22. 05. 2012
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Carreras-Stiftung unterstützt Kölner Medizinforscher
Die deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V investiert 140.954 Euro in ein Forschungsvorhaben der Kölner Universitätsklinik. Wie die Klinikverantwortlichen am gestrigen Dienstag bekannt gaben, beschäftigen sich die beiden Mediziner Prof. Dr. Oliver Cornely (Leitung) und Dr. Maria Vehreschild von der Klinik I für Innere Medizin an der Kölner Uniklinik mit Resistenzen bei Schimmelpilzen. Resistente Erreger stellen für die ohnehin schon geschwächten Leukämie-Patienten bei deren Auftreten eine Lebensgefahr dar. Die Abwehrkräfte von Leukämiepatienten sind durch die Behandlung mit intensiven Chemotherapien oder die Transplantation von Knochenmark extrem geschwächt. Häufig erkranken die Betroffenen an einer Schimmelpilzinfektion der Lunge (Aspergillose). "Die Aspergillose ist bei Leukämiepatienten sehr schwer zu beherrschen. Bis zu 30 Prozent der Patienten mit einer solchen Infektion versterben", weiß der Leiter des Forschungsteams, Cornely. "In Deutschland ist die genaue Verteilung und Häufigkeit dieser Infektion jedoch nicht bekannt, das wollen wir mit unserer Studie ändern", ergänzte seine Forscherkollegin Vehreschild.
Die invasive Aspergillose wird derzeit in der Regel mit dem Wirkstioff Azol-Antimykotika therapiert. Diese blockieren die Synthese von Ergosterol, einem wichtigen Bestandteil der Zellmembranen der Pilze. Seit 2008 berichtet ein niederländisches Forscherteam jedoch über die Identifizierung von Azol-resistenten Aspergillus-Stämmen, die auch als Erreger im Menschen gefunden wurden. Um die Häufigkeit dieser resistenten Schimmelpilzstämme und ihren möglichen Einfluss auf die Therapie der invasiven Aspergillose in Deutschland beurteilen zu können, wird ihr Auftreten im Rahmen der Studie deutschlandweit in 20 Leukämie-Zentren erfasst. Die Erreger der invasiven Aspergillose werden dabei mit modernsten molekularen Techniken auf die Resistenzgene getestet, führten die Verantwortlichen aus. So kann erstmals ein genaues Bild der Häufigkeit und der deutschlandweiten Verteilung resistenter Schimmelpilze entstehen und die Wissenschaftler können klären, ob die heutigen Therapien verbessert werden müssen, hieß es dazu abschließend.
Der berühmte spanische Tenor und Stiftungsgründer war im Jahr 1987 an Blutkrebs erkrankt. Nach seiner Heilung gründete er eine Stiftung, die seit dem Jahr 1995 auch in Deutschland aktiv ist. Erklärtes Ziel der Stiftung ist: "Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem." Dazu unterstützt die Stiftung das öffentliche Gesundheitswesen und die Medizinforschung in diesem Bereich mit Fördergeldern und Zuschüssen.

























