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21. 05. 2012
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Bildungsstudie sieht NRW mit Aufholbedarf


22.07.2011 22:32 von:

Schlagwörter: Bildung,Roland Berger,Bertelsmann,Bild,Hürriyet,2011,Bildungsumfrage,Online,Ganz

In einer groß angelegten Bürgerbefragung haben die Initiatoren Roland Berger Strategy Consultants, Bertelsmann Stiftung sowie die beiden Tageszeitungen BILD und Hürriyet die Stimmung zu wichtigen Bildungspolitischen Themen ermittelt. Seit dem gestrigen Donnerstag liegt auch eine regionalisierte Auswertung vor. Das Ergebnis ist allerdings wenig schmeichelhaft für das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen. Insgesamt machten mehr als eine halbe Million Menschen mit. Komplett ausgefüllt haben den Fragebogen aber nur rund 130.000. aus Nordrhein-Westfalen stammen dabei etwa 27.800 Fragebögen. Mit diesen Zahlen ist die Untersuchung mit dem Titel "Zukunft durch Bildung – Deutschland will’s wissen" die bislang größte Befragung zu diesem Thema, warben die Projektbeteiligten. Insgesamt erhielt das deutsche Bildungssystem die Schulnote 3,7. In Nordrhein-Westfalen lagen die Teilnehmer mit der Note 3,8 etwas unter diesem Durchschnitt.

Der Trend ist dabei eindeutig. Mehr als in den meisten anderen Bundesländern sind die Nordrhein-Westfalen unzufrieden mit dem derzeitigen Bildungssystem. Viele wünschen sich tiefgreifende Veränderungen. Und dafür sind sie auch bereit, tiefer in die eigene Tasche zu greifen. Fast drei Viertel würden dazu höhere Steuern bevorzugen, so ein konkretes Ergebnis der nicht repräsentativen Umfrage. Bundesweit zeigten sich die Befragten kritisch zum so genannten "Bildungsförderalismus". Den Vorwurf mutloser Politik wollte eine große Mehrheit unterschreiben. Längeres, gemeinsames Lernen (nicht Selektion nach der vierten Klasse) steht dabei im Bindestrichland hoch im Kurs. Mit der jüngsten Schulreform kommt die rot-grüne Landesregierung zusammen mit der CDU diesem Bedürfnis ein ganzes Stück entgegen. Aber der von den Befragten präferierten Ganztagsschule ziehen die Vertreter der Schul-Koalition die Sekundarschule vor. Weil die Umfrage aber Mitte Februar begann und am 9. März endete, konnte die Frage noch nicht präzisiert werden. Immerhin: 43 Prozent befürworten eine Ausweitung des Gemeinsamen Unterrichts bis zur sechsten Klasse. Genau das aber sehen die neuen Sekundarschulen vor.

Schule und Kita sollten dabei möglichst kostenlos sein. Überraschend: Die von der rot-grünen Landesregierung abgeschafften Studiengebühren werden von rund der Hälfte der Umfrageteilnehmer befürwortet. Eine Garantie für einen Ausbildungsplatz steht als mehrheitlich unterstützte Forderung im Raum. Mehr als zwei Drittel (38 Prozent) unterstützten diesen Vorschlag. Auch Inklusion ist der Mehrheit der Befragten wichtig. Allerdings gibt es deutliche Vorbehalte. Nur rund ein Viertel (26 Prozent) plädierte für das gemeinsame Lernen mit geistig behinderten Kinder, deutlich mehr (45 Prozent) stimmten für das gemeinsame Lernen mit verhaltensauffälligen Kindern. 73 Prozent wollen notfalls höhere Steuern akzeptieren, um ein besseres Bildungssystem umzusetzen. Allerdings sollen die Bildungskosten schon gehaltsabhängig und damit gerecht entrichtet werden, so ein anderes Ergebnis der Umfrage. Auf jeden Fall sollten aber die Schulen in Stadtvierteln mit besonderem Förderbedarf besser ausgestattet werden, auch wenn die Mehrheit für diese Forderung mit 53 Prozent eher knapp ausfällt. In einem weiteren Punkt dürften sich die Bildungspolitiker in NRW bestätigt fühlen. 23 Prozent sprechen den Verantwortlichen einen großen bis sehr großen Willen zu, dass sie etwas verändern wollen. Das hört sich wenig an, liegt aber um vier Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt, so die Studie abschließend.

Die Umfrage fand im Internet statt und umfasste rund 30 Fragen. Die Ergebnisse der einzelnen Bundesländer finden sich ebenfalls auf der dafür eingeführten Seite: www.bildung2011.de.







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