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21. 05. 2012
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Wer ist der Chef beim Musizieren?


01.10.2009 14:47 von:

Schlagwörter: koeln,Jugendliche,Miteinander leben,Kulturprojekt,Freies Werkstatt Theater,Bildu

(js) Sie spielen Theater, drehen Filme, machen Musik, tanzen oder schreiben: 600 Jugendliche zwischen Köln, Bonn, Düsseldorf, Bergheim und Siegburg arbeiten unter Hochdruck. Ende November wollen sie in Bergheim vorstellen, was sie in 22 Workshops im Rahmen des Kulturprojekts "Miteinander leben – Begegnungen im künstlerisch-kulturellen Dialog" erarbeitet haben. Seit drei Jahren läuft dieses Projekt, das die teilnehmenden Städte, die 24 beteiligten Künstler aus der Region und eben die teilnehmenden Jugendlichen miteinander verbinden soll. Entstanden ist es als "Nachkomme" einer vor neun Jahren in Bergheim entstandenen Aktion gegen Rechts. In diesem Jahr steht ein Etat von 167.000 Euro zur Verfügung – 71.000 kommen vom Land, 66.000 von den beteiligten Kommunen und 30.000 von der RheinEnergie-Stiftung Kultur. Die hat das Projekt bislang mit insgesamt 100.000 Euro unterstützt.

In Köln erarbeitet die Theaterpädagogin Birgit Günster mit je neun Jugendlichen und Mitgliedern des Seniorentheaters vom Freien Werkstatt-Theater das Stück "Odyssee", in dem die unterschiedlichen Lebenserfahrungen der Generationen eingehen. In der Offenen Jazzhaus Schule entdecken Jugendliche ihre musikalischen und tänzerischen Fähigkeiten und in einem Improvisationsorchester müssen sie die Frage "Wer ist der Chef?" beantworten. An der Höhenberger Katharina-Hennoth-Gesamtschule drehen mit Hilfe der Dokumentarfilmerin Vera Schöpfer und des Autoren Dieter Bongartz einen Film über Arm und Reich. Diese Jugendlichen dürften ein erfolgreiches Vorbild haben: Im Vorjahr produzierten vier Schülerinnen der Willy-Brandt-Gesamtschule – ebenfalls in Höhenhaus – mit dem Künstlerduo ein Porträt des Rappers Danny Crash. Das erhielt beim Bundesfestival "Video 2009" den Hauptpreis für die Altersgruppe B.

Die Verantwortlichen erhoffen sich einiges von "Miteinander leben", das Jugendlichen die aktive Auseinandersetzung mit – ihnen oft unbekannten – Kunstrichtungen möglich macht. "Kulturelle Bildung", sagt Matthias Hamann, Direktor des Museumsdienstes Köln, als er das Projekt am Donnerstag in Köln vorstellt"ist ein hehres Ziel und zweckfrei." Und lädt es dann sofort mit Bedeutung auf: "Sie weckt Selbstverantwortung und gesellschaftliche Kräfte." Seine Kollegen, die Kulturdezernenten aus Bergheim und Troisdorf ergänzen: Sie trägt zur ganzheitlichen Persönlichkeitsbildung bei, stärkt Teamfähigkeit und Selbstbewusstsein, weckt Fähigkeiten, die man im normalen Schulbetrieb nicht vermutet hat. So könnten wichtige biografische Weichen gestellt werden. Damit habe man bislang viel erreicht. Der Haken an der Sache: In diesem Jahr läuft das Kulturprojekt aus. Doch neues wird schon gedacht: Die gewachsene Bedeutung des Internets soll aufgegriffen werden, deutet Bergheims Kulturdezernent Peter Ludes.







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