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22. 05. 2012
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Hauswärme-Studie: Klimaschutz kostet bis 2030 knapp 750 Milliarden Euro


04.12.2011 23:02 von:

Schlagwörter: Shell,Hauswärme-Studie,2011,Dezember,HWWI,Bestand,Wohnungen,Strom,Öl,Gas,Solarne

750 Milliarden Euro. Diese schier unvorstellbar große Summe wird notwendig sein, um bis zum Jahr 2030 die ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung in Sachen energetischer Sanierung des derzeitigen Gebäudebestandes erreichen zu können. Das ist das Ergebnis der ersten “Hauswärme-Studie” des Mineralölkonzerns Shell, die am vergangenen Donnerstag vorgestellt wurde. Hintergrund ist die derzeitige Debatte um die Erreichung der Klimaschutzziele zu gewährleisten. Demnach plant die Bundesregierung eine Verdopplung der derzeitigen jährlichen Sanierungsrate von einem Prozent des gesamten Gebäudebestandes auf dann zwei Prozent. Dann wäre nach den Berechnungen der Energieexperten sichergestellt, dass bis zu diesem Jahr der Energieverbrauch um bis zu 40 Prozent und die Treibhausgasemissionen um bis zu 44 Prozent sinken. Das Hamburgische WeltwirtschaftsInstitut HWWI hat die Untersuchung im Auftrag von Shell durchgeführt.

Die Lösung liegt in der Bestandssanierung

Die Hamburger Experten analysierten dabei vier verschiedene Szenarien mit jeweils unterschiedlichen Sanierungsraten. Basis der Untersuchung waren ferner die derzeit möglichen technischen Potenziale von Heizsystemen, Brennstoffen und dem begleitenden Wärmeschutz. Derzeit leben die rund 40 Millionen Haushalte in Deutschland in etwa 178 Millionen Räumen in einer Gesamtwohnfläche von insgesamt 3,4 Milliarden Quadratmeter. Der Anteil am gesamten Endenergieverbrauch beträgt dabei rund 28,5 Prozent. Rund 18 Millionen Feuerungsanlagen in den privaten Haushalten verursachten im Jahr 2010 Treibhausgasemissionen in Höhe von 113,1 Millionen Tonnen kohlendioxid-Äquivalent, rund 14,2 Prozent der direkten energiebedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland.

Der derzeitige Anteil der Gas- und Ölheizungen liegt derzeit noch bei rund 80 Prozent. Hier muss eine Klimaschutzpolitik ansetzen, die HWWI-Experten sehen durch die Optimierung der bestehenden Hausfeuerungsanlagen das „wärmetechnische Rückgrat“. Ein Zukunftstrend liegt dabei in der „Hybridisierung“ der Heizsysteme, das heißt, mehrere Wärmequellen speisen die Heizanlage der Haushalte. Drei Viertel der Hausfeuerung wird mit den fossilen Energieträgern Gas und Öl befeuert. Zusammen mit Strom- und Fernwärmequellen ergibt sich hieraus sogar ein Anteil von fast 90 Prozent. Den Rest teilen sich derzeit die Energieträger Holz und Solarenergie.

75 Prozent der Heizanlagen sind älter als 25 Jahre, dort werden 90 Prozent der Energie verbraucht. Der Energieverbrauch der Bestandswohnungen ist dabei im Durchschnitt doppelt so hoch wie vom Gesetzgeber für Neubauten vorgesehen. Ein Großteil des Wohnungsbestandes wird sich in den kommenden Jahren durch Wärmedämmung der Gebäudehülle einem Niedrighausenergiestandard annähern. Die bauliche Sanierung von Wohnungsbestand ist jedoch vergleichsweise aufwendig und teuer. Neubaustandards lassen sich im Wohnungsbestand daher in der Regel nicht erreichen, wissen die Experten.

Verschiedene Szenarien

Die Fachleute des Hamburger Instituts gehen nun davon aus, dass bis 2030 trotz sinkender Einwohnerzahlen die umbaute Wohnfläche um rund zehn Prozent zunehmen wird. Bei einer Eneuerungsrate von 16 Prozent bis 2030 muss der Löwenanteil der geplanten Einsparungen über die Bestandssanierung realisiert werden. Wrd der heutige Trend mit einer Sanierungsrate von einem Prozent fortgeschrieben, würde der Energieverbrauch um 26,2 Prozent und die Treibhausgasemissionen um immerhin 27 Prozent sinken. Die damit verbundenen Investitionskosten belaufen sich auf 386 Milliarden Euro. Das aber dürfte nach derzeitiger Rechnung zu gering sein. Bei einer Verdopplung des Sanierungstempos ergeben sich hingegen Einsparungen von 36,7 Prozent beim Energieverbrauch und 39,2 Prozent bei den Treibhausgasemissionen, so die Rechnung des HWWI. Die dazu notwendigen Investitionskosten liegen dabei jedoch bei rund 744 Milliarden Euro, mehr als das Doppelte dessen, was derzeit momentan als Normalfall angesehen wird. In beiden Szenarien wird angenommen, dass der Anteil von nachhaltigen Energieträgern auf 20 Prozent bei Wärme und 55 Prozent bei der Stromerzeugung steigen wird.

Selbst ohne Sanierungsmaßnahmen würde der CO²-Ausstoß alleine durch die Veränderung im Energiemix um bereits 18,8 Prozent abnehmen. Der Vorteil liegt dabei in den deutlich geringeren Kosten bei gleichzeitig hohem Einspareffekt. Eine umfassende Sanierung des Bestandes durch Neubauten würde zwar die angestrebte Zielmarke tatsächlich erreichen, allerdings halten die Experten diese Variante selbst bei höherer Förderung für eher unrealistisch. HWWI-Forschungsdirektor Michael Bräuninger empfiehlt daher eine technologieunabhängige Förderung, die zudem effizient ausfallen muss. Jeder Euro, der in die Sanierung fließt, sollte nur einmal ausgegeben werden, so der Ansatz des HWWI-Experten. "Im Ergebnis kann man sagen, dass sich die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung mit einer höheren Sanierungsrate (Teilsanierung) schneller erreichen lassen als mit umfassenden Vollsanierungen“, so die Schlussfolgerung von Shell-Chefvolkswirt Jörg Adolf. Eine Kurzfassung der Studie finden sie im Internet unter: www.shell.de.







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