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21. 05. 2012
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Tag der Jugend im Rathaus feiert runden Geburtstag


01.12.2010 17:00 von:

Schlagwörter: Köln,2010,Tag der Jugend,Rathaus,Dezember,Spanischer Bau,Fraktion,Ratssitzung

Aachener Weiher, sichere Schulwege und ein schönerer Schulhof an einer Kölner Hauptschule. Die Themen, mit denen sich die drei Schulklassen zum heutigen Tag der Jugend im Rathaus, beschäftigten, sind hochaktuell und werden auch in der richtigen Kommunalpolitik heftig diskutiert. Was jedoch bei den 15- bis 17-Jährigen völlig fehlte, waren die bisweilen negativ eingestuften Aspekte wie Fraktionszwang oder ideologische Verbohrtheit. So wurden Änderungsanträge in Prüfaufträge umgewandelt, Nachfragen gestellt und in kurzen Sitzungsunterbrechungen die "fraktionsinterne" Meinungsbildung forciert. Wie im richtigen Leben halt. Anfängliche Unsicherheiten, ob auch die Rathausschule der Stadt Köln dem Sparzwang zum Opfer fallen soll, wurden mit dem Beschluss über den Doppelhaushalt 2010/2011 endgültig zur Seite gelegt. Die Förderung von Partizipation von Kindern und Jugendlichen an der Kommunalpolitik hat eine Zukunft und das ist gut so.

"Unsere ganze Klasse ist politisch sehr interessiert", bekannte Martin Kruse, Sprecher der Fraktion KSUP ("Kölner Schüler Umwelt Partei) des Georg Büchner-Gymnasiums in Köln-Weiden. Seine Fraktion war in der heutigen Sitzung besonders erfolgreich bei der Einbringung in die politische Debatte. Nicht nur, dass die Gymnasiasten ihren eigenen Antrag zur Umfeldverschönerung des Aachener Weihers fast ohne Änderungen durchgesetzt bekamen, sie intervenierten auch bei den Anträgen der anderen beiden Fraktion mehr oder weniger erfolgreich. Lediglich beim Prüfauftrag zur Verschönerung der Schulhöfe erzielte die KSUP mit ihrer Fraktionsmeinung keine Mehrheit. "Ein ansprechend und anregend gestalteter Schulhof ist wichtig für das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler", erläuterte Fraktionssprecherin Alicia Ayenso-Lopez von der Katholischen Hauptschule Großer Griechenmarkt. Sogar die Verwaltung hält das vorgelegte Konzept der Schülerfraktion für begrüßenswert. Jugend- und Schuldezernentin Dr. Agnes Klein hält die geforderte Summe von etwas mehr als einer Million Euro sogar für zu niedrig bemessen, immerhin hat der Stadtrat vor Jahresfrist ein 21 Millionen Euro schweres Programm zur Sanierung von Schultoiletten auf die Schiene gebracht. Der dritte Antrag beschäftigte sich mit dem leidigen Thema "sichere Schulwege". Der Antrag, der die Einrichtung verkehrsberuhigender Maßnahmen vorschlägt, wurde indes ebenfalls in einen Prüfauftrag umgewandelt. Das Anliegen selbst, durch eine Mischfinanzierung von privatem Geld und staatlichem Zuschuss sollten die Baumaßnahmen finanziert werden. Auch das wurde als Anregung von Politik und Verwaltung aufgenommen.

Lob von den Profis für den Nachwuchs

Auch in diesem Jahr hatten die Ratspolitiker und Verwaltungsfachleute, die als "Berater" der Fraktionen im Hintergrund wirkten bzw. im Ausschuss für die Verwaltung Fakten in die Debatte einwarfen, zollten dem Nachwuchs hohes Lob. "ich bin jetzt sechs Jahre dabei und ich muss Euch auch in diesem Jahr ein Riesen-Kompliment machen", so Henk van Benthem, Mitglied der CDU-Fraktion im Kölner Stadtrat und Betreuer der Lisa-Meitner-.Gesamtschule aus Köln-Porz. Stadtrat Horst Thelen ging in seiner Abschlussbemerkung sogar noch einen Schritt weiter. "Wir sollten noch mehr Schulen die Gelegenheit geben, sich in die Gestaltung ihrer eigenen Umwelt einbringen zu können", so der Grünen-Politiker. "Wir werden einige Themen auf die Agenda unserer Fraktion setzen", versicherte FDP-Stadträtin Sylvia Laufenberg. Und auch für die SPD und ihren Vertreter war die Sitzung eine echte Bereicherung. "Lasst Euch von Euren Zielen nicht abbringen, wenn ihr davon überzeugt seid", appellierte David Krahnenfeld von der Kölner SPD. Und wie im richtigen Leben hielten sich auch die "fiktiven" Politiker nicht an den Zeitplan. Immerhin überzogen die Schülerinnen und Schüler das selbst gesetzte Zeitlimit nur um eine Viertelstunde. Das kann im richtigen Leben im Stadtrat schon einmal länger dauern.

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