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22. 05. 2012
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IW: Unternehmen kritisieren Versäumnisse bei der Integration


17.11.2010 13:51 von:

Schlagwörter: Köln,Institut der deutschen Wirtschaft,IW,Umfrage,Unternehmer,Integration,Integr

Die Integration von Menschen mit Zuwanderungshintergrund wird immer mehr zu einem bestimmende Thema in der deutschen Politik. Am gestrigen Sonntag veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft die Ergebnisse einer Umfrage unter den Unternehmerinnen und Unternehmern des Verarbeitenden Gewerbes und der industrienahen Dienstleistungen. Demnach haben bereits rund die Hälfte der befragten Industriebetriebe Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in der eigenen Belegschaft. Bei den industrienahen Dienstleistungen sind es 38 Prozent. Rund 20 Prozent der Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz planen, zukünftig mehr Mitarbeiter mit Migrationshintergrund einstellen zu wollen. Allerdings setzen beim Ausbau der Kapazitäten lediglich sechs Prozent auf Einstellungen von Migranten. Vor allem bei größeren Unternehmen ist die Bereitschaft größer, bei der Stellenbesetzung auf Migranten zurückzugreifen.

Kritik gab es hingegen für die Integrationspolitik der zurückliegenden Regierungen. Zwei Drittel der Befragten meinten, die Politiker hätten es in der Vergangenheit verpasst, genug für die Integration von Menschen mit Zuwanderungshintergrund zu tun. Zugleich zeigten sich die Unternehmer aber deutlich differenzierter, was die Wirksamkeit von Maßnahmen angeht. Mit einer Zustimmung von drei Viertel werden Deutschkurse für Zugewanderte als sinnvollste Integrationsmaßnahme angesehen. Auch berufsbezogene Sprachkurse hält die Mehrheit der deutschen Unternehmer für sinnvoll. Die Hälfte der Befragten glaubt, dass zur besseren Integration eine gesellschaftliche Teilhabe, zum Beispiel in Vereinen, notwendig ist und diese gefördert werden müsse. 40 Prozent forderten von der Politik eine unbürokratischere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.

"Die deutsche Wirtschaft braucht dringend mehr qualifizierte Zuwanderer. Die Umfrage zeigt aber, dass es offenbar Versäumnisse bei der Integration solcher Arbeitskräfte gibt", fasste INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr die Ergebnisse der Befragung zusammen. Die politisch Verantwortlichen sind in der Pflicht, die Bedingungen für die Wirtschaft zu verbessern. Damit sind aber nicht nur Sprachkurse gemeint. Die Forderungen beziehen sich auf die gesamte Bildungskette, beginnend mit einer besseren Schulbildung bis hin zum Übergang ins Berufsleben. Bei den Erfahrungen mit Beschäftigten mit Migrationshintergrund hingegen zeigten sich die Unternehmer zufrieden. 70 Prozent gaben an, dass die Arbeitsleistungen dieser Mitarbeitergruppe denen der autochtonen Angestellten in nichts nachsteht. Für fast fünf Prozent der Befragten leisten die Migranten in der eigenen Belegschaft sogar deutlich bessere Leistungen als der Rest der Belegschaft.

Weitere Informationen zur Umfrage und den Positionen der Wirtschaft zum Thema Integration finden sie auch im Internet unter: www.deutschland-check.de.







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