22. 05. 2012
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BZgA präsentiert Ergebnisse zur Umfrage über Glücksspiele
Die Gefahren, die von einer Sucht nach Glücksspielen herrühren, sind
aber schon lange auch in anderen Spielen bekannt. Ob Backgammon, Poker
oder das berüchtigte Roulette. Immer wenn es um Geld geht, spielt die
Gefahr mit, die erzielten Verluste durch noch höhere Einsätze wieder
hereinzuholen. Nicht selten endeten Spieler in der sozialen Isolation
bedingt durch eine völlige Überschuldung. Aber wie sieht es heute aus?
Dieser Frage ging die in Köln ansässige Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nach und befragte dazu 10.001
repräsentativ ausgesuchte Personen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren
nach ihrem eigenen Glücksspielverhalten.
Mehr als die Hälfte der Befragten ist betroffen
Die Ergebnisse sind erschütternd. Mehr als die Hälfte der Befragten (55
Prozent) gaben zu, im Laufe der vergangenen zwölf Monate eines oder gar
mehrere Glückspiele mit Geldeinsatz gespielt zu haben. Männer scheinen
dabei den Glücksspielen mit einer Quote von 60 Prozent etwas mehr
zugeneigt zu sein als Frauen. Aber auch beim weiblichen Geschlecht
waren es immerhin 50 Prozent, die im vergangenen Jahr um Geld spielten.
Besonders die staatliche Lotterie 6 aus 49 erfreut sich höchster
Beliebtheit, obwohl gerade hier die Chance eines Hauptgewinns
statistisch betrachtet verschwindend gering ist. Mehr als ein Drittel
(36 Prozent) spielten in den vergangenen zwölf Monaten Lotto, immerhin
28 Prozent versuchten es mit der Variante Spiel 77 oder der Super 6.
Doch nicht alle Lottospieler sind tatsächlich in der Gefahr, ihr
Spielverhalten nicht mehr kontrollieren zu können. Die Experten der
BZgA schätzen demnach den Anteil der als „äußerst kritisch“
einzustufenden Spielernaturen auf gerade einmal 0,2 Prozent. Bezogen
auf die Gesamtbevölkerung sind dies aber noch immer rund 100.000
Menschen, die akut von einer Spielesucht betroffen sind. Weitere
225.000 Menschen gelten demnach als „kritisch“, ihr
Glücksspielverhalten wird als „problematisch“ eingestuft
Die Unterscheidung zwischen den einzelnen Gruppen von Glücksspielern
verlaufen dabei fließend. Trotzdem haben die Fachleute einige
Unterschiede ausmachen können. Dies gilt vor allem im Bereich der
Sportwetten, beim „kleinen“ Spiel in Spielbanken oder die vielfältigen
Möglichkeiten von Online-Glücksspielen. Als Beispiel nannte die BZgA
das Verhalten an Geldspielgeräten. Hier ist das Risikopotential
problematischer oder pathologischer Spielernaturen um den Faktor neun
höher als bei „normalen“ Glücksspielern. Mit den so gewonnenen Daten
will die Bundeszentrale ihre Aufklärungsarbeit in diesem Bereich
fortsetzen und verbessern. „Durch die Intensivierung der Maßnahmen zur
Prävention von Glücksspielsucht kann erreicht werden, dass sich
Glücksspielsucht in der Bevölkerung nicht weiter ausbreitet.
Zusätzliche Anstrengungen sind hier sicher notwendig“, erklärte die
Direktorin der BZgA Dr. Elisabeth Pott. Vor allem die Ausbreitung und
gesellschaftliche Etablierung des Pokerspiels sowie immer neue
Lockangebote im World Wide Web bereiten den Spieleexperten zunehmend
Sorgen. Dies gelte, und das ist die besondere Sorge Potts, zunehmend
auch für Jugendliche und junge Erwachsene, die sich der Folgen noch
nicht hinreichend im Klaren sind.
Mit ihrem neuen Kooperationspartner, dem Deutschen Lotto- und
Tottoblock (DLTB) will die Zentrale zukünftig die Präventionsarbeit
noch weiter intensivieren. Die nun vorgelegte repräsentative Studie ist
das erste greifbare Ergebnis dieser Zusammenarbeit. Auch die
Internetseite www.spielen-mit-verantwortung.de
stellt die Beratungs- und Informationsangebote dar. Überdies hat die
Bundeszentrale eine kostenlose Hotline unter der Nummer 0800 / 137 2700
freigeschaltet. Hier erhalten Betroffene und Neugierige wichtige Tipps
und Hinweise zum Thema Glücksspielsucht.
Die komplette Studie mit den Ergebnissen der Repräsentativbefragung finden Sie im Internet unter www.bzga.de/Forschung/Aktuelle.

























