21. 05. 2012
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Zur Eröffnung das Versprechen: Die Ganztagsschule kommt
(js) Am Montag wurde die langersehnte Gesamtschule Nippes eröffnet. Auch der "inklusive" Unterricht wurde genehmigt, das heißt die Integration von Kindern mit Behinderung in den "normalen" Unterricht. Eigentlich könnte die Elterninitiative "Genial" zufrieden sein. Nur das letzte Quäntchen fehlte noch zum Glück: die Gesamtschule als Ganztagsschule. Doch bald könnte es so weit sein: Zur Eröffnungsfeier mit Lehrern, Eltern und den 120 Schülerinnen und Schülern brachte Kölns neue Regierungspräsidentin Gisela Walsken (SPD) das Versprechen mit, möglichst schnell die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen. Das gleiche kündigte die neue Landesschulministerin Sylvia Löhrmann in einem Grußwort an.
Es ist – nach 19 Jahren Pause – die achte Gesamtschule in Köln. Die erste wurde 1972 in Rodenkirchen eröffnet, als bislang letzte die Katharina-Henoth-Gesamtschule in Höhenberg. Der Schulbetrieb beginnt mit 120 Kindern, die auf vier 5. Klassen verteilt werden. Die Räume der ehemaligen Hauptschule in der Riehler Brehmstraße – sie wurde mit dem vorigen Schuljahr geschlossen – hatten Eltern und die zehn Lehrer in den Sommerferien auf Vordermann gebracht. Allerdings ist das Verweilen nicht von langer Dauer. Der Schulausschuss hat einen Neubau mit Sporthalle und -gelände in Longerich beschlossen. Dieser soll rund 43 Millionen Euro kosten und dann 900 Schülern Platz bieten.
Ins Rollen gebracht hat die Gesamtschule die Elterninitiative "genial" (Gesamtschule für Nippes für alle). Für sie ist die Gesamtschule die Schulform, die am besten starke und schwache Schüler sowie die Stärken und Schwächen des Einzelnen fördert. Erst vor etwas mehr als einem Jahr gegründet, war sie schnell erfolgreich, wobei sie sich auch auf eine Umfrage berufen konnte. Danach wollen zwei Drittel aller Eltern von Drittklässlern, dass ihre Kinder länger gemeinsam lernen sollen. Gegen die Ablehnung des damaligen Regierungspräsidenten Peter Lindlar (CDU) und gegen die CDU-Ratsfraktion beschloss der Kölner Rat im Vorjahr die Gründung der neuen Gesamtschule. Gegen die Ablehnung der Bezirksregierung zur Umwandlung in eine Ganztagsschule hat die Stadt geklagt. Diese Klage will sie zurücknehmen, wenn aus Düsseldorf grünes Licht kommt.
Zum Schulbeginn war auch Besuch aus Bonn gekommen. Dort war vor einem Jahr die Marie-Kahle-Gesamtschule eröffnet worden. Deren Schüler und Lehrer wollten mit ihren Erfahrungen helfen und hatten dafür einen "Schulkoffer" gepackt. Darin u.a. Paten-Verträge für jeweils zwei Schüler, Sicherheits-Checklisten, Trostpflaster, eine kleine Weltkugel, ein Drahtseil als Symbol für die nötigen Nerven, ein Fitnessbecher und – am wichtigsten – eine Jokerkarte. Die können die Kölner einsetzen, wenn sie eine schwierige Frage beantworten müssen: Bonn steht dann bereit. Bevor es am Schluss noch einen kleinen Imbiss gab, pflanzten Kinder, Eltern, Lehrerkollegium, Regierungspräsidentin und Kölns Schuldezernentin Astrid Klein noch eine japanische Blütenkirsche.

























