21. 05. 2012
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Unversöhnlich im Streit um Bildungslandschaft
(js) Säuberlich getrennt saßen sich Gegner und Befürworter der "Bildungslandschaft Altstadt-Nord" gegenüber, als die Stadt am gestrigen Donnerstag zur dritten öffentlichen Sitzung des Planungsbeirats eingeladen hatte. Dieses Projekt will die dort arbeitenden Bildungsinstitute inhaltlich und mit neuen Gebäuden auch architektonisch und städtebaulich vernetzen. Hitzig, bisweilen polemisch und auch persönlich ging es in der knappen Stunde zu, die für Fragen und Meinungskundgebung gegeben war. Zum Glück gab es zwischen den beiden Lagern einen neutralen Raum: der Planungsbeirat. In ihm sitzen Vertreter der Bürgerschaft und des Bildungsverbundes, dem unter anderem Vertreter des Hansa-Gymnasiums und der Hauptschule Gereonswall angehören. Er soll die Bezirksvertretung Innenstadt beraten, zwischen den verschiedenen Positionen vermitteln und am Ende eine "einvernehmliche Empfehlung" aussprechen können, so die Moderatorin Brigitte Holz.
Streitpunkt war – wie schon in den Sitzungen zuvor – die mögliche Bebauung des Klingelpützparks. Das Hansa-Gymnasium machte auf seine Platznöte aufmerksam, es sei schon jetzt zu 50 Prozent überfüllt. Nötig sei auch für alle dortigen Schulen mehr Raum für die Bibliotheken, dem könne ein gemeinsam benutzter Neubau abhelfen. Ein Vertreter der Stadt wies auf steigende Kinderzahlen im Einzugsgebiet der Altstadt-Nord hin, woraus sich nicht nur mehr Bedarf an Schulplätzen, sondern auch für eine – noch nicht existierende – Kindertagesstätte ergebe. Mit der "Bildungslandschaft Altstadt-Nord" soll, so das Ziel, nicht nur die Situation der Schulen verbessert werden, sondern auch die Innenstadt für Familien mit Kindern wieder attraktiv werden.
Die städtischen Zahlen stießen bei den Vertretern der Anwohner auf erhebliche Zweife. Sie fürchten um die Existenz "ihrer" grünen Lunge, für deren Einrichtung vor vierzig Jahren sogar Häuser abgerissen wurden. Deshalb befürworteten viele auch einen Architektenplan, der nur "minimale" Eingriffe in den Park vorsieht und auch einen Hügel mit einer Gedenktafel für Justiz-Opfer des Nazi-Regimes nicht antastet. Außerdem will er mehrere Schulen unter einem Dach vereinen. "Pädagogisch unmöglich", hieß es dazu von einem Lehrer des Hansa-Gymnasiums, das ansonsten für seine Integrationsarbeit bekannt ist. Strittig ist auch, ob die KVB dem erwarteten Anstieg der Schülerzahlen gerecht werden kann – "die Ringstrecke ist nach KVB-Angaben jetzt schon überlastet", so ein Bürgervertreter, der bei dem Verkehrsunternehmen nachgefragt hatte. Nach der Bürgerfragestunde diskutierte der Beirat drei Planungsvorschläge, die sich im Wesentlichen durch die Bebauung der Grünanlage unterscheiden. Bevor aber die Bürger, die nicht im Beirat sitzen, darauf reagieren können, müssen sie bis zur nächsten Sitzung im November warten.

























