22. 05. 2012
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IW-Studie: Sozialstaat gleicht Einkommensverteilung aus
Zwar beobachten die Autoren der Studie in Deutschland ein zunehmendes
Ungleichgewicht bei der Einkommensverteilung. Als Beispiel erwähnten
die Autoren das zweitbeste Zehntel aller Haushalte mit dem
zweitschlechtesten Zehntel in einem Zehn-Jahres-Vergleich. Demnach
erhöhte sich die Spreizung von dem 19-fachen in 1993 auf das 28-fache
in 2003. „Die staatliche Umverteilung gleicht dies aber nahezu
vollständig aus“, heißt es in der Zusammenfassung der Ergebnisse. Zieht
man die Steuern und Abgaben der gut verdienenden Einkommensgruppe ab
und rechnet man überdies noch die öffentlichen Transfers heraus, bleibt
nur noch ein knapp dreimal so hoher Faktor zur Vergleichsgruppe, wie
das IW argumentiert. An dieser Rechnung hat sich auch in der neueren
Studie nichts geändert, so das IW weiter.
Gutverdienende zahlen immer mehr
In einer anderen Vergleichsrechnung stellte das IW fest, dass die
oberen 30 Prozent der Einkommensgruppen im Jahr 1993 für rund 68
Prozent des gesamten Steueraufkommens verantwortlich waren. Zehn Jahre
später betrug diese Quote gar 72 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung
machten die Experten des Kölner Wirtschaftsinstituts auch für den
Bereich der Sozialabgaben aus. Leisteten die oberen 30 Prozent der
Einkommenspyramide im Jahr 1993 mit 51 Prozent knapp über die Hälfte
der Gesamtsumme an Sozialbeiträgen, waren es zehn Jahre später bereits
53,5 Prozent. Die Vergleichsrechnung untersucht hingegen nicht die
oberen zehn Prozent der Einkommenshaushalte. Allerdings wies das
Institut darauf hin, dass auch die mittleren Einkommensgruppen ohne
Abzüge im Jahr 2003 elf Mal so viel verdienten wie die des vorletzten
Zehntels. Auch hier registrierten die Forscher einen spürbaren Anstieg
(2003: 9 Mal) und auch in diesem Fall lag das Einkommen nach Abzug von
Steuern und Transferleistungen lediglich um den Faktor 1,4 über dem des
vorletzten Einkommenszehntels.
Dabei wurden lediglich die monetären
Transferleistungen berücksichtigt. Indirekte Transfer, zum Beispiel
über subventionierte Kultureinrichtungen oder steuerfinanzierte
Schulbesuche, wurden bei der Berechnung der Einkommensverteilung nicht
berücksichtigt, wie das IW weiter hervorhob. Insgesamt bescheinigte das
Institut in seiner Studie dem Sozialstaat allerdings auch, dass es
methodisch und rechnerisch „gar nicht so einfach“ sei, die genauen
Verteilungswirkungen zu ermitteln, hieß es abschließend.

























