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22. 05. 2012
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Frankfurt liegt beim Gender-Ranking vorne


30.01.2009 21:49 von:

Schlagwörter: Studie,Fernuni,Hagen,Genderranking,Kommunalpolitik,Frauenanteil,Frankfurt,Köln,S

"Je wichtiger die Position, desto weniger Frauen", so lautet das schlichte Fazit einer Untersuchung eines Forscherteams der FernUniversität in Hagen. Im ersten Genderranking bestätigten die Forscher PD Dr. Lars Holtkamp, Dr. Elke Wiechmann und Sonja Schnittke das gängige Vorurteil, dass trotz Kanzlerinbonus das weibliche Geschlecht in der deutschen Kommunalpolitik, insbesondere bei Führungspositionen, erheblich unterrepräsentiert ist. Untersuchungen dieser Art sind in anderen Ländern wie etwa Norwegen bereits seit Jahren Tradition. In Deutschland fehlte bisher eine Analyse der Genderverteilung in den kommunalen Parlamenten und Behörden. Neben der Internet-Recherche haben die Forscher auch Feldforschung betrieben, hieß es dazu weiter. Auftraggeber war die parteinahe Heinrich-Böll-Stiftung.

Genderindex: Frankfurt am Main ist Spitzenreiter

Bei ihrer statistischen Analyse haben die Forscher neben dem Anteil weiblicher Ratsmitglieder auch die weiblichen Fraktionsvorsitzenden, der Ausschussvorsitzenden, der Dezernentinnen und der Stadtoberhäupter größerer Kommunen zusammengezählt. Eine flächendeckende Betrachtung des kommunalen Politikpersonals und des Anteils weiblicher Politiker steht allerdings noch aus. Dem norwegischen Vorbild folgend haben die Forscher ihre Daten in einen Genderindex umgerechnet. Auch ohne statistische Operationen wird schnell klar, dass in der deutschen Kommunalpolitik weibliches Personal unterrepräsentiert ist. Sind in den Stadträten noch 32,8 Prozent aller Stadtverordneten weiblichen Geschlechts, verringert sich ihr Anteil auf 25,9 Prozent bei den Ausschussvorsitzenden, 20,6 Prozent bei den Fraktionsvorsitzenden und 18,5 Prozent unter den Beigeordneten. Im Amt des Oberbürgermeisters zählten die Forscher gerade einmal 17,7 Prozent Frauen. Bei der Indexrechnung kommt Frankfurt am Main unter den deutschen Großstädten auf den ersten Rang. Mit Oberbürgermeisterin Petra Roth übt dort nicht nur eine Frau das höchste Kommunalamt aus. Auch 40 Prozent der Dezernentenstellen und der Ausschussvorsitzenden sind mit Frauen besetzt. Hinter der Mainmetropole folgen München, Erlangen sowie Lübeck und Düsseldorf auf dem geteilten vierten Platz. Schlusslicht des ersten kommunalen Genderrankings ist die niedersächsische Großstadt Salzgitter. Lediglich 15,2 Prozent der Ratsmitglieder dort sind weiblichen Geschlechts. Bei den anderen Spitzenämtern sind überhaupt keine Frauen zu finden. In Köln gibt es immerhin zwei Dezernentinnen, eine Fraktionsvorsitzende und immerhin drei Ausschussvorsitzende. Das reicht aber nicht für einen Spitzenplatz.

Die Details ihrer Untersuchungen wollen die Initiatoren in einer Buchreihe der Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlichen. Als Erscheinungstermin ist der April dieses Jahres geplant, rechtzeitig zu den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern.







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