21. 05. 2012
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VHS muss sparen – und verschenkt ihr Programmheft
(js) Sparen kann zwei Folgen haben. Entweder fehlt etwas – oder man hat am Ende mehr. Bei der VHS trifft beides zu. Weil sie im laufenden Jahr 620.000 Euro Personal- und Sachkosten sparen muss, gibt es im kommenden Herbstsemester nur 2585 Veranstaltungen, 600 weniger als im Vorjahr. Das macht das Programmheft dünner – und weil man da auch noch an anderer Stelle "offensiv und intelligent" gespart hat – so Gabriele Hammelrath, Leiterin des VHS-Amtes für Weiterbildung –, kann man es wieder gratis anbieten.In den letzten 15 Jahren wurde es jeweils für 2,60 Euro verkauft. Gespart hat man an der Länge der Texte und es wird keine Gratis-Ausgaben von Sonderprogrammen mehr geben. Immerhin ist die aktuelle DIN-A-4-Broschüre gute 248 Seiten dick.
Seit zehn Tagen sind die 18.000 Exemplare des neuen Programms auf dem Markt. Sie liegen in 60 Buchhandlungen aus – nur 40 waren es, als das Heft noch verkauft wurde. Dazu in Bürgerämtern, Krankenhäusern oder der KfZ-Zulassungsstelle. Hammelrath ist überzeugt, dass das Gratis-Konzept unterm Strich der VHS mehr Kunden bringt: "In einer Broschüre blättert man herum und geht auf Entdeckungsreise." 10.000 Anmeldungen gab es bislang schon – mehr als in den Vorjahren.
Zur Angebotsschrumpfung von rund 20 Prozent hat unter anderem der Wegfall der Kochkurse beigetragen. "Eine schmerzhafte Entscheidung", sagt Hammelrath. "Aber durch die TV-Kochsendungen sind die Ansprüche gewachsen, dem können wir in unseren Schulküchen nicht gerecht werden." Andere Fachbereiche wurde "gestrafft und neu strukturiert". So wird es künftig weniger Kurse für blutige Englisch-Anfänger geben, denn die gebe es kaum noch. "Durch den Englisch-Unterricht an den Schulen haben die meisten doch schon gewisse Kenntnisse", ist man überzeugt. Die Sprachkurse enden in der Regel mit einem international anerkannten Zertifikat, ebenso wie Qualifizierungskurse für Hauptschüler. Ganz neu ist hier der Abschluss in Türkisch – so neu, das er noch nicht im Programmheft steht. Damit will die VHS dem Schwerpunkt Weiterbildung unter dem Motto "lebenslanges Lernen" verstärkt Rechnung tragen. Das kreativ-künstlerische Angebot soll es aber weitergeben.
Rund 15 Millionen Euro umfasst der VHS-Jahresetat, ein Drittel davon trägt die Stadt. Den Rest muss die VHS durch Drittmittel und Gebühren hereinbekommen. Die gute Nachricht für Kunden: Die Gebühren werden in diesem Jahr nicht erhöht. Die schlechte Nachricht für Honorarkräfte: Auch ihre Bezahlung wird nicht erhöht, wie Hammelrath mit Bedauern feststellt. Sorgen macht ihr auch der Verlust des Studienhauses am Neumarkt. Dort ist nach dem Einsturz des Stadtarchivs das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium untergebracht. "Wir wollen den Schülern, Lehrern und Eltern keinen Druck machen, aber wir bräuchten wieder einen angemessenen und zentralen Standort", sagt Hammelrath. Die Auslagerung nach Nippes und Sülz macht sie für einen Rückgang der Teilnehmer und damit der Gebühreneinnahmen verantwortlich.
Das VHS-Programm findet sich auch im Internet: www.stadt-koeln.de.

























