Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





22. 05. 2012
Seite drucken

Immer mehr Kommunen in Deutschland bieten "frühe Hilfen" an


02.07.2009 15:51 von:

Schlagwörter: Köln,BZgA,StudienBestandsaufnahme,DIFU,Frühe,Hilfe,Jugendinstitut,NZFH

Kinder Willkommen ist zwar eine Kölner Erfindung. Aber Hilfsangebote für Familien mit Neugeborenen gibt es in der Bundesrepublik bereits in mindestens 50 Prozent aller Kommunen. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Deutschen Jugendinstituts (DJI), die gemeinsam als Träger des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) fungieren. Das Engagement einzelner Teilbereiche der kommunalen Verwaltungen ist sogar noch breiter gestreut. In einer Befragung fanden die Autoren der Studie heraus, dass sogar 96 Prozent der Jugendämter und 79 Prozent der Gesundheitsämter hier bereits Engagement zeigen. Frühe Hilfen werden dabei definiert als Angebote, die Familien mit Säuglingen und Kleinkindern in schwierigen Lebenslagen bei der Wahrnehmung ihrer Erziehungsaufgaben unterstützen und so zur Prävention von Vernachlässigung und Misshandlung beitragen.

"Es ist erfreulich, dass sich schon so viele Kommunen auf den Weg gemacht haben. Eine Herausforderung aber ist es vielerorts noch, die Angebote zu Frühen Hilfen dauerhaft zu etablieren. Darüber sind einige der Fachleute vor Ort in Sorge - das war in den Antworten auf unsere Fragen spürbar", betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Dieses Ergebnis der Studie verdeutlicht, dass der Begriff viele Diskussionen ausgelöst hat. Das Allerwichtigste jedoch ist, dass mit dem Angebot der Frühen Hilfen nun verstärkt auch das Augenmerk auf die Allerkleinsten gerichtet wird, die zuvor für die Öffentlichkeit quasi 'unsichtbar' in ihren Familien waren, und erst mit dem Kindergarteneintritt im vierten oder fünften Lebensjahr in öffentlichen Einrichtungen auftauchten", unterstrich Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts, die Notwendigkeit solcher frühkindlichen Hilfsangebote.

Zwar ist auch der Präventionsaspekt bei der Kölner Lösung "Kinder Willkommen" nicht unwichtig. Durch die Zuhilfenahme ehrenamtlicher Hilfskräfte, die mit einem von lokalen Unternehmens gesponserten Hilfspaket einen Antrittsbesuch bei den jungen Familien mit Nachwuchs vornehmen, soll vor allem der Aspekt einer familienfreundlichen Stadt in den Vordergrund gestellt werden. Der Zuspruch liegt nach fast einem Jahr bei rund vier Fünftel aller besuchten Familien. Insgesamt konnten die Ehrenamtler, die vom Kölner Jugendamt koordiniert und von insgesamt sechs freien Träger flächendeckend durchgeführt werden, bereits Anfang vergangenen Monats rund 7200 Kontakte knüpfen. Lediglich elf Prozent gaben dabei an, dass sie an dem Beratungsangebot kein Interesse haben. Zumeist wurden Termingründe genannt. Bei ihrem Besuch weisen die Ehrenamtler auf die unterschiedlichen Hilfsangebote im Stadtbezirk hin, von der Kindertagesstätte, über spezialisierte Fachärzte bis hin zu einem Behördenwegweiser. Zudem werden die ehrenamtlich aktiven Hilfskräfte dahingehend geschult, sensibel aber ohne hoheitlich-staatlichen Anspruch die Lebenssituation der Neugeborenen in Augenschein zu nehmen. Bereits bei den Vorläuferprojekten, eines davon im Stadtbezirk Chorweiler, hatte sich eine hohe Akzeptanz seitens der besuchten Familien gezeigt. Ein Grund dafür ist sicher auch, dass in Stadtbezirk mit einem hohen Anteil von Familien mit Zuwanderungshintergrund entsprechend auch die Besucher selbst einen solchen Migrationshintergrund haben. Das hilft zusätzlich Barrieren abzubauen, wissen die Initiatoren.

Solch vorbildliche Angebote sind aber keineswegs die Regel. Wie die Studie ergab, sind derzeit die frühen Hilfen ausgesprochen unterschiedlich von Kommune zu Kommune geregelt. Etwas mehr als Hälfte der befragten Kommunen (55 Prozent) gaben an, dass sie den Aufbau interdisziplinärer Netzwerke bereits umgesetzt haben. Fast drei Viertel (72 Prozent) haben demnach die behördeninterne Koordinierung zwischen Jugend- und Gesundheitsamt umgesetzt. Die positiven Folgen sind vor allem ein verbesserter Kommunikationsfluss (81 Prozent der Befragten machten diese Erfahrungen) sowie ein besserer Überblick über die verschiedenen Angebote im Lebensumfeld der betroffenen Familien (89 Prozent). Allerdings gab es auch ein allgemein hohes Interesse, diesen Bereich besser und intensiver zu unterstützen.

Mit der eigentlichen Bestandsaufnahme sowie der Datenerhebung und –auswertung wurde das Deutsche Institut für Urbanistik (DIFU) in Berlin beauftragt. An der Befragung haben 573 Jugend- und Gesundheitsämter in der gesamten Bundesrepublik teilgenommen. Die Rücklaufquote lag somit bei stolzen 59 Prozent. Der ausführliche Ergebnisbericht der Bestandsaufnahme ist verfügbar auf der Internetseite des NZFH unter: www.fruehehilfen.de.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse