21. 05. 2012
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Atradius Zahlungsbarometer: Zahlungsmoral wird wieder schlechter
Der in Köln ansässige Kreditversicherer Atradius Deutschland hat das aktuelle Barometer zur Zahlungsmoral vorgelegt. Im Durchschnitt werden die Rechnungen deutscher Unternehmen nach 24 Tagen bezahlt. Zwar liegt die Bundesrepublik damit innerhalb der europäischen Staaten sogar auf einem Spitzenplatz, zumindest was die Festlegung der Zahlungsziele angeht. Im Durchschnitt vereinbaren deutsche Lieferanten eine Zahlungsfrist von 19 Tagen. Im Frühjahr lag die durchschnittliche Zeitspanne bei 22 Tagen. Dabei hatten mehr als die Hälfte der Auftraggeber die Verzögerung der Zahlungen im Vorfeld nicht angekündigt. Ein weiteres Drittel der Befragten gab an, dass die Kunden um eine Ausdehnung der Zahlungsfrist gebeten hatten. Rund 20 Prozent baten darüber hinaus um eine Erhöhung der Kreditlinie. "Die Studienergebnisse weisen auf einen erhöhten Finanzierungsbedarf hin", so die Schlussfolgerung der Autoren.
"Die Auftragslage hat sich seit dem Frühjahr 2010 weiter verbessert. Die Umsätze steigen. Und um diese steigenden Umsätze finanzieren zu können, nehmen die Unternehmen gerne den Lieferantenkredit beim Geschäftspartner in Anspruch", erläuterte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Atradius Deutschland, Thomas Langen. Dabei ist die Bereitschaft einen Lieferantenkredit zu gewähren durchaus groß, fast drei Viertel (73 Prozent) waren dazu bereit, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Auch gegenüber ausländischen Kunden zeigten sich deutsche Unternehmen mit einer Bereitschaft von 61 Prozent kaum weniger kulant. Deutsche Unternehmen gehören damit auch weiterhin zu den schnellsten Zahlern und den Ländern, in denen im geringsten Maße auf Vorkasse bestanden wird, hieß es in der Studie.
Trotzdem bleibt das Forderungsmanagement eine wichtige Kernaufgabe von produzierenden Unternehmen. "Wir beobachten, dass Unternehmen sich immer intensiver über die finanzielle und wirtschaftliche Stabilität ihrer Geschäftspartner informieren", erklärte Michael Karrenberg, Leiter der Abteilung Risikomanagement bei Atradius Deutschland. Vor allem im deutschsprachigen Raum werden Lieferantenkredite vor allem an inländische Kunden gewährt, im Ausland ist dieses Verhältnis von in- und ausländischen Kunden bei der Gewährung sogenannter Zahlungsziele zumeist genau andersherum. Alleine in Deutschland erreichen Lieferantenkredite ein Volumen von rund 300 Milliarden Euro, wie das Unternehmen abschließend bekannt gab.
Insgesamt hat das Unternehmen mehr als 3900 Unternehmerinnen und Unternehmer in 22 Ländern und über alle Branchen hinweg nach verschiedenen Kriterien befragt.

























