22. 05. 2012
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DLR an Entwicklung von „Lückenfindern“ beteiligt
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt forscht bereits seit längeren an den Grundlagen moderner Verkehrsführung im motorisierten Individualverkehr. Immer wieder führen ungepasste Fahrweise gerade auf den Schnellstraßen zu schweren Verkehrsunfällen mit nicht selten fatalen Folgen für die Beteiligten. Nun hat das DLR zusammen mit weiteren Partnern ein neues System namens FAMOS entwickelt. Der Name steht für „Future Automotive Systems“, gespeist mit Daten des Satellitensystems Galileo. Jüngstes Ergebnis der Grundlagenforschung ist ein Ein- und Ausfädelassistent. Am heutigen Dienstag lief die Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie aus. Dabei wurde das neu entwickelte Gerät in einer Fahrdemonstration offiziell abgeschlossen.
Grundlage für die moderne Verkehrsleittechnik, die möglicherweise schon bald in weiteren Fahrzeugen zum Einsatz kommen kann, ist das europäische Ortungs- und Navigationssystem Galileo. Industriepartner ist der Volkswagen-Konzern. Entwickelt wurden dabei gleich drei ortungsbasierte Fahrerassistenzsysteme. Das neue System soll dabei vor allem die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und gleichzeitig die Umweltbelastung reduzieren helfen. So entstanden der Ein- und Ausfädelassistent, ein Assistent zur Warnung vor Unfallschwerpunkten und ein Assistent, der dem Fahrer dabei hilft, möglichst umweltschonend zu fahren ("Green Driving") .
Lücken leichter und effizienter finden
"Der von uns entwickelte Assistent unterstützt den Fahrer bei der Planung und Durchführung von Ein- und Ausfädelmanövern an Autobahnanschlussstellen und -knotenpunkten", erläuterte DLR-Direktor Prof. Dr. Karsten Lemmer. Diese Unterstützung erfolge je nach Qualität der vorliegenden Sensorinformation und dem Wunsch des Fahrers in vier aufeinander aufbauenden Stufen, wie der Leiter des Instituts für Verkehrssystemtechnik weiter ausführte. In der untersten Stufe, der Basisfunktion, warnt das System den Fahrer rechtzeitig, sollte dieser Gefahr laufen, versehentlich von der Straße abkommen oder mit einem vorausfahrenden oder benachbarten Fahrzeug zu kollidieren. Sie ist also Spurhalteassistent, Spurwechselassistent und Längsführungsassistent in einem. Die zweite Ausbaustufe, der "Lückenfinder", erweitert die Funktionsweise der Basisfunktionen um eine Darstellung und Bewertung vorhandener Lücken auf dem benachbarten Fahrstreifen, in die der Fahrer dann beim Fahrstreifenwechsel fahren kann. In der dritten Ausbaustufe, dem "Lückenführer", empfiehlt das System zusätzlich die für die bestehende Verkehrssituation ideale Lücke und die notwendige Geschwindigkeit, die gehalten werden sollte, um diese optimal zu erreichen.
Die vierte und höchste Ausbaustufe erweitert den Lückenfinder um eine automatische Regelung von Gas und Bremse. Hierdurch bringt der Assistent das Fahrzeug automatisch auf die Höhe der empfohlenen Lücke. So kann der Fahrer sich hauptsächlich auf den Wechsel des Fahrstreifens konzentrieren. Bei der heutigen Vorführung haben die Wissenschaftler den Ein- und Ausfädelassistenten prototypisch in ein Versuchsfahrzeug eingebaut und ihn im realen Verkehrsgeschehen unter realitätsnahen Bedingungen getestet. Damit zeigten sich die Experten um Lemmer durchaus zufrieden. "Der Ein- und Ausfädelassistent unterstützt den Menschen in einer für ihn sehr anspruchsvollen und komplexen Situation. Gerade beim Auffahren auf die Autobahn müssen Autofahrer besonders viel beachten. Durch den Assistenten kann sich der Fahrer mehr auf einzelne Faktoren konzentrieren. Das reduziert den Stress, hilft Fahrfehler zu vermeiden und senkt so das Unfallrisiko“, kommentierte Lemmer die Probefahrt.
Neben dem Projektkoordinator VW und dem DLR waren auch das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, das Institut für Flugführung (IFF) der TU Braunschweig, die Abteilung für Psychologie, Methodenlehre und Biopsychologie (IPMB) der TU Braunschweig, das Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik (IVA) der TU Braunschweig, Imst GmbH, Navcert GmbH und Oecon Products & Services GmbH beteiligt.


























