21. 05. 2012
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TNT und Kölner Berufskolleg schließen KURS-Partnerschaft
Es ist die 605. Lernpartnerschaft, die im gesamten Regierungsbezirk Köln zwischen Unternehmen und Schulen abgeschlossen wurde. Am heutigen Montag unterzeichneten Detlev Mackowiak, Niederlassungsleiter von TNT in Köln, Schulleiter Horst Neuhaus und Dr. Gregor Berghausen, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer IHK Köln die entsprechende Kooperationsvereinbarung. In Köln wächst damit die Zahl der Lernpartnerschaften weiter an, derzeit sind es rund 70, aber eben erst die zweite mit einem Berufskolleg. Dabei ist gerade diese Schulform durch die unterschiedlichen Bildungsgänge wie keine andere Schulform eng mit den betrieblichen Abläufen und Anforderungen verbunden, nicht zuletzt durch den Bereich der Berufsschule im Rahmen der dualen Ausbildung. Aber auch darüber hinaus engagieren sich die Pädagogen im Kölner Stadtteil Zollstock in Sachen Übergangsmanagement. Neben der eigentlichen Berufsausbildung stehen auch die Module Orientierung und Vorbereitung im Vorfeld der dualen Ausbildung sowie der Bereich Weiterbildung nach abgeschlossener Lehre. Insgesamt werden an der Schule weit mehr als 3000 Schülerinnen und Schüler "beschult", pro Tag sind es in der Regel rund 1200.
Ein Kooperation wird ausgebaut
Dass sich nun beide Kooperationspartner zu dieser Form der Partnerschaft entschieden, liegt nach Aussagen der Verantwortlichen auf der Hand. Schon seit längerer Zeit arbeiten das Logistikunternehmen TNT und seine Kölner Niederlassung und die Schule zusammen, wie die Beteiligten bei der heutigen Vertragsunterzeichnung betonten. "Wir tragen Verantwortung für den Nachwuchs. Wir wünschen uns, dass die Kooperation eine nachhaltige Masche im Netzwerk wird", erklärte Schulleiter Neuhaus. Schließlich kann die intensive Zusammenarbeit zwischen Schule und Unternehmen auch eine neue berufliche Perspektive ermöglichen. "Das ist eine Chance für Euch", rief der Schulleiter den anwesenden Schülerinnen und Schülern zu. Auch für den TNT-Manager macht die Zusammenarbeit Sinn. "Das Berufsbild hat sich geändert. Die Tätigkeit ist spannend, jeden Tag gibt es etwas Neues", warb der Logistikexperte. Dabei verschweigt Mackowiak nicht, dass auch TNT selbst Bedarf hat. Bei rund 100 Mitarbeitern sucht die Niederlassung in jedem Jahr neun Auszubildende. Im Bereich der Zollabfertigung sind es bei 72 Mitarbeitern immerhin vier Auszubildende. Die Zahl der Azubis in der Kölner Niederlassung war zwar früher höher. Dafür aber erhöhte sich die Übernahmequote auf 80 bis 90 Prozent, wie die Verantwortlichen erläuterten.
Für die Industrie- und Handelskammer ist die KURS-Partnerschaft ebenfalls ein Erfolgsmodell. Bereits seit rund einem Jahrzehnt versucht die "Kooperation Unternehmen in der Region und Schulen" Betriebe im Bezirk der Kölner Bezirksregierung mit weiterführenden Schulen zu vernetzen. Auch die neue Regierungspräsidentin unterstützt die Initiative durch die Bereitstellung von Personal. Aber unabhängig von der demografischen Entwicklung geht es auch um Motivation. "Die Schüler wissen, wofür sie lernen", erklärte IHK-Geschäftsführer Gregor Berhausen. Und dass die Region Köln eine der größten Logistik-Drehscheiben in Europa ist, fällt häufig aus dem Fokus der Öffentlichkeit und damit auch aus dem Blickfeld der Jugendlichen. "Das ist ein Riesenpotenzial für unsere Wirtschaft", so die Hoffnung des Bildungsexperten der Kammer. Ganz nebenbei hat die intensive Zusammenarbeit auch noch den Effekt, dass die Jugendlichen selbst einen "ehrlichen" Blick in das Unternehmen erhalten. "Jeder Job hat positive und auch negative Details", weiß der IHK-Verantwortliche.
Nutzen für beide Seiten
Konkret werden in zunächst einer Klasse eines Vollzeitbildungsgang (Höhere Handelsschule – bilingual) an der Schule Elemente der betrieblichen Praxis in den Unterrichtsplan eingebaut. Dazu gehören etwa Betriebsbesichtigungen. Möglich ist eine Ausweitung auf bis zu vier Klassen. Die Betriebsbesichtigungen sollen dabei aber nicht einfach nur Rundgänge sein, wie Schulleiter Neuhaus ausführt. Vielmehr sollten die im Unterricht eingeübten Grundlagen in der beruflichen Realität beobachtet werden. Umgekehrt soll der Unterricht durch konkrete Zahlen und Problemstellungen aus dem Unternehmen angereichert und so praxisnäher werden, wie die Verantwortlichen erläuterten. Das Alfred-Müller-Armack-Berufskolleg gilt als "Mutter aller Kölner Berufskollegs". Bereits 1891/92 begann die Geschichte zunächst als "Kaufmännische Fortbildungsschule der Stadt Köln". Nach dem zweiten Weltkrieg erhielt die Schule die Bezeichnung "Berufskolleg 1". Schon seit Jahren ist das Areal der Schule eine Großbaustelle. Derzeit wird der Altbau der Schule generalsaniert. Der moderne Erweiterungsbau ist bereits seit fast zwei Jahren fertig. Die Erfahrungen der neuen Partnerschaften zwischen der Schule und TNT sollen fortan im jährlichen Turnus überprüft und bewertet werden. Der unterzeichnete Vertrag ist nicht befristet.
Weitere Informationen zur KURS-Lernpartnerschaft finden sie auch im Internet unter: www.kurs-koeln.de.

























