses musste die Verwaltung allerdings einräumen, dass man beim Ausbau dieser Betreuungsart deutlich hinter den eigenen Planungen hinterher hinke. Rund ein Fünftel der Betreuungsplätze für Unterdreijährige soll durch Tagesmütter und –väter übernommen werden.







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