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22. 05. 2012
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IZA-Studie: Rezession sorgt bei Neugeborenen für höheres Infarktrisiko


12.08.2008 22:00 von:


Wenn zum Zeitpunkt der Geburt eines Kindes ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen herrschen, führt dies der Untersuchung zufolge zu einem deutlich höheren Risiko, dass die betreffende Person später an Herz-Kreislauf-Erkrankungen stirbt. Kinder, die in Rezessionszeiten geboren wurden, sterben im Durchschnitt 15 Monate früher als diejenigen, die unter besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zur Welt kamen, so das Ergebnis der Studie. IZA-Programmdirektor Gerhard van den Berg von der Freien Universität Amsterdam hatte sich nach Bekanntwerden des Zusammenhangs auf die Suche nach möglichen Ursachen gemacht.

In ihrer Analyse griffen die Forscher auf Daten von Individuen zurück, die um das Jahr 1900 geboren wurden. Das sei notwendig, um langfristige Aussagen treffen zu können, argumentierten die Forscher. Als besonders geeignet erwiesen sich dabei Daten vom Leben dänischer Zwillinge, die über die gesamtes Lebensspanne hinweg dokumentiert wurden. Besonders diejenigen, die in Zeiten der Rezession auf die Welt gebracht wurden, scheinen für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen im hohen Alter besonders anfällig zu sein. . "Erstaunlich ist, dass die negativen gesundheitlichen Auswirkungen einer Geburt in Rezessionszeiten oft erst siebzig bis achtzig Jahre später bemerkbar werden", so Gerard van den Berg. Erst ab einem Lebensalter von 70 Jahren stellten die Wissenschaftler ein deutlich höheres Risiko einer tödlichen Erkrankung fest.

Eine mögliche Erklärung sei die unzureichende Ernährung und mangelnde medizinische Betreuung während der Krisenzeiten. Ein rezessionsbedingt geringes Haushaltseinkommen ist offenbar weniger schädlich für die langfristige Gesundheit eines Neugeborenen, sofern in der Umgebung gute Gesundheits- und Hygieneeinrichtungen vorhanden sind. Eine zweite Ursache könnte darin liegen, dass sich der Stress, dem die Eltern eines Neugeborenen in wirtschaftlich schlechten Zeiten ausgesetzt sind, auf die Kinder übertragen und die Anfälligkeit für Herzkrankheiten erhöhen kann. Allerdings lassen sich die Ergebnisse der Analyse nicht ohne Weiteres auf heute Geborene übertragen, so die Forscher weiter. Nicht zu geringe, sondern eher falsche Ernährung und eine neue Form des Stresses scheinen aber auch heute einen gewissen Einfluss auf die Gesundheit der nachwachsenden Generation ausüben. Allerdings wiegt das niedrige Geburtsgewicht in den frühen Lebensjahren nach Meinung der Wissenschaftler deutlich mehr. Die Wissenschaftler fordern eine frühere Vorbeugung bei Menschen, deren Geburt in eine wirtschaftlich schwierige Phase fällt. Sie sollen zukünftig bereits in einem deutlich früheren Alter auf Herz-Kreislauf-Krankheiten untersucht werden. Auch Programme für eine gesündere Ernährung sind sinnvoll, meinen die Experten.

Der Volltext der englischsprachigen Studie finden Sie auf der IZA-Homepage unter: ftp.iza.org/dp3635.pdf.







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