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21. 05. 2012
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Bertelsmann-Studie: Deutliche Unterschiede bei der frühkindlichen Bildung


04.01.2010 10:46 von:

Schlagwörter: Bertelsmann,Stiftung,2010,Gütersloh,Kinderbetreuung,Kindertagesstätte,Laschet,La

Die jüngste Studie der Bertelsmann-Stiftung könnte im neuen Jahr die Migrationsdebatte erneut anheizen. In einer Studie fanden die Sozialwissenschaftler der Stiftung heraus, dass bundesweit 84 Prozent aller Kinder mit Migrationshintergrund eine Kindertagesstätte oder eine vergleichbare Einrichtung besuchen. Das sei zwar schon ganz ordentlich, allerdings gebe es deutliche regionale Unterschiede. Während in Baden-Württemberg die Quote mit 94 Prozent relativ hoch liegt, ist sie mit 60 Prozent beim Schlusslicht Schleswig-Holstein verbesserungsbedürftig. Die Zahlen stammen aus dem jüngsten "Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme" und beziehen sich auf die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen, teilte die Stiftung am heutigen Montag mit.

Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen schneidet mit einer Quote von 88 Prozent etwas besser ab als der Bundesdurchschnitt. Zwar liege man hinter dem Saarland (91 Prozent) und Rheinland-Pfalz (89 Prozent), aber noch vor Hessen, das auf eine Quote von 86 Prozent kommt. Die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen liegen hingegen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. In Schleswig-Holstein beobachteten die Experten dagegen eine besonders eklatante Entwicklung. Die niedrige Betreuungsquote von Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund ist dabei nicht auf eine generelle Betreuungsmüdigkeit im Hohen Norden zurückzuführen. 91 Prozent aller Kinder aus Familien ohne Migrationshintergrund werden hier in einer Kita betreut, fanden die Forscher heraus. Auch in Bayern, Berlin und Bremen gibt es ähnlich deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen, hieß es dazu weiter.

Die niedrigeren Beteiligungsquoten weisen aus Sicht der Bertelsmann Stiftung darauf hin, dass Kinder mit Migrationshintergrund häufiger nicht oder erst im letzten Jahr vor der Einschulung eine Kindertageseinrichtung besuchen. "Wir müssen die Barrieren abbauen, die Kinder aus Zuwandererfamilien heute vom Besuch einer Kindertageseinrichtung fern halten. Sonst verschenken wir die Chance, dass auch diese Kinder durch einen mehrjährigen Kita-Besuch gefördert werden und hierbei ihre Sprachkenntnisse in Deutsch deutlich ausbauen können", erklärte Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Deutliche Worte der Kritik fanden die Bildungsexperten der Stiftung hingegen für die derzeitige Familienpolitik. "Das geplante Betreuungsgeld sei der völlig falsche Anreiz", hieß es in der Stellungnahme der Einrichtung aus Gütersloh. Aufgabe der Politik müsse es vielmehr sein, Hindernisse und Barrieren zu beseitigen und die Zugänge zu verbessern. Eine höhere Betreuungsquote bei Kindern aus Migrantenfamilien führe schlussendlich auch zu mehr Chancengerechtigkeit, meinen die Forscher.

NRW-Jugendminister Armin Laschet sieht die Studie als Beweis für die Richtigkeit der eigenen Bemühungen und als Erfolg der Landesregierung an. "Die hohe Besucherquote der Kinder mit Zuwanderungsgeschichte in Kindertageseinrichtungen in Nordhein-Westfalen belegt eindeutig: Die Bemühungen der Landesregierung für eine bessere Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in unsere Gesellschaft und für eine bessere frühkindliche Bildung - besonders im Bereich der Sprachförderung - sind überaus erfolgreich". Sein Bundesland sei "Vorreiter und Musterland" in Sachen frühkindlicher Sprachförderung, so der CDU-Minister abschließend.







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