22. 05. 2012
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Gesundheitsportale im Internet boomen
Das Kölner Marktforschungsinstitut YouGovPsychonomics AG hat 54 Gesundheitsportale im Internet unter die Lupe genommen und analysiert. Immer mehr Nutzer, das ergab die aktuelle Studie Health Care Monitoring 2009", greifen bei der Suche nach medizinischen Fragen immer häufiger auf das Medium Internet zurück und informieren sich auf den entsprechenden Fachportalen. Bei der Nutzung als Informationsquellen in Fragen der Gesundheit liegt das Internet inzwischen sogar vor dem Arztbesuch auf Rang 1. Allerdings spricht für den Besuch bei einem studierten Mediziner die fachliche Autorität und das persönliche Gespräch, wie die Marktforscher ermittelten. 2000 Internetnutzer in einem Alter von mindestens 16 Jahren wurden bei dieser Studie befragt. Im Fokus der Untersuchung standen die Aspekte Bekanntheit, Nutzwert und die wahrgenommene Qualität von insgesamt 54 Gesundheitsportalen. Auch die Webseiten der Krankenkassen wurden daraufhin untersucht.
Fast vier Fünftel der Befragten nutzten demnach in den vergangenen zwölf Monaten das Internet, um sich in Fragen von Gesundheit und Medizin mit Informationen zu versorgen. 72 Prozent besuchten zu diesem Zweck einen Arzt, immerhin fast zwei Drittel (64 Prozent) griffen bei der Suche nach fachlicher Information auf die kostenfreien Apothekerzeitschriften zurück. Hinter den Top 3-Informationsquellen lagen Gesundheitssendungen im Fernsehen mit 60 Prozent auf Rang vier. Auf den weiteren Plätzen rangierten Apothekerbesuche (44 Prozent) und Krankenversicherungen (36 Prozent) mit deutlichem Abstand dahinter. Arzneimittelhersteller lagen demnach mit 13 Prozent immerhin noch vor Selbsthilfegruppen (neun Prozent) und medizinischen Beratungs-Hotlines mit acht Prozent. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten (34 Prozent) informieren sich demnach regelmäßig und zielgerichtet im Internet über die Thematik, bei 51 Prozent geschieht dies eher "zufällig", so ein weiteres Ergebnis der Studie.
"Gesundheit zählt auch im Internet zu den Top-Themen des Alltags. Die Zahl der hier konkurrierenden Informationsquellen ist allerdings auch besonders groß", erklärte Markus Schöne, Leiter der Gesundheitsmarktforschung bei der YouGovPsychonomics AG. Zu den bekanntesten Gesundheitsportalen zählen demnach aus Sicht der Nutzer die Websites "apotheken-umschau.de", "docmorris.de", "apotheken.de" (gestützte Bekanntheit von jeweils über 50%) sowie "gesundheit.de" und "netdoktor.de" (gestützte Bekanntheit von jeweils über 33%). Auch unter den beliebtesten Internetportale im Gesundheitsbereich ("erste Wahl") tauchen einige der genannten Marken wie "netdoktor.de", "apotheken-umschau.de", "gesundheit.de", "apotheken.de" wieder auf, neu in die Top 5 kommt die Website "bmg.bund.de/gesundheit" des Bundesgesundheitsministeriums. Den zuletzt genannten Gesundheitsportalen wird zugleich auch das höchste Maß an Seriosität zugesprochen. Eine besonders hohe Eindeutigkeit und Zuverlässigkeit bei der Beantwortung ihrer gesundheitsrelevanten Fragen weisen aus Nutzersicht vor allem die Gesundheitsportale "onmeda.de", "medizinlexika.de", "sprechzimmer.ch,"medizin-netz.de" und die Website "rki.de" des Robert Koch Instituts auf. Trotz der hohen Bedeutung des Mediums Internet für die Informationsbeschaffung darf aber nicht missinterpretiert werden. Nach Meinung der Kölner Marktforscher bleibt der Arztbesuch auch weiterhin besonders wichtig. Bei nicht wenigen der Befragten blieb nach dem Besuch eines Gesundheitsportals ein Gefühl der Verunsicherung. Sie wünschen sich in solchen Fällen eine unabhängige Instanz.
Eine Übersicht aller 54 untersuchten Gesundheitsportale finden Sie auf der Internetseite des Marktforschers unter: www.psychnomics.de. Die komplette Studie kann ebenfalls im Internet bezogen werden. Näheres gibt es auf der gleichen Seite unter: www.psychonomics.de.

























