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22. 05. 2012
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IW-Studie: Sozialstaat gleicht Einkommensverteilung aus


24.01.2009 16:39 von:

Schlagwörter: Studie,IW,Institut,Analyse,Sozialstaat,Köln,Einkommensverteilung,Ausgleich,Markt

Zwar beobachten die Autoren der Studie in Deutschland ein zunehmendes Ungleichgewicht bei der Einkommensverteilung. Als Beispiel erwähnten die Autoren das zweitbeste Zehntel aller Haushalte mit dem zweitschlechtesten Zehntel in einem Zehn-Jahres-Vergleich. Demnach erhöhte sich die Spreizung von dem 19-fachen in 1993 auf das 28-fache in 2003. „Die staatliche Umverteilung gleicht dies aber nahezu vollständig aus“, heißt es in der Zusammenfassung der Ergebnisse. Zieht man die Steuern und Abgaben der gut verdienenden Einkommensgruppe ab und rechnet man überdies noch die öffentlichen Transfers heraus, bleibt nur noch ein knapp dreimal so hoher Faktor zur Vergleichsgruppe, wie das IW argumentiert. An dieser Rechnung hat sich auch in der neueren Studie nichts geändert, so das IW weiter.

Gutverdienende zahlen immer mehr

In einer anderen Vergleichsrechnung stellte das IW fest, dass die oberen 30 Prozent der Einkommensgruppen im Jahr 1993 für rund 68 Prozent des gesamten Steueraufkommens verantwortlich waren. Zehn Jahre später betrug diese Quote gar 72 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung machten die Experten des Kölner Wirtschaftsinstituts auch für den Bereich der Sozialabgaben aus. Leisteten die oberen 30 Prozent der Einkommenspyramide im Jahr 1993 mit 51 Prozent knapp über die Hälfte der Gesamtsumme an Sozialbeiträgen, waren es zehn Jahre später bereits 53,5 Prozent. Die Vergleichsrechnung untersucht hingegen nicht die oberen zehn Prozent der Einkommenshaushalte. Allerdings wies das Institut darauf hin, dass auch die mittleren Einkommensgruppen ohne Abzüge im Jahr 2003 elf Mal so viel verdienten wie die des vorletzten Zehntels. Auch hier registrierten die Forscher einen spürbaren Anstieg (2003: 9 Mal) und auch in diesem Fall lag das Einkommen nach Abzug von Steuern und Transferleistungen lediglich um den Faktor 1,4 über dem des vorletzten Einkommenszehntels.

Dabei wurden lediglich die monetären Transferleistungen berücksichtigt. Indirekte Transfer, zum Beispiel über subventionierte Kultureinrichtungen oder steuerfinanzierte Schulbesuche, wurden bei der Berechnung der Einkommensverteilung nicht berücksichtigt, wie das IW weiter hervorhob. Insgesamt bescheinigte das Institut in seiner Studie dem Sozialstaat allerdings auch, dass es methodisch und rechnerisch „gar nicht so einfach“ sei, die genauen Verteilungswirkungen zu ermitteln, hieß es abschließend.







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