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21. 05. 2012
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Schulertüchtigung liegt im Zeitplan


23.08.2010 12:25 von:

Schlagwörter: Köln,Schulbau,Investition,2010,Konjunkturprogramm,Ganztagsbetrieb,Turnhalle,Toil

Konjunkturprogramm, Ganztag an weiterführenden Schulen und das Toilettenprogramm. Die Stadt Köln hat sich auch für dieses Jahr wieder eine Menge vorgenommen. Insgesamt sollen 2010 bis Jahresende rund 150 Millionen Euro in die Ertüchtigung der städtischen Bildungseinrichtungen investiert werden. Im vergangenen Jahr waren es mit 170 Millionen Euro sogar noch etwas mehr. In den vergangenen acht Jahren waren es mehr als 800 Millionen Euro. Dass hinter diesen gewaltigen Zahlen auch eine nachhaltige Verbesserung der räumlichen Bedingungen für den Nachwuchs verbunden ist, darüber konnten sich die beteiligten der heutigen Rollenden Pressekonferenz vor Ort einen Eindruck verschaffen. "Vor einigen Jahren hatten wir einen erheblichen Investitionsstau. Heute wissen wir, dass wir umdenken müssen", erläuterte Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters den Paradigmenwechsel. Was unter seinem Amtsvorgänger Fritz Schramma begann, wird auch unter seiner Ägide konsequent fortgesetzt, versicherte das Kölner Stadtoberhaupt. Die Erfolge dieses verstärkten Engagements sind bereits sichtbar. Etwas mehr als die Hälfte der insgesamt 286 Schulstandorte sind bereits erweitert, generalsaniert oder modernisiert und weitere sollen folgen. "Nachdem wir das Ausbauprogramm für den Offenen Ganztag an Grundschulen abgeschlossen haben, folgt nun der Ausbau zum Ganztagsbetrieb an den weiterführenden Schulen", ergänzte Schuldezernentin Dr. Agnes Klein.

Das bedeutet viel Arbeit für den Leiter des städtischen Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft, Engelbert Rummel, und sein Team. Neben dem notwendigen Um- und Neubau von Schulgebäuden hat der Stadtrat überdies ein weiteres Sanierungsprogramm mit Geldern und einem Arbeitsauftrag ausgestattet. Für kalkulierte 16,4 Millionen Euro sollen an zahlreichen Schulen die Toilettenanlagen erneuert und modernisiert werden. Eine wichtiger Aspekt ist dabei der behindertengerechte Zugang nicht nur zu den sanitären Anlagen, sondern auch zu den Gebäuden generell. So wird in absehbarer Zeit die Zahl der so genannten integrativen Schulplätze deutlich erhöht werden, wie Schuldezernentin Klein erläuterte. Erst kürzlich hatte der Stadtrat und die maßgeblichen Ausschüsse über einen Inklusionsplan beraten. Das entspricht auch dem erklärten Willen der neuen Landesregierung. Und so sollen die etwas mehr als 50 Millionen Euro, die die Bundesregierung mit ihrem zweiten Konjunkturprogramm den Kommunen für energetische Sanierungsmaßnahmen an Schul- und Kindergartengebäuden zur Verfügung stellt, auch möglichst effizient eingesetzt werden. "Wir werden auch nach Abschluss der Maßnahmen im Rahmen des Konjunkturpakets weiter sanieren. Das ist ein Grundpaket für die Generalsanierung. Darum haben wir uns mit der Auswahl auch Zeit gelassen", erläuterte Rummel die Planungen seiner Behörde.

