22. 05. 2012
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DIA wirft differenzierenden Blick auf die staatlich geförderte Altersversorgung
"Die Renten waren und sind sicher". Mit jenem legendären Satz versuchte schon der langjährige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) die aufkommenden Debatten um die Sicherungssysteme zur individuellen Altersvorsorge zu versachlichen. Allerdings sind diese Aussagen angesichts des zunehmenden, demografischen Wandels und der damit verbundenen Konsequenzen für die sozialen Sicherungssysteme. "Licht und Schatten bei der geförderten Altersvorsorge" sehen die Vorsorgeexperten des banknahen Kölner Instituts allerdings auch bei denen, die sich zur Aufrechterhaltung ihres persönlichen Lebensstandards eine private Vorsorge leisten. Eine solche Bilanz sei notwendig, schließlich gebe es die so genannte "Riester-Rente" seit inzwischen zehn Jahren.
Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass die Vermögensbildung von Nichterwerbstätigen und Niedrig- sowie Normalverdienern durch die staatlich geförderte Altersvorsorge zwar gestärkt wurde, bei anderen Personengruppen sich jedoch erhebliche Mitnahmeeffekte abzeichnen. Die Riesterrente sollte vor allem Jüngeren, den Beziehern mittlerer und niedriger Einkommen sowie Frauen, Familien und Ostdeutschen zugute kommen. "Bei rund 15 Millionen Verträgen - jeder Fünfte Berechtigte - und einem Fördervolumen von mittlerweile mehr als einer Milliarde Euro jährlich ist es an der Zeit zu erforschen, ob dieses Ziel erreicht wird", erklärte Dr. Reiner Braun vom Marktforscher empirica und Co-Autor der im Auftrag des DIA durchgeführten Studie.
Am beliebtesten scheint dieses Vorsorgeprodukt bei den Familien und ihren Ernährern zu sein. Vor allem Familien mit jüngeren Kindern unter 16 Jahren (30 Prozent), aber auch Alleinerziehende (20 Prozent) riestern öfter als Alleinlebende oder kinderlose Paare, die auf jeweils 15 Prozent kommen. Neben dem familiären Umfeld, Alter und Einkommen ist der Bildungsstand relevant. Personen mit geringerem Schulabschluss haben deutlich seltener einen Riestervertrag: Menschen mit Hauptschulabschluss zu 16 Prozent, mit Realschulabschluss 23 Prozent, mit (Fach-) Hochschulreife 24 bzw. 22 Prozent und Personen ohne jeden Abschluss nur zu drei Prozent. Der prototypische "Riester-Sparer" ist eher mittleren Alters (zwischen 30 und 40), Alleinerziehene aus den neuen Bundesländen sowie Bezieher geringerer Einkommen.
Geriestert wird dabei an den üblichen "Meilensteinen" eines durchschnittlichen Erwerbslebens. Beispiele dafür sind Familiengründung, Hauskauf oder –bau oder auch ein beruflicher Wechsel oder Aufstieg. Vor allem die "Zufriedenen" (immerhin 33 Prozent) setzen dabei auf die Riester-Vorsorge und ihre baV- oder Versicherungsprodukte. Ein Viertel der Riester-Versicherten gehörte zur Gruppe der "Verunsicherten", hieß es dazu weiter. Gerade Letzterer ist eigentlich der ideale Kandidat für eine solche Riester-Rente, da sich sein Investment in eine solche Vorsorgeform sogar monetär auszahlt, erläuterten die Studienautoren weiter. Bei den zufriedenen Familien und ihrer hohen Riester-Quote sieht das DIA hingegen einen "Mitnahmeeffekt". In der Regel hätten die Familien ohnehin Sparverträge abgeschlossen. Nun lassen sie sich das durch die Förderzusagen des Staates zusätzlich verzinsen, so die Beweisführung des Kölner Instituts. Für DIA-Sprecher Bernd Katzenstein ist das Beweis genug, an dieser Stelle Korrekturen vorzunehmen, um eine noch bedarfsgerechtere, staatliche Förderung umzusetzen.

























