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22. 05. 2012
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Deutschland: Land der "Blaumacher"?


15.09.2011 18:44 von:

Schlagwörter: Köln,Marktforschung,TNS Emnid,Umfrage,Krankenschein,Sonderurlaub,repräsentativ,S

Es wird in weiten Teilen der Gesellschaft als Kavaliersdelikt angesehen. In vielen Unternehmen gehen jedes Jahr Tausende Arbeitsstunden verloren, weil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Erkrankung simulieren und sich so den einen oder anderen Tag frei nehmen. Wie das Marktforschungsinstitut TNS Emnid nun herausfand, ist dieses Verhalten alles andere als ein Einzelfall. Zwar können aus verständlichen Gründen keine präzisen Zahlen genannt werden. Aber mit ihrer repräsentativen Befragung hat das Institut nun den Nachweis erbracht, dass ein nicht unerheblicher Teil der deutschen Angestelltenschar ein solches, eigentlich unerwünschtes Verhalten offen zugibt. Rund eine Million, so die Hochrechnung der Marktforscher geben demnach zu, dass sie selbst noch in diesem Jahr mindestens einen Tag "blau machen" wollen, so das Kernergebnis der Befragung, die die Marktforscher im Auftrag des Internetportals Börsennews.de durchgeführt haben. Die Zahl könnte möglicherweise noch höher liegen, denn knapp zwei Prozent oder rund 685.000 Arbeitnehmer überlegen sich noch, ob sie das machen wollen.

Motive unterschiedlichster Art

Die Motive sind dabei unterschiedlicher Art. Bei dem Großteil könnte es schlicht der Drang nach mehr Freizeit sein. Am beliebtesten sind dabei nach wie vor so genannte "Brückentage" oder die Tage zum Start und zum Ende der Arbeitswoche. Rund ein Fünftel geben offen zu, dass sie es machen werden, etwas mehr als 93.000 bringen dabei vor, dass sie ihrem Arbeitgeber eins auswischen wollen. Der am häufigsten genannte Grund aber ist die Scheu vor Konflikten oder schwierigen Gesprächen innerhalb der Firma, berichten die Marktforscher weiter. Rund 292.000 wissen, dass sie im Herbst regelmäßig "Depressionen" bekommen und sich aus diesem Grunde selbst frei nehmen. Bei rund 213.000 fällt es eigener Auskunft zufolge nicht auf, wenn sie sich den einen oder anderen Tag Sonderurlaub nehmen. Weit mehr als 700.000 und damit der Löwenanteil der Befragten planen dabei einen "Sonderurlaub" von mindestens drei Tagen. Die Fachleute des Börsenportals errechneten daraus deinen volkswirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe.

Ostdeutsche machen häufiger – Akademiker seltener

Interessant ist zudem eine deutliche Diskrepanz zwischen alten und neuen Bundesländern. Beträgt der Anteil der westdeutschen "Blaumacher" gerade 2,5 Prozent, sind es in den neuen Bundesländern derer 4,4 Prozent. Blaumachen scheint überdies auch im Trend eine Frage der Bildung zu sein. Wer einen hohen Bildungsabschluss aufweist, neigt in der Regel eher zu konformen Verhalten hinsichtlich seiner Ehrlichkeit mit Krankheiten. Allerdings liegt diese Gruppe mit einem Anteil von 2,2 Prozent nur unwesentlich unter dem bundesweiten Schnitt von 2,6 Prozent, den die Marktforscher errechneten. "Die Studien-Ergebnisse sind nur die Spitze des Eisberges. Die Zahlen deuten einerseits auf ein zu geringes Unrechtsbewusstsein der Arbeitnehmer hin, andererseits sollten Arbeitgeber überlegen, ob in ihrer Firma vielleicht irgendwas nicht ganz rund läuft", kommentierte Dipl.-Psychologe Bernd Kielmann vom Hamburger Institut für Gruppendynamik und Systemprozesse Systhema die Ergebnisse.







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