"Rund die Hälfte aller Schulgebäude stehen unter Denkmalschutz", beschrieb Roters eine der Herausforderungen der verschiedenen Ausbauprogramme. Tatsächlich wird eine Sanierung im Bestand in der Regel deutlich teurer, wenn Aspekte des Denkmalschutzes beachtet werden müssen, erklärte das Stadtoberhaupt weiter. Bei einigen Gebäuden besteht zudem das Recht der Urheber am Erhalt. Als Beispiel dafür diente am heutigen Montag der Besuch auf der Baustelle der Gemeinschaftsgrundschule Geilenkirchener Straße im Kölner Stadtteil Braunsfeld. Das 1963 errichtete Ensemble wird seit Mai dieses Jahres saniert und energetisch ertüchtigt. Die in die Jahre gekommenen Fenster wurden bereits ausgetauscht, eine neue Photovoltaikanlage ist installiert und am gesamten Gebäude wurden – gefördert durch Bundesmittel – umfangreiche Dämmmaßnahmen umgesetzt. Eine Woche vor Beginn des neuen Schuljahres muss nun das gesamte Ensemble so weit bearbeitet werden, dass der Schulbetrieb losgehen kann. Eine besondere Schwierigkeit stellt die Sanierung der Waschbetonfassade dar, wie Architekt Kögeler vom Kölner Architekturbüro römer partner erläuterte. Schließlich wurde mit den Erben des Urhebers verabredet, den Dreiklang der unterschiedlichen Fassadenmaterialien zu erhalten. Die Maßnahme ist allerdings noch weit von der Fertigstellung entfernt. Schulleiterin Meyer-Epperlein hofft, dass dies bis zum Ende des laufenden Schuljahres abgeschlossen ist. Der größte Teil der Sanierungsmaßnahmen (2,1 von 2,5 Millionen Euro) stammt dabei aus Bundesmitteln", wie Rummel erläuterte.

Auch am Dreikönigs-Gymnasien an der Escher Straße im Stadtteil Bilderstöckchen sind die Handwerker im vollen Einsatz. Hier soll bis Februar kommenden Jahres die Dreifach-Turnhalle komplett entfernt und erneuert werden. Weil dieses Gebäudeteil ebenfalls schon etwas älter ist, lohnt sich die energetische Sanierung hier besonders, so Rummel. So werden nicht nur die Außenwände neu isoliert, die Fenster ausgetauscht und die Heizungsanlage komplett neu montiert. Zugleich sollen auch die Zugänge barrierefrei, die kompletten sanitären Anlagen und Umkleideräume saniert und auf speziellen Wunsch der Schulkonferenz eine direkte überdachte Verbindung zum Hauptgebäude angelegt werden. Insgesamt werden hier rund 3,2 Millionen Euro investiert und auch hier stammt der überwiegende Teil der Finanzmittel aus dem Bundesprogramm. Dass der Umbau nicht frei von Schwierigkeiten ist, der nicht in der Verantwortung der Stadt liegt, erklärte Rummel anhand der Gewerke. "Die Sportbodenbauer lassen uns in regelmäßigen Abständen im Stich", so das Beispiel des städtischen Sanierungsexperten. Hinzu kommen aber auch die Anforderungen eines sich stetig verschärfenden Brandschutzes. Insgesamt versprechen sich die Verantwortlichen aber nicht nur eine Verbesserung der schulischen Situation. Viele Schulturnhallen werden in den Nachmittagsstunden auch von Vereinen benutzt. Der Umbau und die Sanierung soll auch hier für eine nachhaltige Verbesserung der Rahmenbedingungen sorgen, so die Verantwortlichen.

Abgeschlossen ist hingegen die Komplettsanierung von vier Schultoiletten im Königin-Luise-Gymnasium an der Alten Wallgasse in der Kölner Innenstadt. Für insgesamt 16,4 Millionen Euro lässt die Stadt derzeit die Situation der Schultoiletten an den besonders betroffenen Standorten verbessern. Neben dem Austausch der alten Materialien, viele befanden sich seit Jahren in einem verdreckten und unhygienischen Zustand, dachte man auch hier an die Barrierefreiheit. Auch wenn, wie im Fall der Alten Wallgasse, das Gebäude selbst nicht durchgehend rollstuhlgeeignet ist. Der Stadtrat hatte jedoch in seinem Beschluss eine weitere Auflage gemacht. Damit nicht nach wenigen Jahren die Anlagen wieder verwahrlost sind, mussten die Schulen in Abstimmung mit der Gebäudewirtschaft selbst die Nachhaltigkeit garantieren. Im Falle der Königin-Luise-Schule bedeutete dies die Einstellung einer "Toilettenfrau". So waren beim heutigen Besuch die sanitären Anlagen in einem hervorragenden Zustand. "Restaurant-Standard", wie Schulleiter Boddenburg stolz berichtete. Bezahlt wird die zusätzliche Stelle durch Elternbeiträge und einen Zuschuss des Fördervereins, wie der Leiter der Schule erklärte. Das Beispiel eignet sich aus Sicht der Stadt aber noch aus einem anderen Grund. Im Gegensatz zur ursprünglichen Kalkulation kamen die Verantwortlichen auf Gesamtkosten von insgesamt 470.000 Euro. Ursprünglich waren für diese Maßnahme 200.000 Euro mehr vorgesehen, so Rummel abschließend.







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