21. 05. 2012
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Theaterprojekt auf Kölner Fußgängerzone
Schauplatz Breite Straße: Zwischen Karstadt-Warenhaus und dem Dumont-Karree schauten nicht wenige Passanten etwas verdutzt in die Runde, als sie Zeugen einer Theateraufführung der besonderen Art wurden. Kinder und Jugendliche der achten und neunten Klasse von drei Schulen aus der Region führten ein selbst geschriebenes und inszeniertes Theaterstück auf und bezogen dabei auch die vorbeischlenderten Passanten mit ein. Unter den Regiebefehlen einer extra dafür engagierten Theaterpädagogin führten die Beteiligten dabei verschiedene Szenen auf. Dabei interagierten sie mit den Passanten, indem sie beispielsweise aufgefordert wurden, sich eine bestimmte Person auf der Straße auszusuchen und sie zu beobachten. Insgesamt machte rund ein Dutzend Schüler im Alter von 14 und 15 Jahren an der Inszenierung mit, drei ältere Schülerinnen und Schüler fungierten als "Mentoren" und unterstützten die Laiendarsteller.
Die öffentliche Inszenierung ist Teil des UNESCO-Projekts, mit dem die drei Projektschulen in diesem Jahr gemeinsam an dem Leitthema "Respekt" arbeiten wollen. Aus Köln ist das Hansa-Gymnasium Projektpartner. Bereits Anfang Februar dieses Jahres führte das Gymnasium eine Projektwoche zum Thema "Respekt" durch, an der alle rund 700 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums teilnahmen. So entschieden sich einige Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe für die Teilnahme am Theaterprojekt. Parallel widmeten sich etwa 20 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe dem Thema Nachkriegserlebnisse und interviewten dabei Zeitzeugen. Auszüge aus den Interviews präsentierten sie in einer Dokumentation mit Bildern. Eine weitere Schülergruppe knüpfte innerhalb von nur wenigen Tagen einen kompletten Teppich, als (abschreckendes) Anschauungsbeispiel für Kinderarbeit "Insgesamt wurden 30 Projekte realisiert", berichtete die Projektleiterin Marie Blank. Einige Ausstellungsobjekte sowie ein Filmbeitrag wurden im benachbarten "studio dumont" den gesamten Montag über gezeigt. Projektpartner des Hansa-Gymnasiums waren die LVR-Schule Christophorusschule aus Bonn sowie die Hermann-Gmeiner-Schule aus Dormagen. Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmer ihre Theater-Performance, die am gestrigen Montag auf der Breite Straße der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Für die Christopherusschule aus Bonn steht dabei der wichtigste Teil ihres UNESCO-Projektes noch bevor. Im Herbst dieses Jahres will die Schule bei einem Besuch in Tunesien die dortige Hauptstadt erkunden. Im darauffolgenden Frühjahr ist ein Gegenbesuch anvisiert, erläuterte Referndar Christopher Weiß. "Wir werden mit zehn bis 15 unserer Schüler nach Tunesien fahren", so Weiß. Das Projekt des gegenseitigen Schüleraustausches wird dabei von verschiedenen Programmen unterstützt, schließlich setzt die Organisation einer solchen Reise die Verantwortlichen vor nicht unerhebliche Planungsarbeit. "Unser Projekt ist langfristig ausgerichtet", verriet Mitorganisator Weiß und zeigte sich dabei überzeugt, dass der gegenseitige Austausch ein voller Erfolg wird.

























