22. 05. 2012
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IW kritisiert Methodik der Uni-Untersuchung zur Zusatzprämie
Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft hat die am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Uni-Studie des Instituts für Gesundheitsökonomie an der Kölner Unklinik grundsätzlich in Frage gestellt. "Panikmache statt Alternative", titelten die Kölner Wirtschaftsforscher ihre inhaltliche Replik. Das so gezeichnete Horrorszenario drastisch steigender Zusatzbeiträge sei jedoch so nicht wirklich nachvollziehbar. Neben der Kritik an den pauschalen Kostensteigerungen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV).
Einige Trends würden aus der Prognose schlicht herausgerechnet, wenden die Kritiker ein. So könnte bei einer Fortsetzung des derzeitigen Booms die steigende Zahl der Pflichtversicherten (und damit auch der GKV-Nehmer) für zusätzliche Mehreinnahmen sorgen. Dank der guten Konjunktur dürfte das Ausgabenwachstum der GKV deshalb wohl eher nur um einen oder maximal zwei Prozentpunkte über der Entwicklung der Beitragseinnahmen liegen. Dann wäre nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) lediglich mit einer Zusatzprämie von maximal 12 Euro im nächsten bzw. übernächsten Jahr zu rechnen.
Allerdings unterstützten die Wirtschaftsforscher des IW die Position der amtierenden Bundesregierung, indem sie das Argument der mangelnden Alternativen ins Spiel bringen. "Die Alternative wäre auf jeden Fall schlechter: Der Verzicht auf die Zusatzprämie von zum Beispiel zwölf Euro pro Monat müsste mit einem Beitragssatzanstieg um bis zu 0,7 Prozentpunkte erkauft werden", errechneten die Experten rund um Dr. Jochen Pimpertz. Der steuerähnliche Charakter der Beitragsfinanzierung würde noch weiter verstärkt, statt mit der Zusatzprämie Kassen, Ärzte und Kliniken unter Wettbewerbsdruck zu setzen. Besser wäre stattdessen der Umstieg auf eine Gesundheitsprämie, ergänzt um einen treffsicheren, steuerfinanzierten Sozialausgleich außerhalb der GKV, so die Einschätzung des IW.

























