21. 05. 2012
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TDAB widerlegt Argumente der Ausbaugegner
Ausgerechnet die Kölner Sozialdemokraten wollen sich mit aller Macht gegen den weiteren Ausbau des deutsch-türkischen Gymnasiums Dialog aussprechen. Bereits in den zurückliegenden Tagen war das Thema in verschiedenen Ausschüssen Gegenstand von Debatten. Dabei geht es im Kern um ein Grundstück an der Arnsberger Straße, dass im Zuge der geplanten Erweiterung des privaten Gymnasiums der Schule zugeschlagen werden soll. In ihrem Antrag an den Stadtrat wendet sich die SPD-Fraktion nun gegen dieses Ansinnen. Stattdessen fordern die Sozialdemokraten einen sofortigen Planungsstopp gegen das Vorhaben. "Dieser Ratsantrag richtet sich gegen das Anliegen des Gymnasiums Dialog bzw. des Trägervereins Türkisch-Deutscher-Akademischer Bund e.V., am Standort Arnsberger Straße die zwei bislang getrennten Schulstandorte zusammenzuführen", hieß es dazu in einer am heutigen Mittwoch veröffentlichten Presseerklärung des TDAB.
Das Hauptargument der Ausbaugegner allerdings wollten die Verantwortlichen des Trägervereins nicht gelten lassen. Sie monierten einen unzureichenden Kenntnisstand seitens der Ausbaugegner. So kritisierte die SPD wiederholt, dass der Ausbau des privaten Gymnasium einen negativen Einfluss auf die gesamte Bildungslandschaft vor Ort habe. Vor allem das städtische Gymnasium Genovevastraße klage bereits seit Jahren über sinkende Anmeldezahlen. Allerdings scheinen die Sozialdemokraten in dieser Angelegenheit keine Mehrheit im Stadtrat zu bekommen. Neben dem Integrationsrat votierte auch der Schul- und der Stadtentwicklungsausschuss (Stea) mehrheitlich für die Umwidmung der ehemaligen Parkfläche zugunsten der Privatschule. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Äußerung des Integrationsratsmitglieds Turan Özcücük. Der hatte in einem Redebeitrag beklagt, dass der Trägerverein eine Deckorganisation von konservativen türkischen Kräften sei, die sich aus dubiosen Quellen islamischer Art speisen. Beweise oder Namen nannte der Integrationspolitiker allerdings nicht. Insbesondere Vertreter der konservativen Parteien reagierten damals empört über die ihrer Meinung nach haltlosen Vorwürfe.
Auch gegenüber der eigentlichen Kritik äußerten die Dialog-Verantwortlichen nur Unverständnis. Zwar gebe es für ein zusätzliches Gymnasium kaum Bedarf, eher gebe es freie Kapazitäten an den umliegenden Gymnasien Genovevastraße und Hölderlin-Gymnasium. Allerdings – und hier weicht die Argumentation der Dialogverantwortlichen von der ihrer Gegner ab – stammt nur ein Bruchteil der neu angemeldeten Schüler aus dem Stadtbezirk. Der überwiegende Teil hingegen komme aus dem gesamten restlichen Stadtgebiet Köln. Derzeit besuchen 156 Schülerinnen und Schüler die Privatschule. Das Gymnasium startete in der Schulzeit 2007/2008 mit dem ersten Jahrgang von 37 Schülerinnen und Schülern. Das Gymnasium hat eine Kapazität von zwei Zügen und soll im Zuge des weiteren Ausbaus auf drei Züge erweitert werden. Den Ausbau begründen die Verantwortlichen des Trägervereins mit der großen Nachfrage. Bereits für das kommende Schuljahr haben sich nach Auskunft der Verantwortlichen rund 80 Schülerinnen und Schüler vorangemeldet, 63 nahmen an den Schuleingangstests teil. Angesichts der derzeitigen Kapazitätsgrenzen mussten bereits Schülerinnen und Schüler an andere weiterführende Schulen im Umfeld verwiesen werden. Allerdings gingen die Zahlen am benachbarten Genoveva-Gymnasium bereits seit längerer Zeit zurück. Das kann aber demnach nicht mit der 2007 neu eingerichteten Privatschule zu tun haben, so der Trägerverein abschließend.

























