22. 05. 2012
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Köln beim INSM-Regionalranking 2009 im Mittelfeld
Die neue INSM-Regionalranking-Studie ist am gestrigen Donnerstag vorgestellt worden. Ab sofort können auf der animierten Seite der Initiative die Einzelergebnisse und Gesamtrankings abgerufen werden. Untersucht haben die Wissenschaftler der IW Consult GmbH, einer Tochtergesellschaft des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) die Lebens- und Standortqualität aller Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Die Forscher wagten dabei auch eine Prognose hinsichtlich der voraussichtlichen negativen Konsequenzen vor dem Hintergrund der derzeitigen Wirtschaftskrise. Hier schneidet Köln sehr gut ab. Die Statistiker geben für die größte Kommune des Landes eine günstige Prognose ab. Die Gefahr, von der Wirtschaftskrise betroffen zu werden, schätzen die Analysten der IW Consult als "relativ schwach" ein. Im Vergleich zur letzten Auswertung der Indikatoren musste Köln alledings kräftig Federn lassen. In Nordrhein-Westfalen rutschte man um 16, im bundesweiten Ranking gar um 80 Plätze nach unten. Insgesamt gingen die Wirtschaftsforscher, die diese Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durchgeführt haben, 39 ökonomischen und strukturellen Faktoren nach, die jeweils zu einem extra Ranking zusammengefasst wurden. Neben allgemeinen Standortmerkmalen wie Altersstruktur oder Kaufkraft gingen die Forscher auch spezifisch ökonomischen Standortfaktoren nach wie zum Beispiel der Ausbildungsplatzdichte. Das Gesamtranking umfasst alle 409 Kommunen Deutschlands, hieß es dazu weiter. Spitzenreiter unter den deutschen Kommunen war in diesem Jahr der Landkreis München vor dem Landkreis Starnberg. Auf dem dritten Rang folgt der Hochtaunuskreis nördlich von Frankfurt. Den besten Platz in Nordrhein-Westfalen erreichte die Gemeinde Olpe, die allerdings im bundesweiten Vergleich nur den 44. Platz belegte. Zweitbeste NRW-Kommune war demnach die Landeshauptstadt Düsseldorf, die es im Gesamtranking immerhin auf Rang 73 brachte. Schlusslicht in Nordrhein-Westfalen ist die kreisfreie Stadt Gelsenkirchen. Bundesweit lag die Kommune damit auf Rang 388.
Stärken und Schwächen der Domstadt
Mit 50,1 Punkten und dem 224. Rang liegt Köln knapp unterhalb des Bundesdurchschnitts aller Kommunen, Ähnliches gilt für den Vergleich innerhalb des Landes Nordrhein-Westfalen. Dabei wechseln sich Licht und Schatten in der Beurteilung des Wirtschafts- und Lebensstandortes Köln ab. So punktet die Stadt vor allem in Sachen Wirtschaftsdynamik und Altersstruktur. Besonders erfreulich dürfte aus Sicht der Stadtverwaltung der beachtliche achte Platz im Saldo der Gewerbean- und abmeldungen sein. 2007 erreichte Köln mit einem Wert von 3,6 pro 1000 Einwohner sogar die Spitzenposition unter den 54 Kommunen des Landes. Auch bei dem Indikator "Gemeindliche Steuerkraft" platziert sich Köln weit über dem Durchschnitt auf Bundes- und Landesebene. Mit 1541 Euro pro Einwohner liegt die Domstadt um mehr als das Doppelte über dem Bundesdurchschnitt in Höhe 765 Euro pro Einwohner. Das bedeutet Rang zehn im Gesamtklassement und den zweiten Platz innerhalb der NRW-Kommunen. Auch beim Sammelindikator "Demografieindex" schneidet die Domstadt gut ab. Mit einem Indexwert von 123,1 Punkten steht man bundesweit an 15. und in NRW immer noch auf Rang drei der Liste. Dieser Indikator ist Beleg für das geringe Gesamtalter einer Stadtgesellschaft.
Den Stärken der Stadt stehen aber auch gravierende Schwächen gegenüber und die sind in der Gesamtbetrachtung mitverantwortlich, dass Köln eben nicht in der oberen Hälfte der deutschen Gemeinden steht. So liegt Köln in Sachen Kriminalität weiterhin auf dem letzten Rang in NRW und dem viertletzten (Platz 406) im bundesweiten Ranking. Mit 14.765 Straftaten pro 100.000 Einwohner im Jahr 2007 liegt man deutlich über dem doppelten Wert der Bundesrepublik (6785). Ein weiteres Riesenproblem stellt nach Ansicht der Rankingexperten die öffentliche Verschuldung dar. Mit 3090 Euro pro Kopf (Bundesdurchschnitt: 1456 Euro) steht Köln in NRW auf dem vorletzten Rang. Auf Bundesebene steht die Domstadt damit auf Rang 400. Ebenfalls deutlich unter Durchschnitt liegt Köln bei dem Anteil der privaten Verschuldung aller Haushalt. 12,9 Prozent gelten in der rheinischen Millionenstadt nach der Definition der Organisation creditreform als "privat verschuldet", bundesweit sind es deutlich weniger als zehn Prozent. Das bedeutet Rang 367 auf Bundes- und Rang 41 auf der Landesebene. Ein weiterer Minuspunkt ist die unverändert überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit und die damit verbundene hohe Anzahl an ALG II-Beziehern. Landesweit liegt Köln damit ebenfalls im unteren Drittel, bundesweit rückt die Domstadt immerhin auf Rang 326 (ALG II-Bezieher) bzw. 321 (Arbeitslosenquote) vor. Allerdings wird sich die derzeitige Wirtschaftskrise nur vergleichsweise schwach auf die Situation in Köln auswirken. Anhand eines "wissenschaftlichen Krisenrisikoindexes". Das mag im ersten Augenblick ein wenig verwundern, ist doch der Anteil exportorientierter Unternehmen in Köln eigentlich über dem Durchschnitt. Die Wirtschaftswissenschaftler sehen insbesondere in der spezifischen Wirtschaftsstruktur der Domstadt mit seinen vielen Leitbranchen einen Grund für die vergleichsweise positive Prognose.
Das komplette Ranking aller Standort finden Sie in übersichtlicher Form auf der Internetseite: /www.insm-regionalranking.de.

























